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Kommentar
22.09.2016

"Alternativer Nobelpreis": Die wahren Helden in Syrien

Viel ist nicht mehr übrig: Die einstige Metropole Aleppo ist weitestgehend dem Erdboden gleichgemacht worden.
Foto:  Michael Alaeddin/Sputnik (dpa)

Der "Alternative Nobelpreis" wurde ins Leben gerufen, um eher stille Helden zu würdigen. Dieses Jahr muss ein Preisträger aber auch als Favorit auf den Friedensnobelpreis gelten.

Der Preis für die richtige Lebensführung, der im deutschen Sprachraum gerne „Alternativer Nobelpreis“ genannt wird, versteht sich als Gegenprogramm: Vieles fällt durch das Raster der Auszeichnungen, die von den offiziellen Testamentsvollstreckern des Alfred Nobel in Stockholm und Oslo verliehen werden. Anliegen der Stiftung, die von dem Philanthropen und ehemaligen Grünen-Europaabgeordneten Jakob von Uexküll ins Leben gerufenen wurde, ist es, die eher stillen Helden zu würdigen.

In diesem Jahr aber muss einer der Preisträger gleichzeitig als Favorit auf den Friedensnobelpreis gelten: die Weißhelme in Syrien. Diese mutigen Helfer, die ohne Rücksicht auf das eigene Leben und die eigene Sicherheit nach Luftangriffen in bombardierte Häuser gehen und Menschen aus den Trümmern retten, haben jede Auszeichnung verdient. Sie zeigen, dass in einem Umfeld, in dem von allen Seiten geschossen und getötet wird, immer noch Raum für Menschlichkeit besteht. Die Weißhelme – und ebenso die Frauen und Männer zahlreicher anderer Hilfsorganisationen – sind die wahren Helden in Syrien.

Das Nobelkomitee in Oslo sollte ebenfalls in diese Richtung denken. Ein Politiker, der den Preis für Friedensbemühungen in Syrien verdient hätte, ist jedenfalls weit und breit nicht zu erkennen.

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