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AfD

11.05.2015

Machtkampf in der AfD: Lucke plant offenbar letzten Angriff

Bernd Lucke (links) und Hans-Olaf Henkel stehen für den bürgerlich-liberalen Flügel der AfD.
Bild: Wolfgang Kumm/dpa

Offenbar will AfD-Parteichef Lucke noch nicht aufgeben. Er soll einen letzten Generalangriff auf seine Rivalen im Vorstand planen.

Der seit Wochen unter Druck stehende Parteichef der AfD, Bernd Lucke, will laut einem Medienbericht nicht aufgeben, sondern einen neuen Angriff auf seine parteiinternen Gegner starten. Spiegel Online berichtete am Sonntagabend unter Berufung auf Luckes Unterstützerkreis, der Parteichef plane einen letzten Generalangriff auf seine Rivalen im Vorstand, vor allem auf seine Co-Sprecherin Frauke Petry und den NRW-Parteichef Marcus Pretzell. Bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Hans-Olaf Henkel wolle Lucke voraussichtlich am 18. Mai mit dem rechten Flügel in der AfD abrechnen.

Henkel, der jüngst erst seinen Posten im AfD-Bundesvorstand niedergelegt hatte, weil ihm die Partei zu sehr nach rechts gerückt war, bestätigte die Pläne dem Bericht zufolge indirekt. "Die AfD-Basis muss erfahren, was da an der Spitze gespielt wird, wie einige wenige Funktionsträger dieser Partei mit ihrem Rechtskurs empfindlich schaden", sagte er demnach dem Spiegel. Denn die "überwältigende Mehrheit" der Mitglieder sei gerade nicht den Rechten zuzurechnen. Sie unterschätzten nur die rechte Gefahr.

AfD: Richtungsstreit zwischen Rechten und Bürgerlich-Liberalen

Zuvor hatte die Bild in ihrer Montagsausgabe Luckes Ko-Vorsitzenden, Konrad Adam, mit den Worten zitiert: "Es gibt handfeste Indizien dafür, dass Bernd Lucke sich dazu entschieden hat, die AfD zu verlassen." Adam forderte den Parteichef demnach auf, sich dazu zu äußern. Ein Parteisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, Lucke kommentiere keine Gerüchte.

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Der Welt sagte Adam, die Anzeichen haben sich verdichtet, dass eine Parteispaltung bevorsteht. In der AfD gibt es derzeit einen heftigen Personal- und Richtungsstreit. Lucke, der für einen eher wirtschaftsliberalen Kurs steht, hatte seine Partei vor einem weiteren Rechtsruck gewarnt. Auf dem Parteitag im Juni soll ein Parteichef gewählt werden, der die bislang dreiköpfige Führungsspitze ablöst.

Mit der Wahl in Bremen ist die Erfolgsserie der Alternative für Deutschland (AfD) in gewissen Sinne abgerissen. Bei den vergangenen fünf Wahlen hatte sie jeweils locker den Sprung ins Parlament geschafft: im Mai 2014 ins Europaparlament, dann in die Landtage von Sachsen, Thüringen und Brandenburg sowie in diesem Februar in die Hamburger Bürgerschaft. Allerdings hatte das Hamburger Ergebnis (6,1 Prozent) schon deutlich unter denen zuvor im Osten (9,7 bis 12,2) gelegen. In Bremen sank es nun nochmal.

AfD: Spaltungsgerüchte um Nationalkonservative

Das dürfte nun auch mit dem öffentlich ausgetragenen Richtungsstreit zwischen dem bürgerlich-liberalen Flügel um Parteigründer Bernd Lucke und dem nationalkonservativen Flügel zu tun haben. Die nationalkonservativen um Frauke Petry und Alexander Gauland haben vor allem in Ostdeutschland viele Anhänger. Das Ringen geht soweit, dass es bereits Spaltungsgerüchte gibt.

Die AfD ist erst im Februar 2013 gegründet worden. Im ersten Jahr bestand sie vor allem aus Konservativen, die sich rechts von der CDU/CSU politisch heimatlos fühlten. Hinzu kamen Liberale, die von der FDP enttäuscht waren. Doch zunehmend fühlen sich auch nationalkonservative und rechte Kräfte von der Partei angezogen.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der AfD zählen die Kritik an der Eurorettungspolitik und die Forderung nach einer familienfreundlicheren Steuer- und Sozialpolitik. Außerdem wirbt die Partei für eine an Wirtschaftsinteressen und Integrationschancen orientierte Einwanderungspolitik. AZ/AFP/dpa

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