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Österreich
11.08.2018

FPÖ macht Ambros aus Versehen zum Chartstürmer

Wolfgang Ambros hat die österreichische Regierung massiv kritisiert.
Foto: Patrick Seeger, dpa (Archiv)

Die Rechtspopulisten sind sauer auf den Liedermacher Wolfgang Ambros und teilen kräftig aus. Doch sie haben nicht mit der Gegenreaktion gerechnet.

Wolfgang Ambros war schon immer einer, der die „Goschn“ aufmacht, wenn ihm was nicht passt. Momentan passt dem österreichischen Liedermacher so einiges nicht in seinem Heimatland. Und weil der Ambros eben auch ein politischer Mensch ist, musste das irgendwann einmal raus. „Ich bin mir sicher, dass es viele braune Haufen in der FPÖ gibt“, sagt er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ über die Rechtspopulisten, die in Wien, seit Dezember mitregieren.

Wolfgang Ambros kritisiert auch Bundeskanzler Sebastian Kurz

Auch Sebastian Kurz, der jugendliche „Wunderwuzzi“, kriegt eine aufgestrichen (quasi eine verbale Watschn): „Er sagt immer das Richtige, weil er inhaltlich nix sagt. Auf die Leute wirkt das angenehm“, erklärt der Musiker das wenig schmeichelhafte Erfolgsrezept des Kanzlers, dem er vorwirft, dem Koalitionspartner „einfach alles“ durchgehen zu lassen. Zwar stellt Ambros klar, dass er seine Landsleute „für besonders hilfsbereit und gastfreundlich“ hält. Doch so weit haben offenbar nicht alle gelesen.

Im Internet tobt umgehend der rechte Mob. „Ab in den Gulag mit dem Heuchler!“, fordert einer der Pöbler in einer Mail an den Journalisten, der das Interview geführt hat. Sogar ein paar Ambros-Fans zetern mit und kündigen an, dessen Tonträger zu vernichten. Auch die FPÖ wütet. Generalsekretär Christian Hafenecker bezeichnet Ambros als „abgehalfterten Musiker“.

„Schifoan“ ist plötzlich auf Platz Eins in den Charts

Doch die Sache geht nach hinten los. Die Fans vom „Wolferl“ finden eine kreative Antwort auf den Shit-storm – und verhelfen dem größten Hit des Liedermachers zum Comeback. Kurze Zeit später steht mit „Schifoan“ ein Lied von 1976 auf Platz eins der Download-Charts in Österreich. Die FPÖ lädt Ambros zur Friedenspfeife bei „Bier und Gulasch“ ein. Doch der 66-Jährige kontert trocken: „Ich geh’ wirklich gern mit jedem auf ein Bier, mit denen aber nicht.“

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