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SUVs stärker besteuern? Ein größeres Konzept muss her

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Kommentar Von Stefan Lange
06.08.2019

Der Boom der SUVs hat das Umweltbundesamt alarmiert. Die Präsidentin fordert, sie stärker zu besteuern. Was sie aber auch berücksichtigen sollte.

Sport Utility Vehicles, kurz SUV, boomen. Mehr als 3,1 Millionen Fahrzeuge sind unterwegs, und das hat jetzt das Umweltbundesamt alarmiert. Präsidentin Maria Krautzberger plädiert dafür, SUV wegen ihres hohen CO2-Ausstoßes stärker zu besteuern.

Aber SUV sind nicht per se Teufels(fahr)zeug. Landwirte, Jäger, Pferde- und Wohnwagenbesitzer sowie einige andere Gruppen mehr profitieren von den stabilen, oft vierfach angetriebenen Fahrzeugen. In manchen ländlichen Gebieten sind sie gerade bei extremen Wetterlagen unverzichtbar.

In manchen ländlichen Gebieten sind SUV fast unverzichtbar

Wer wie Krautzberger (SPD) gegen SUV angeht, muss auch die stinkenden Touristenbusse in den Großstädten ins Visier nehmen. Oder die mehr als 3 Millionen Oldtimer sowie die etwa 4,5 Millionen Motorräder, von denen viele nur als Hobby gefahren werden.

Krautzbergers Vorstoß greift deshalb zu kurz. Nicht einzelne Aspekte machen die Luft sauberer. Erforderlich ist ein Konzept, das alle Bereiche der Mobilität und den Schutz der Umwelt zusammenfasst. Dazu gehört auch die Einsicht der Hersteller, dass groß nicht automatisch besser ist. Wenn das gelingt, kann die Abkürzung SUV bald nicht nur für „sinnlos und verzichtbar“, sondern auch für „sauber und vernünftig“ stehen.

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08.08.2019

SUV auch bekannt als Hausfrauenpanzer....
Wieviele der SUV sind denn wirklich voll geländetauglich? Wohl kaum einer. Reine Trend-Spielzeuge sind sie.
Üblicherweise auch in den oberen Preislagen daheim, also gerne mehr Steuern drauf auf diese Fehlentwicklung.

SUV können Problemlos durch die bestehenden erprobten Modelltypen ersetzt werden.

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07.08.2019

Ergänzung weil mich der lasche, nichtssagenden Kommentar so ärgert: ein Bus befördert auf der Grundfläche von vier SUV‘s im Regelfall die fast Zehnfache Menge an Passagieren bei gleichem Verbrauch und meist deutlich besserer Abgasreinigung.

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07.08.2019

Um 80kg Mensch alleine oder zusätzlich 20kg Kind morgens von der Peripherie in die Stadt und in die Schule und zurück zu schaukeln, braucht kein Mensch 2,2to Blech mit über 200PS auf 12qm.
Auch ein Jäger benötigt in 90% der Fahrten auch keinen Unimog. Und der Camper hat seinen Hänger auch nicht täglich dabei, was es rechtfertigen würde täglich mit einem kleinen Gästezimmer spazieren zu fahren.
Das ressourcenverschwendende, Unnötige Luxusgut muß einfach teurer und damit unattraktiv werden. Nicht nur in der Anschaffung, sondern im Unterhalt. Wer auf kosten der anderen sein Luxusbedürfnis oder seine Bequemlichkeit befriedigen will, muß auch dafür finanziell gerade stehen.

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06.08.2019

Die Sache mit den SUV und der 1,5-fachen Anhängelast:

https://de.wikipedia.org/wiki/Anhängelast

>> Personenkraftwagen, die gemäß der Definition in Anhang II der Richtlinie 70/156/EWG Geländefahrzeuge sind, dürfen in Deutschland Anhängelasten von bis zu einem anderthalbfachen Wert des eigenen zulässigen Gesamtgewichts ziehen (1:1,5) <<

Das hat nichts mit Straßenzustand oder Wetterlage zu tun - das ist ein 50% Vorteil ggü. einem normalen PKW.

>> Verkehrsrechtlich darf in Deutschland bei Personenkraftwagen die gezogene Anhängelast die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges nicht überschreiten (1:1) <<

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06.08.2019

Bestand Campinganhänger Deutschland:

https://www.civd.de/statistik/marktanalyse/deutscher-markt/caravans.html

>> erreichten zum Stichtag 1. Januar 2017 mit 634.183 registrierten Caravans <<

Sind ein paar mehr als die Demonstranten am Freitag?

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06.08.2019

Camper, die offensichtlich ihrem Eigeninteresse fröhnen, mit Menschen, die offensichtlich Interesse an der Beseitigung der Mißstände in der Gesellschaft haben, zu vergleichen.....
Die einen verbrauchen Ressourcen um zu faulenzen, die anderen investieren ihre Zeit um für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen.


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06.08.2019

"Landwirte, Jäger, Pferde- und Wohnwagenbesitzer sowie einige andere Gruppen mehr profitieren von den stabilen, oft vierfach angetriebenen Fahrzeugen. In manchen ländlichen Gebieten sind sie gerade bei extremen Wetterlagen unverzichtbar."
Ich wußte nicht, das wir so viele Landwirte, Jäger, Pferde- und Wohnwagenbesitzer in der Stadt haben........
Im Ernst, diese Klientel erklärt doch nicht den SUV-Boom.
Oder meinen Sie "einige andere Gruppen"? Also alle anderen Normalsterblichen, die in "ländlichen Gebieten" in der Stadt unterwegs sind?

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