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Pflege

04.06.2019

Sozialverband VdK warnt vor Mehrbelastungen durch neue Pflegereform

Verena Bentele ist die Präsidentin des mitgliederstarken Sozialverbands VdK.
Bild: Thomas Rosenthal, VdK

Exklusiv Verbandschefin Bentele fordert eine Begrenzung des Eigenanteils und Steuerzuschüsse für Finanzierung besserer Arbeitsbedingungen in der Pflege.

Der Sozialverband VdK warnt angesichts der Reform für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege vor höheren Heimgebühren. "Die notwendigen Maßnahmen der Konzertierten Aktion Pflege zur Verbesserung der Situation in der stationären Pflege dürfen aber nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehe", sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, unserer Redaktion. "Wir müssen verhindern, dass die Ausgabensteigerungen den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden", betonte die Verbandschefin. Die Pflegebedürftigen zahlten ohnehin schon enorme Summen und müssten dabei häufig ihre gesamten Ersparnisse aufbrauchen", kritisierte sie.

"Der VdK begrüßt die Pläne für eine bessere Personalausstattung, bessere Bezahlung und für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege", betonte Bentele. Die entstehenden Mehrkosten dürften jedoch nicht einfach umgewälzt werden: "Wir brauchen kurzfristig eine Begrenzung des Eigenanteils auf dem derzeitigen Niveau und mittelfristig eine Entkopplung der Eigenbeteiligung vom Entgeltniveau in der Pflege", sagte die Sozialverbandschefin. "Der VdK fordert zudem Steuerzuschüsse, die die Mehrkosten der Pflegeversicherung ausgleichen", betonte sie. "Perspektivisch muss die Pflegeversicherung in eine Vollversicherung umgewandelt werden, die die Lasten gerecht verteilt", betonte Bentele. "Die Länder fordern wir auf, endlich Ihrer Verpflichtung nachzukommen, eine angemessene pflegerische Infrastruktur durch Beteiligung an den Investitionskosten zu gewährleisten", fügte sie hinzu. (AZ)

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05.06.2019

Nur mal so allen Schlaumeiern ins Stammbuch geschrieben, die alle zusätzlichen Pflegekosten den zu Pflegenden auferlegen wollen und dies so begründen, dass sie einerseits vom „Verprassen“ des eigenen Vermögens zu Lebzeiten, andererseits von „unnötig verbleibendem Vermögen“ für die Erben - mit allen Zwischenmisstönen -schwadronieren:
Nur ein Jahr nach CDU-Ex-Gesundheitsminister Gröhes von der Union so hochgelobten „Pflegereform“ - stiegen die Eigenanteile der Pflegeheiminsassen mit einen Plus von rd. 8% wieder kräftig an! Und es geht gerade so weiter!
Insofern muss man bei den vom aktuellen CDU-Gesundheitsminister Spahn angekündigten Verbesserungen in der Pflege, die zweifellos dringend erforderlich sind, auf der Hut sein, was die Finanzierung betrifft!

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