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Studie zur Armut

06.11.2019

Viele Kinder aus armen Familien können dem Teufelskreis entkommen

Ein kleines Mädchen spielt an einem Klettergerüst auf einem Kinderspielplatz.  
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbol)

Die AWO begleitet seit 20 Jahren hunderte Menschen in einer Studie, die aufdecken soll, welche Faktoren Armut verfestigen. Die Berufswahl hat entscheidende Bedeutung.

Wer als Kind in Armut aufwächst, tut sich schwer, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Und doch schaffen es nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zwei Drittel der jungen Menschen, aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Das ist das Ergebnis eine Langzeitstudie. Der Verband hatte im Jahr 1999 die Lebensverhältnisse von knapp 900 sechsjährigen Kindern eigener Kindertageseinrichtungen untersucht und 2018 erneut 205 der damaligen Studienteilnehmer als junge Erwachsene befragt. Zwei Drittel der Befragten war im jungen Erwachsenenalter nicht mehr arm. Die zentrale Weggabelung war dabei der Übergang ins Erwachsenenalter: der Schritt ins eigene Berufsleben gilt als entscheidend.

Für junge Frauen ist das Armutsrisiko verhältnismäßig höher

Umso wichtiger sei es, dass die Bildungschancen auch für ärmere Kinder verbessert werden, so die AWO. Wer mit Mitte 20 noch arm sei, habe häufig keinen beruflichen Abschluss, sei schlechter in den Arbeitsmarkt integriert – die Gefahr, dass sich die Armut verfestigt und die Betroffenen dauerhaft auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, steigt. Vielfach entscheidend sind unterstützende Strukturen. „Die Aussagen der jungen Menschen mit Armutserfahrung verdeutlichen eine hohe Orientierungslosigkeit in der Phase der Berufswahl, die durch Angebote der Schulen und Arbeitsagentur nicht aufgefangen wird“, so die Studie. „Das ist besonders bedeutsam, da diese jungen Menschen auch im privaten Bereich oft keine Vorbilder haben und die Eltern ihnen aus Mangel an eigener Erfahrung vielfach keine Unterstützung bieten können.“

Junge Frauen sind bei gleicher Bildung einem deutlich höheren Armutsrisiko ausgesetzt. Auch wer jung eine Familie gründet, ist überdurchschnittlich häufig arm. Umgekehrt zeigt die Studie aber auch: Die Mehrheit der jungen Erwachsenen, deren Kindheit von finanzieller Sicherheit geprägt war, ist auch im weiteren Leben nicht mit Armut in Berührung gekommen.

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