Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
EU-Kommission ruft zu Laptop-Spenden für die Ukraine auf
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Krieg in der Ukraine: Die chaotische russische Teilmobilmachung

Krieg in der Ukraine
03.10.2022

Die chaotische russische Teilmobilmachung

Russische Rekruten besteigen in der Region Wolgograd einen Zug. Vielerorts verläuft die Teilmobilmachung völlig ungeordnet.
Foto: Uncredited, AP, dpa

Die Rekrutierung in Russland läuft oft völlig willkürlich ab. Videos und Erzählungen von eingezogenen Reservisten zeigen das Bild einer dysfunktionalen Armee.

Smartphones sind eigentlich verboten in der russischen Armee. Und doch schaffen es auch die nun eingezogenen Reservisten immer wieder, ihre Geräte in die Kasernen zu schmuggeln. Die Bilder und Videos, die dadurch in den sozialen Medien zirkulieren, zeigen, wie chaotisch Putins ausgerufene „Teilmobilmachung“ im Land offenbar abläuft.

„Ich weiß nicht, was mit euch passiert. Ich weiß nicht, was mit mir passiert. Ich bin selbst vor drei Tagen erst hier angekommen“, sagt eine Stimme in einem Video. Auf den Bildern sind Rücken von Menschen in Tarnfleck zu sehen, Männer in grauen Ohrenklappenmützen. Die Aufnahme soll in Batajsk aufgenommen worden sein, in der Region Rostow nicht weit von der Ukraine entfernt. Die Stimme spricht weiter: „Man hat mich zum Kommandeur dieser Einheit gemacht. Ich habe es mit der Bandscheibe, muss zudem Betablocker nehmen.“

Ein anderes Video, offenbar aus Region Jekaterinburg, zeigt eine Frau zwischen schmalen Betten, vor ihr sind einige Männer zu sehen. „Ihr werdet schlafen, wo es möglich ist. Kleidung, Schlafsäcke, all das liegt nicht vor. Durchsucht eure Auto-Verbandskästen, holt Venenstauer daraus. Und, Männer, lacht jetzt nicht: Bittet eure Frauen und Mütter um Tampons und Damenbinden“, sagt sie und fährt fort: „Die Tampons helfen bei einer offenen Wunde, kenne ich noch aus Tschetschenien. Die Binden braucht ihr als Einlagen in die Schuhe. Männer, ihr seid für euch selbst verantwortlich, ja?“

In Russland fehlen Kleider und Ausrüstung

Die Aufnahmen und auch die wenigen Erzählungen der Angehörigen spiegeln die größten Probleme der Mobilisierung wider. Es fehlt offenbar an Kleidung und Ausrüstung für die Reservisten, einberufen werden auch völlig Unerfahrene und Kranke. Manche berichten von Augenerkrankungen und HIV-Infektionen, manche brauchen einen Gehstock und werden dennoch eingezogen.

Video: AFP

Nach wenigen Tagen meldete sich der russische Präsident öffentlichkeitswirksam zu Wort. „Es gilt, alle Fehler der Teilmobilmachung zu korrigieren und alle, die ohne triftigen Grund eingezogen wurden, nach Hause zu schicken“, sagte Wladimir Putin.

Lesen Sie dazu auch

Manche der Einberufungsämter fahren mit ihrem bisherigen Prozedere weiter fort und nehmen jeden, den sie schnappen können. Ein einberufener Panzerfahrer erzählt in einem Video, dass er bereits am nächsten Tag an die Front solle. „Der Kommandeur hat bestätigt, dass es keine Vorbereitung gibt. Betet für mich. Oder auch nicht. Es ist eh alles schon entschieden.“

Russen, hauptsächlich Männer, stellen sich an, um eine kasachische Registrierung zu erhalten, nachdem sie die Grenze nach Kasachstan überquert haben.
Foto: Denis Spiridonov, AP, dpa

Viele russische Männer wollen sich der Willkür indes nicht beugen und verlassen in Scharen das Land. An die 300.000 Menschen sollen bereits die Grenze passiert haben, nach Finnland, Norwegen, in die Mongolei, nach Zentralasien und zum Südkaukasus. Allein nach Kasachstan sind laut kasachischen Behörden knapp 100.000 Russen geflohen; der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew sicherte den Menschen, die „wegen ihrer ausweglosen Lage kommen“, wie er sagte, Hilfe zu. Russische Behörden erschweren den Weggang, knapp 200 Männer sollen direkt an der Grenze den Einberufungsbescheid überreicht bekommen haben, teilten russische Behörden mit. Auch immer mehr aufnehmende Länder erschweren die Ausreise, weil sie Sicherheitsbedenken wegen der russischen Neuankömmlinge sehen und so ihre Grenzen für sie schließen.

Viele, die in Russland bleiben, suchen nach Auswegen. Manche lassen sich gar die Beine brechen, um nicht eingezogen zu werden. Andere hoffen, dass sie wegen ihrer Berufe nicht in die Armee müssen. Das Ministerium für digitale Entwicklung zählt 195 Berufe auf, die von der Mobilisierung ausgeschlossen sein sollen: IT-ler, Marketing-Experten, Mitarbeiter von Medien, Psychologen.

Videos zeigen die Planlosigkeit der Teilmobilmachung in Russland

Nach außen soll alles nach geordneten Verhältnissen aussehen. Die Videos der Eingezogenen zeigen jedoch ein Bild voller Planlosigkeit: Männer, die auf blanker Erde in Zelten im Schnee schlafen, Männer, die sich am Feuer im Wald wärmen, die sagen: „So, mir reicht es, ich gehe jetzt nach Hause.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.