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Walkertshofen

26.01.2020

Auffrischungskur für das Feuerwehr-Schmuckstück

Stellvertretender Kommandant Albert Lutz, Vorsitzender Karl Bauer, Fahnenträger Jürgen Lehle und Fahnenbegleiter Josef Seitz vom Feuerwehrverein freuen sich über die sanierte Fahne.
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Stellvertretender Kommandant Albert Lutz, Vorsitzender Karl Bauer, Fahnenträger Jürgen Lehle und Fahnenbegleiter Josef Seitz vom Feuerwehrverein freuen sich über die sanierte Fahne.
Foto: Karin Marz

Die fast 60 Jahre alte Fahne der Walkertshofer Wehr ist auf Vordermann gebracht worden. Welche Geschichte sie hinter sich hat und wie die Arbeiten ablaufen.

Sie steht für eine Gemeinschaft, bringt Zugehörigkeit zum Ausdruck und ist ein Schmuckstück. Doch wie alt sind in der Regel solche Vereinsfahnen, welchen Ursprung haben sie und was passiert, wenn sie unansehnlich geworden sind? Mit der Frage mussten sich die Verantwortlichen der Feuerwehr aus Walkertshofen befassen. Denn an deren Fahne hatte der Zahn der Zeit genagt. Etliche Stellen am Samtstoff waren eingerissen; besonders die Übergänge zu den Stickereien waren betroffen. „Es war dringend an der Zeit, wieder etwas zu unternehmen“, erinnert sich Vorsitzender Karl Bauer.

„Durch das Schwenken ist nach und nach der Stoff eingerissen. Immerhin ist die Fahne gesamt 13 Kilogramm schwer. Zudem wurde der Stoff bei der letzten Sanierung relativ günstig repariert, was heute so nicht mehr gemacht wird. Und dass der Stoff immer wieder für den Transport eingerollt werden muss, ist ebenso nicht gut für das Material“, weiß Fahnenträger Jürgen Lehle. Er hatte die Auffrischungskur angeregt. Zu der kam es dann bei einer Fachfirma aus der Oberpfalz – es war eine Rückkehr an die Geburtsstätte. Denn in Schierling wurde die Fahne vor 60 Jahren gefertigt.

Fahne der Feuerwehr Walkertshofen wird in Handarbeit wieder wie neu gemacht

Jetzt wurden die Schriften, die Jahreszahlen, die Wappen und das Eichenlaub ausgeschnitten und wieder auf einen neuen weinroten Samtstoff übertragen. Alles in Handarbeit und mit viel Fingerspitzengefühl. Auch auf der zweiten Seite der Fahne, auf der das Ortsbild Walkertshofens mit dem heiligen Florian abgebildet ist, wurde ein neuer Grundstoff aus schwarzem Brillantsamt eingezogen, die einzelnen Elemente wurden neu eingestickt und die Fransen erneuert. Die schmalen Fahnenbänder ganz oben an der Spitze wurden gewaschen, neue gespannt und imprägniert. Sie sind ebenfalls schon viele Jahre alt und wurden im Laufe der Zeit von Festdamen sowie vom Patenverein Langenneufnach zu veschiedenen Anlässen geschenkt. Auch ein Band zu Ehren der Verstorbenen des Vereins hängt an der Fahne.

Dreieinhalb Monate hat die Auffrischungskur der Fahne gedauert. „Da waren wir schon froh, dass zu dieser Zeit keine Veranstaltung auf dem Terminplan stand“, erinnert sich der stellvertretende Kommandant Albert Lutz. Denn bei kirchlichen Veranstaltungen wie Fronleichnam und Volkstrauertag, bei Beerdigungen und Hochzeiten von Vereinsmitgliedern sowie bei örtlichen Feierlichkeiten, Vereinsjubiläen und Umzügen anderer Feuerwehrvereine kommt die Fahne zum Einsatz.“ Sie ist dann so etwas wie der zentrale Treffpunkt für alle Vereinsmitglieder, an der sie sich bei Ankunft am Festgelände orientieren. Daher ist der Fahnenträger auch immer einer der ersten vor Ort und muss vor allem bei Umzügen den Weg wissen – er führt die Gruppe an.

Jürgen Lehle kümmert sich seit 24 Jahren um die Fahne der Feuerwehr

Im Augenblick trägt Jürgen Lehle die Fahne. Wie kam eigentlich zu der Aufgabe? „Man hat mir gesagt, ich soll das machen und seitdem mache ich es.“ Unterstützung erhält er von den Fahnenbegleitern Josef Seitz und Hans Kerler. Sie helfen ihm, den Haltegurt anzulegen. Sie halten bei Bedarf den Stoff, damit er nicht am Boden streift. Sie packen auch beim Aufschrauben der Haltestange an die Fahne an. Der erste Fahnenträger der Feuerwehr Walkertshofen war übrigens Alois Deuringer. Hans Lachenmayer und Hans Bäuerle waren die ersten Fahnenbegleiter. Seit 24 Jahren kümmert sich Fahnenträger Jürgen Lehle um das Schmuckstück, die in einem großen Schaukasten im Feuerwehrhaus hängt.

Insgesamt musste der Feuerwehrverein gut 8700 Euro für die Sanierung der Fahne bezahlen. Zum Vergleich: Die Ausbesserungen vor 30 Jahren kosteten 2800 Mark. Für 2000 Mark wurde sie 1961 gekauft – finanziert durch Spenden. „Heute würde die Neubeschaffung dieser Fahne circa 18000 Euro kosten“, weiß Bauer.

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