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Wirtschaft

22.09.2016

Beim Frühstück das Geschäft beflügeln

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BNI-Botschafter Stefan Haugg (links) überreicht Zahnarzt Andrej Samal eine Flasche Sekt. Er hatte vor Beginn des Treffens bei Gesprächen schon vier Visitenkarten von anderen Teilnehmern eingesammelt – so viel wie sonst keiner der Anwesenden. Etwa 80 Unternehmer kamen zur Infoveranstaltung über die Gründung eines BNI-Chapters Lechfeld am frühen Dienstagmorgen ins Hotel Gasthof Krone nach Königsbrunn.

Wie in Königsbrunn eine Netzwerk-Gruppe für Geschäftskontakte auf den Weg gebracht wird

Das hört sich verlockend an für Firmenchefs, Handwerker und Dienstleister: Auf einen Schlag den eigenen Vertrieb stärken, Dutzende weitere Geschäftskontakte erhalten, über gezielte Empfehlungen an neue Aufträge kommen. Genau das verspricht „Business Network International“ (BNI), genau das lockte jetzt etwa 80 Unternehmer und Selbstständige zu einem Frühstück ins Hotel Gasthof Krone.

Pünktlich um 7 Uhr geht es los – so wie künftig jedes der wöchentlichen Treffen des „Chapter Lechfeld“, das jetzt auf den Weg gebracht wurde. BNI (siehe Infokasten) versteht sich als Plattform für kleine und mittelständische Unternehmen und Freiberufler, die damit „ihr eigenes Netzwerk pflegen und neue interessante Geschäftskontakte knüpfen“ können. „Durch die Zusammenarbeit innerhalb eines tollen Teams werden Türen geöffnet“, wirbt Michael Morgott. Der Münchner ist Exekutivdirektor Südbayern im BNI-Franchise-System. Er erzählt gleich, wie er als Chef einer Münchner Sicherheitsfirma nach vielen fruchtlosen Versuchen, mit BMW in Kontakt zu kommen, durch einen BNI-Kontakt rasch einen hochrangigen Manager sprechen konnte. Durch BNI, so Morgott, sei das einfach: „Ihr Anruf wird bereits erwartet, Ihr potenzieller Kunde freut sich darauf.“

Viele Elemente des morgendlichen Treffens wirken wie eine gut durchorganisierte Verkaufsveranstaltung: Einzelne Mitglieder des Gründungsteams stehen auf und präsentieren in 59 Sekunden – die Zeit läuft auf einem Tablet-PC im Hintergrund ab – ihr Unternehmen und ihre Angebote. Immer wieder sind dabei Sätze zu hören, die mit „Ich suche ...“ beginnen.

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Dann folgt eine „Engagement-Runde“, in der einzelne Mitglieder ebenfalls sehr knapp Geschäftsempfehlungen für andere formulieren und für erhaltene Empfehlungen danken. Ein Raunen geht durch den Saal, als sich Immobilienverwalter Tobias Ziegler vom Führungsteam des neuen Chapters für eine Geschäftsempfehlung „im Wert von 16 500 Euro“ bedankt. Morgott findet das „fantastisch, nach einer so kurzen Aufbauphase“. Für die Umsätze, das stellt er klar, sind keine Provisionen fällig.

Später erläutert Morgott das Formular, das jeder Gast erhalten hat. „Bewerbung“ steht drauf. BNI sammelt nicht einfach Mitglieder, man wählt aus – pro Branche nur ein Mitglied. Was Morgott nicht erwähnt, aber auf dem Formular klar abzulesen ist: Die Mitgliedschaft kostet im ersten Jahr inklusive Aufnahmegebühr knapp 1300 Euro. Und nach einem Jahr muss sich jeder nochmals bewerben. Da werde dann der Einsatz für die BNI-Kollegen, die Zuverlässigkeit bei den BNI-Treffen und die Qualität der Leistungen bewertet.

Diese klaren Verpflichtungen findet Optiker Michael Griesbauer nicht schlecht. „So funktioniert es vielleicht eher als bei einem losen Zusammenschluss.“ Netzwerken sei nie verkehrt, bemerkt Christian Kunzi, Chef von FitzFitness. Er ist auch Vorsitzender des Gewerbeverbands Königsbrunn im Bund der Selbstständigen und sich nicht schlüssig, ob das BNI-Chapter Konkurrent oder Partner sein könnte.

„Networking ist durch nichts zu ersetzen“, findet auch Ralf Ritter. Der Inhaber und Geschäftsführer der Schwabmünchner Ritter GmbH sieht das vor allem für Handwerker und Dienstleister als wichtig an, er zweifelt, ob das für ihn als Chef eines Unternehmens mit 350 Mitarbeitern nützlich ist. Aber die internationalen Kontakte von BNI, das nach eigenen Angaben in 69 Ländern präsent ist, findet er interessant.

Dass BNI auch ein Franchise-Geschäftsmodell ist, stört ihn nicht: „Es ist ja auch ein Aufwand damit verbunden. Irgendjemand muss ja daran verdienen.“

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