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Oberottmarshausen

06.11.2018

Das sind die Pläne für ein neues Baugebiet

Zwischen dem Via-Claudia-Weg (im Vordergrund), der Rainstraße und der Alemannenstraße soll in Oberottmarshausen das Wohngebiet „Südlich der Rainstraße“ entstehen.
Bild: Michael Lindner

Plus Südlich der Rainstraße soll es fast 40 Grundstücke geben; und zwar nicht nur Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften. Wie das neue Gebiet aussehen soll.

Wohnungsmangel herrscht derzeit überall in der Region. Während die Menschen fieberhaft auf der Suche nach (bezahlbaren) Häusern und Wohnungen sind, versuchen die Kommunen vergeblich die hohe Nachfrage zu decken. In Oberottmarshausen wurde am Montagabend der Vorentwurf des Bebauungsplans Nummer 22 „Südlich der Rainstraße“ vorgestellt. Es ist das dritte Wohngebiet, welches die Gemeinde in den vergangenen knapp zehn Jahren in Angriff nimmt – nach den Flächen südlich der Bahnhofstraße und an der Bobinger Straße.

Grundstücke müssen mindestens 300 bzw. 450 Quadratmeter groß sein

Oberottmarshausens Bürgermeister Gerhard Mößner tritt gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung auf die Euphoriebremse. Niemand, der auf der Suche nach einem Bauplatz ist, kann sich zum jetzigen Zeitpunkt bei der Gemeinde vormerken lassen. „Wir führen noch lange keine Bewerberliste“, sagt Mößner. Das werde noch mehrere Monate dauern und rechtzeitig öffentlich bekannt gegeben. Den ersten Entwurf für den Bebauungsplan im Südosten Oberottmarshausens zwischen der Alemannen- und der Rainstraße sowie dem Via-Claudia-Weg stellte Daniela Saloustros vom Krumbacher Planungsbüro Kling Consult nun dem Gemeinderat vor. Auf dem 2,9 Hektar großen Plangebiet sollen insgesamt 38 Grundstücke zur Verfügung stehen – 17 im ersten und 21 im zweiten Bauabschnitt. Die Grundstücke für Einzelhäuser sollen dabei mindestens 450 Quadratmeter und für Doppelhaushälften mindestens 300 Quadratmeter groß sein. Maximal 40 Prozent des Grundstücks dürfen mit einem Gebäude überbaut werden.

Die Erschließung des neuen Wohngebiets erfolgt über eine Ringstraße, die eine Verlängerung der Wettersteinstraße und der Karwendelstraße ist. Zudem wird eine weitere Straße nach Norden hin zur Rainstraße errichtet. Mittels eines Fuß- und Radwegs soll der Anschluss an den östlich davon befindlichen Via-Claudia-Weg hergestellt werden. Ein zehn Meter breiter Grünstreifen ist entlang der Via Claudia für die Förderung der Aufenthaltsqualität vorgesehen. Um eine durchgrünte Wohngebietsentwicklung zu gewährleisten, muss pro Baugrundstück ein Baum gepflanzt werden, sagt Daniela Saloustros vom Planungsbüro.

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Es sind (noch) keine Flachdächer erlaubt

In dem neuen Baugebiet sind unter anderem keine Versorgungseinrichtungen erlaubt, dafür aber nicht-störende Handwerksbetriebe, Anlagen für soziale und gesundheitliche Zwecke sowie Wohngebäude. Die maximale Gebäudehöhe soll 9,5 Meter betragen; dadurch möchte die Gemeinde die offene Struktur erhalten. Ebenso sollen laut Vorentwurf nur zwei Vollgeschosse zulässig sein, dafür darf die Dachneigung zwischen 20 und 30 Grad betragen und unterschiedliche Dachformen wie Sattel-, Walm- und Zeltdach sollen erlaubt sein. Doch diese Vorgaben sorgten im Gemeinderat für Diskussionen. Während beispielsweise Thomas Zott auch Flachdächer – so wie an der Bobinger Straße – zulassen würde, lehnt Christine Egelhofer diese ab. Ein einheitliches Ortsbild – gerade bei der Ortseinfahrt – sei wichtig, ein Durcheinander beim Thema Dachformen gefalle ihr nicht.

Die Gemeinde möchte nicht nur Wohnraum für Besserverdiener und Familien, sondern auch für kleinere Haushalte anbieten. So sei das Grundstück an der nordöstlichen Ecke des ersten Bauabschnitts für ein größeres Gebäude mit insgesamt acht Wohnungen und einer Tiefgarage vorgesehen. Hans-Werner Schmitt regte an, dieses Gebäude um ein drittes Stockwerk und damit auf zwölf Wohnungen zu erweitern. Zudem schlug er vor, das südlich angrenzende Grundstück, das erst im dritten Bauabschnitt in Angriff genommen werden soll, schon jetzt ebenfalls für ein größeres Gebäude mit kleineren Wohnungen zu beplanen. Das wäre seiner Meinung nach für potenzielle Bauträger wirtschaftlich interessanter und ein sinnvollerer Umgang mit der Fläche.

Wohngebiet darf bestimmte Größe nicht überschreiten

Dieser Vorschlag fand im Gremium viel Zustimmung, allerdings könnte es dabei auch ein rechtliches Problem geben. Durch die Ausdehnung der ersten beiden Bauabschnitte könnte die Größe von 10000 Quadratmetern bebauter Wohnfläche überschritten werden – diese beträgt im vorgestellten Vorentwurf bereits 9133 Quadratmeter. Sollte der Schwellenwert überschritten werden, wäre kein beschleunigtes Verfahren mehr möglich. Das bedeutet, dass dann sowohl ein Umweltbericht als auch die Schaffung von Ausgleichsflächen nötig seien. Das Planungsbüro wird die unterschiedlichen Anregungen des Gemeinderats überprüfen und deren mögliche Umsetzungen in einer der nächsten Sitzungen vorstellen.

Bürgermeister Mößner bezeichnete den Bebauungsplanentwurf als solide. Die Gemeinde gehe sorgfältig und sparsam mit ihren Flächen um, betrachte aber auch die wirtschaftlichen Aspekte. „Wir werden nichts übers Knie brechen, die Qualität geht vor Schnelligkeit“, sagte Mößner über das weitere Vorgehen. Von Bewerberlisten oder Vergabekriterien für die Grundstücke sei man noch sehr weit entfernt. In noch fernerer Zukunft liegen die Pläne für den dritten Bauabschnitt der Wohnbebauung sowie eines potenziellen Mischgebiets östlich der Via Claudia.

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