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Schwabmünchen

19.03.2018

Der Pubertät den Schrecken nehmen

Ein entscheidender Faktor in der Pupertät sind die Netzwerke im Leben der Jugendlichen- vom Freundeskreis bis zu den sozialen Medien.
Bild: Alexander Kaya

Wenn Jugendliche erwachsen werden, ist das eine Herausforderung für die ganze Familie. Die Sozialpädagogin Cathrin Fürst bietet Lösungen an.

Wenn bei Teenagern die Hormone verrücktspielen und die Pickel sprießen, wenn die Stimme krächzt und die Stimmung schwankt – dann ist das eine turbulente Phase für die ganze Familie. „Pubertät ist eine Zeit der Veränderung, auch für Eltern“, sagt die Sozialpädagogin Cathrin Fürst. Wie Eltern diese Phase begleiten und meistern können, will sie am Dienstag, 20. März, in einem Workshop vermitteln. Das Ziel des Abends: „Wir wollen die Angst vor dieser Zeit nehmen. Jede neue Lebensphase ist zunächst eine Verunsicherung.“

Mit der Pubertät wandelt sich das Beziehungsgeflecht in einer Familie, das System wankt. „Das ist wie bei bei einem Mobile: Wenn sich an einer Stelle etwas verändert, verändert sich alles“, sagt Fürst. Den Eltern möchte Fürst für diese Zeit ein Gefühl der Souveränität vermitteln: „Die Sicherheit zu wissen, was passiert gerade mit meinem Kind.“ Und das betrifft alle Phänomene des Wandels, vom Verhalten bis zum Körper.

Während sich also das Gesamtsystem Körper verändert, stehen die Jugendlichen vor Herausforderungen, die Cathrin Fürst als Entwicklungsaufgaben bezeichnet: „Die Schule, die Lehre, neue soziale Vernetzungen, die zur Selbstständigkeit führen.“ Die Pubertät ist für Jugendliche eine Zeit der Reifung und der Abnabelung vom Elternhaus. Diese Ablösungsprozesse seien enorm wichtig, erklärt Fürst. Einen guten Draht zum pubertierenden Kind könne man aber trotzdem finden, vor allem mit viel Verständnis: „Manchmal hilft eine kleine Zeitreise in Gedanken. Wie war meine eigene Pubertät? Was hätte ich mir gewünscht?“

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Kontinuität spiele eine wichtige Rolle im Familienleben. Die Expertin empfiehlt dabei eine Analyse: „Welche Beziehung hatte ich bisher zu meinem Kind? Und was kann ich davon bewahren?“ Und mit etwas Flexibilität könne man in dieser Phase eine ganz neue Balance in der Familie finden. „Man muss das Regelwerk anpassen“, sagt Fürst und erklärt weiter: „Rituale soll es in Familien auch in dieser Zeit geben, aber sie können verhandelt werden.“ Sie veranschaulicht das an einem Beispiel: Das gemeinsame Abendessen darf eine Konstante im Familienalltag bleiben – aber über die Uhrzeit und die Rahmenbedingungen lässt sich diskutieren.

Ein entscheidender Faktor sind auch die Netzwerke im Leben der Jugendlichen, vom Freundeskreis über den Sportverein bis zu den sozialen Medien. Eltern sollten diese Strukturen im Blick behalten: „Für mich ist der Schlüssel Präsenz, also nah an den Themen der Kinder zu sein, Interesse zu zeigen und sich Zeit zu nehmen.“ Gemeinsame Aktionen könnten die Bindung stärken, zum Beispiel mit dem Sohn oder der Tochter ein Gartenhaus zu bauen. Dabei müsse man die Kinder ernst nehmen, mit all ihren Ideen und Wünschen.

Falls die Sorgen trotz aller Mühe überhandnehmen, solle man sich nicht scheuen, professionelle Unterstützung zu suchen. Die Bezeichnung als Expertin will Fürst für sich aber nicht beanspruchen: „Die wahren Experten für das Kind sind die Eltern selbst.“ Der Workshop der Sozialpädagogin soll den Eltern eine Chance zum Austausch bieten. Dort können sie Fragen sammeln und gemeinsam Ideen entwickeln. Die Leitfrage fasst Cathrin Fürst, die seit 2002 Cathrin Fürst für die St.-Gregor-Jugendhilfe im Familienbüro Schwabmünchen arbeitet, in ein sprachliches Bild: „Wie kann ich als Fels in der Brandung für das Kind bestehen?“ Beim letzten Workshop habe sie den Eltern einen Stein als Symbol auf den Weg mitgegeben.

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