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Graben

09.12.2019

Der schiefe Baum von Graben auf dem Adventsmarkt

Die Neigung des Christbaumes gehörte zu den großen Gesprächsthemen in Graben.
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Die Neigung des Christbaumes gehörte zu den großen Gesprächsthemen in Graben.
Bild: Uwe Bolten

Der Gräbinger Advent lockt Hunderte von Besucher auf den Rathausplatz. Wieso der Christbaum in diesem Jahr für besonders viel Gesprächsstoff sorgt.

Heribert wurde von den Damen des Kindergartens Pfiffikus geherzt. Er war nicht besonders schön, seine inneren Werte zählten. Er hielt sich ständig an der Vorderseite des Glühweinstandes auf, den die Erzieherinnen auf dem Gräbinger Advent betrieben. Heriberts Bauch wurde zur Freude des Pfiffikus-Teams immer voller, war es doch die Spendendose der Einrichtung in Froschform.

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Zum 28. Mal veranstaltete die Fuggergemeinde den Adventsmarkt, der durch das Engagement von Vereinen, Parteien und Organisationen zu Leben erweckt und von den Besuchern sehr gut angenommen wurde. An rund 20 Ständen erfreuten sich die Gäste mit Speisen, Getränken und kleinen Kunstgewerbeartikeln der Vorweihnachtszeit und fanden Zeit zum Gespräch. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Veranstaltung wegen eines drohenden Sturmes abgesagt wurde, hielt sich der Wind, der hin und wieder böig zwischen den Buden fegte, in Grenzen und tat der Stimmung keinen Abbruch.

Zwei Eisenbahnanlagen des Modellbahnclubs Lechfeld im Rathaus Graben

Während der Musikverein Graben mit Hauptorchester und Jugendorchester den Platz in eine jahreszeitlich angepasste musikalische Wolke hüllten, betrachteten interessierte Gäste im Foyer des Rathauses zwei Eisenbahnanlagen des Modellbahnclubs Lechfeld. Der Besuch des heiligen Nikolaus, der in Begleitung von zwei Engeln das Fest besuchte, sorgte bei den Kindern für große Augen. Er und seine Helfer kamen kaum nach, die vorbereiten Geschenke zu verteilen. Der Bürgersaal mit dem breit gestreuten Angebot an Kuchen sowie der Bastelecke für Kinder, erfreute sich ebenfalls vieler Besucher.

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Der schiefe Christbaum auf dem Gräbinger Adventsmarkt

Hervorstechendes Thema an den diversen Getränkeständen war eindeutig der große Christbaum, der vom Bauhof neben dem Rathaus aufgestellt wurde. „Der Baum hat einfach Charakter“, kommentierte Rüdiger Landto trocken das Erscheinungsbild der deutlich nach Osten geneigten Tanne. Der Baum habe einen sicheren Stand. Ob der Wind einen Beitrag für die Neigung leistete, der Stamm schief sei oder der Bauhof die Tanne leicht schräg aufbaute, kann nicht sicher geklärt werden. „Der Bauhof hat sich halt eine Überraschung ausgedacht. Gerade kann jeder“, rief ein weiterer Gast in die Diskussion am Stand des Veteranenvereins. Bemerkenswert in allen Worten war die fehlende Häme, deutlich war die Achtung gegenüber den Bauhofmitarbeitern zu spüren. „Je mehr man konsumiert, desto gerader wird er“, warf Norman Adler ein und folgte der Empfehlung von Landto, einen Spirituosen-Stand zum Christbaumloben zu besuchen. „Es zählen halt die inneren Werte“, blieb Gerald Lauterer gelassen.

Die Veranstaltung bewies die enge Verbundenheit der Bürger mit ihrer Kommune, gestützt durch das große ehrenamtliche Engagement der Standbetreiber; die Schatzmeister der Vereine freuten sich über den Zulauf des Gewinns. Das Gemurmel durch die angeregten Gespräche auf dem Platz durchzog die Lechfelder Straße, die Dunkelheit senkte sich über dem Rathausplatz, das Feuer in der Platzmitte verlieh der Veranstaltung die besondere Atmosphäre. „Wetten, dass die Veteranen das Gelände bis zum Schluss beaufsichtigen“, sagte Volkmar Angerer augenzwinkernd und verschwand in der Menge.

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