1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Dieses Theater fasziniert Kinder und Erwachsene

Königsbrunn

07.12.2016

Dieses Theater fasziniert Kinder und Erwachsene

Moussong_theater_2016_Bild_2.JPG
2 Bilder
Andächtig stehen die Kinder da und bestaunen die handgefertigten Geschöpfe des Künstlers.
Bild: Andrea Collisi

Die Geschichte „Vom Fischer und seiner Frau“ schneidet ein aktuelles Thema an. Das Moussong-Theater fand im Jugendzentrum statt.

Jahr für Jahr freuen sich nicht nur Kinder auf das Moussong-Theater, das der Kulturverein KliK immer zum Nikolausmarkt in die Stadt holt. Diesmal kamen etwa 70 Kinder und Erwachsene, um sich im Jugendzentrum Matrix die Geschichte „Vom Fischer und seiner Frau“ anzuschauen. Auch Pitt Granz, der als früherer Leiter des YouZ die Aufführung dort stets unterstützt hat, war wie viele andere Erwachsene „als großes Kind“ angetan von diesem Stück.

Bekannte Märchen und Geschichten werden aktuell aufgearbeitet

Die Faszination besteht wohl in der Mischung von Technik und Schauspiel, von Kunstfertigkeit und dem Talent, bekannte Märchen und Geschichten in einer Rahmenhandlung aktuell aufzuarbeiten und in die Gegenwart zu transportieren. Deshalb werden die Künstler mit ihren liebevollen und durchdachten Inszenierungen nicht nur regelmäßig in Schulen eingeladen, sondern auch oft zu Firmenjubiläen oder runden Geburtstagen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das Thema des Stücks in Königsbrunn, die Unzufriedenheit und Gier, die letztlich immer nur kurzfristig gestillt werden kann und auf Dauer nicht glücklich macht, ist allemal aktuell. Sven Tömösy-Moussong mimt in der Rahmenhandlung den Unzufriedenheitsforscher, der zur Dokumentation aus seinem Archiv die Kiste „Vom Fischer und seiner Frau“ hervorholt und die Erzählung von „Ilsebill, die nicht so, wie ich es will“ mit seinen Figuren darstellt. Diese will immer mehr und mehr und ist am Schluss, nachdem sie Königin, Kaiserin und sogar Päpstin wurde, immer noch unzufrieden. Zurückgeworfen auf ihr Leben als Fischersfrau spürte sie plötzlich, dass sie jetzt gar nicht mehr so unglücklich ist mit ihrem ursprünglichen Leben.

Für Familie Grotzke beispielsweise gehört der Besuch des Puppenspiels zur Vorweihnachtszeit dazu. Der zwölfjährige Felix stellt fest: „Ich finde es klasse, wie alles aufgebaut ist und auch im Spiel zusammengetragen wird.“ Der achtjährigen Schwester Anina gefällt am besten „das Mövchen“, das von Anfang bis Ende eine tragende Rolle bekommt.

Es ist nicht für ein Kindertheater, sondern für die ganze Familie gedacht

Das 1991 von Kerstin und Sven Tömosy-Moussong eröffnete Theater mit Figuren versteht sich in der Tat auch nicht als Kindertheater, sondern als Familientheater, wie der Gründer im Gespräch mit unserer Zeitung unterstreicht. „Wir machen diese Erfahrung oft, dass gerade Erwachsene genauso angezogen werden vom Puppenspiel, das ja viel mehr ist als Märchen aufführen.“

Dazu kommt die besondere Atmosphäre bei der Vorführung. Vor Beginn gibt der Puppenspieler konsequent mit „Handy aus! Essen und Trinken nein!“ sowie strengem „Sitzenbleiben!“ die Regeln vor und fordert Konzentration ein. Nach der Aufführung dürfen sich die Zuschauer die Puppen aus der Nähe anschauen und bekommen manchen Trick und manche Technik erläutert. Das freut Kinder ebenso wie Erwachsene, die erstaunt hören, wie viele Stunden Arbeit man etwa in die Gelenke der Figuren investieren muss. Nach der Vorführung im Saal bleibt etwa die Hälfte der Zuschauer und will kaum gehen. Sven Tömösy-Moussong, das spürt man, lebt gerade hier nochmals auf. Er möchte seine Freude an dieser Kunstfertigkeit weitergeben an die „Generation Computer und Smartphone“ – und er fühlt sich bestätigt, dass sein Theater noch immer die Säle füllt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20DSC07346(1).tif
Reinhartshofen

Eine musikalische Station auf dem Jakobsweg

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen