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Bobingen

20.05.2015

Doppelt ausgebremst

Das Amtsgericht im Spiegel einer Heckscheibe. Dort ging es um die Bremsmanöver eines Angeklagten und seines Verteidigers. Bild: Torsten Jordan

Ein Angeklagter bremste auf der Straße bei Bobingen zuviel. Zum Leid anderer. Sein Verteidiger macht es besser und haut vor dem Gericht die Bremse rein.

  Noch vor der Beweisaufnahme, noch ehe die Zeugen gehört werden konnten, legte im verbalen Sinn der Verteidiger eine Vollbremsung hin. Damit bremste Rechtsanwalt Hartmut Dinkelacker – ob seiner Weitsicht – den Einspruch seines Mandanten gegen einen Strafbefehl aus. So blieb es denn für seinen Mandanten bei der hier festgesetzten Geldstrafe in Höhe von 600 Euro (15 Tagessätze zu je 40 Euro) wegen Nötigung im Straßenverkehr. Der Führerschein bleibt dem Mann somit erhalten.

Bei diesem von Richterin Susanne Hillebrand geführten Strafverfahren ging es sicherlich in erster Linie um den „grauen Lappen“. Auch wenn sich der aus dem Raum Augsburg stammende Angeklagte überzeugt gab, dass „an der ganzen Sache nix dran ist“. So ganz wohl schien es ihm dennoch nicht zu sein. So hatte auch sein Anwalt durchblicken lassen: „Man weiß ja nie, was bei der Beweisaufnahme so rauskommen könnte...“

Außerdem stelle man sich einen Autohändler ohne Führerschein vor. Das wäre vermutlich so, als würde er seine Gebrauchtwagen ohne Reifen zum Kauf anbieten.

Vorgeworfen wurde dem Mann laut Anklage, mehrmals zwischen Bobingen und Königsbrunn einen anderen Verkehrsteilnehmer nach seinem Überholvorgang bis zum Stillstand abgebremst zu haben. Einmal sogar vor und anschließend auch noch nach einem Kreisverkehr. Beide Pkw, hier der BMW des Angeklagten, dort der Audi A4 des Zeugen, hatten wahrlich genug Pferdestärken unter der Motorhaube. Da nun der Einspruch gegen den Strafbefehl zurückgenommen wurde, ist das Urteil rechtskräftig. Der Mann konnte heimfahren.

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