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Bobingen

31.05.2018

Ein Jahrzehnt soziales Engagement

Noch sind die Regale und Kisten voll, aber in wenigen Stunden werden Waltraud Trinker und ihre Mitarbeiter vom Bobinger Tisch die Lebensmittel an Bedürftige verteilt haben.
Bild: Ingeborg Anderson

Seit nunmehr zehn Jahren helfen die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Bobinger Tisch finanziell benachteiligten Menschen dabei, ihre elementaren Bedürfnisse zu decken

Noch sind die Regale und Kisten gut gefüllt mit Nudeln, Reis, Konserven, mit Backwaren sowie frischem Obst und Gemüse. Aber schon wenige Stunden später wird dieser, an einen kleinen Supermarkt erinnernde Raum am Mayerweg 26 wie leer gefegt sein. Dann nämlich haben die Kunden des Bobinger Tisches alles abgeholt und ihre Lebensmittel für die kommende Woche gesichert.

Die Stimmung, die dann bei den ehrenamtlichen Helfern herrscht, beschreibt Mitarbeiterin Claudia Hammacher so: „ Für mich ist es ein schöner Moment, wenn alles verteilt ist und jeder etwas bekommen hat, das ihm über die nächsten Tage hilft“, sagt sie. Waren oder finanzielle Hilfen kommen von Geschäften und privaten Spendern.

Vor nunmehr zehn Jahren wurde der Bobinger Tisch auf Anregung des damaligen Stadtpfarrers Albert Mahl ins Leben gerufen. „Chefin“ Waltraud Trinker war von Anfang an dabei. „Am 5. Mai 2008 haben wir in der Garage des Hauses an der Rathausstraße angefangen. Im September stellte uns die Stadt dann das Haus zur Verfügung. Wir haben mit Hilfe von Sponsoren alles selbst renoviert. Und voriges Jahr konnten wir in das Haus am Mayerweg umziehen“, erinnert sie sich.

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Anfangs waren es zwölf Ehrenamtliche, die 25 Hilfsbedürftige versorgten. Das waren überwiegend Senioren mit kleiner Rente und Alleinerziehende. „Früher haben wir unsere Kunden manchmal auch außerhalb der Essensausgabe mit Hilfeleistungen unterstützt. Das ist heute nicht mehr möglich“, sagt Waltraud Trinker.

Denn das Spektrum der Bedürftigen hat sich erheblich erweitert – mehr junge Familien, die durch Arbeitslosigkeit oder Niedriglohn in Not gerieten, kamen hinzu. Und seit einigen Jahren auch Flüchtlinge, aber nur solche, die vom Landratsamt anerkannt sind. Da wird manchmal mit Händen und Füßen kommuniziert und von den Mitarbeitern des Tisches ist Einfühlungsvermögen in die kulturellen Hintergründe gefordert.

29 Mitarbeiter hat der Bobinger Tisch heute und diese versorgen zirka 150 Kunden. Sie kennen ihre Kunden und deren Bedürfnisse, deshalb wird jeder bei der Lebensmittelausgabe, die einmal wöchentlich am Dienstag stattfindet, wie im Tante Emma-Laden individuell bedient. Aber die Hilfe umfasst nicht nur Nahrungsmittel – es wird auch Kleidung verteilt und das Kulturamt stellt ein kleines Kontingent an Eintrittskarten für Veranstaltungen zur Verfügung.

Außerdem aquirieren die Mitarbeiter unermüdlich durch Aktionen wie Kleiderbörsen, Feiern oder Flohmärkte zusätzliche Mittel. „Und trotzdem reicht es nicht immer, besonders knapp sind Obst und Gemüse“, klagt Waltraud Trinker. Im Sommer entspannt sich die Lage diesbezüglich etwas, weil Bürger Gemüse aus ihrem Garten vorbei bringen. Wie hoch ist der Zeitaufwand für die Mitarbeiter? „Eigentlich ein Vollzeitjob“, sagt Waltraud Trinker. Anerkennung für dieses enorme ehrenamtliche Engagement erhielten die Mitarbeiter als 2015 die Stadt erstmals einen Sozialpreis vergab und damit den Bobinger Tisch (zusammen mit dem Helferkreis Asyl) auszeichnete.

Feier Am Samstag, 9. Juni, soll das Zehnjährige gefeiert werden: Um 11 Uhr findet im Mayerweg 26 ein ökumenischer Gottesdienst statt, daran anschließend gemütliches Beisammensein.

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