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Oberottmarshausen

23.11.2018

Gute Nachrichten für den Gemeindewald

Oberottmarshausens Bürgermeister Gerhard Mößner (rechts) erhält bei der Bürgerversammlung das Revierbuch für den Gemeindewald von Forstdirektor Hubert Meßmer (Mitte) und Forstsachverständiger Alfred Raunecker.
Bild: Michael Lindner

In Oberottmarshausen wird alle 20 Jahre ein Gutachten erstellt. Das aktuelle Ergebnis gibt Anlass zur Freude.

welchem Zustand ist der Wald? Wie hat er sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt? Und wie soll er in den nächsten 20 Jahren bewirtschaftet werden? Dies sind die drei zentralen Bereiche mit denen sich der Forstsachverständiger Alfred Raunecker in den vergangenen neun Monaten beschäftigt hat. Seine Aufgabe war es, den mehr als 50 Hektar großen Gemeindewald von Oberottmarshausen zu untersuchen. Das Ergebnis stellte er mit Forstdirektor Hubert Meßmer kürzlich bei der Bürgerversammlung der Gemeinde den knapp 100 Zuhörern vor.

Meßmer erklärte, dass ein solches Forstbetriebsgutachten laut Gesetz alle 20 Jahre erstellt werden müsse. Nach zehn Jahren gebe es eine Zwischenrevision da die langfristige Planung durch Sturmschäden oder den Befall durch Borkenkäfer „über den Haufen“ geworfen werden kann. Bei der Bestandsaufnahme beispielsweise werde das Alter der Bäume, die Art der Hölzer und deren Menge aufgelistet und in einem Revierbuch festgehalten.

Nachhaltiges Forsten seit 1713

Da der Wald vielfältige Funktionen wie Lebensraum, Klima, Wasserschutz, Holzertrag oder Erholung für die Menschen erfülle, müsse die forstliche Nachhaltigkeit eingehalten werden. Das bedeutet, dass nicht mehr Holz aus dem Wald entnommen werden soll als in derselben Zeit nachwachse, so Meßmer. In einem kurzen geschichtlichen Abriss erklärte der Forstdirekter, dass der Begriff der Nachhaltigkeit 1713 vor dem Hintergrund einer zunehmenden überregionalen Holznot erstmals von Hans Carl von Carlowitz verwendet wurde. Von solchen Sorgen sei man heutzutage in Oberottmarshausen allerdings weit entfernt, beruhigte Raunecker.

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Mehr noch: Der Vorrat sei laut dem Forstsachverständigem in den vergangenen 20 Jahren von 118 Festmeter pro Hektar auf 143 gesteigert worden. Und das obwohl in den vergangenen 20 Jahren deutlich mehr Holz genutzt wurde, als in dem damaligen Gutachten festgehalten. Durchschnittlich waren es 197 Festmeter statt der geplanten 105 Festmeter. „Die Planung war damals sehr vorsichtig. Aber trotz der höheren Nutzung ist der Vorrat gestiegen“, lobte Raunecker.

Vorrat im Gemeindewald soll weiter steigen

Der Plan für die Zukunft lautet deshalb: In den nächsten zehn Jahren sollen 180 Festmeter, in zehn bis 20 Jahren dann 190 Festmeter genutzt werden, so Raunecker. Der Vorrat werde im selben Zeitraum voraussichtlich auf 200 Festmeter pro Hektar steigern. „Die forstliche Nachhaltigkeit wird also eingehalten“, stellte der Experte zufrieden fest.

Altbürgermeister Siegfried Theimer wollte wissen, ob bei der Analyse die extrem unterschiedlichen Böden berücksichtigt wurden. Raunecker erklärte, dass bei der Planung der erste Blick immer auf die angesprochene Bodenkarte ging. Auf die Frage eines Bürgers, wie gesund der Wald sei, sagte Raunecker, dass dieser vital sei, aber ganz extrem unter der Trockenphase leide. Zudem sei der Borkenkäfer gefährlich. Meßmer hob hervor, dass der Vorteil eines Mischwaldes sei, dass es immer Arten gebe, die gut mit dem Wetter zurechtkommen und welche, die leiden.

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