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27.07.2010

Hähnchenmast: Bauern treten für Kollegen ein

Langerringen Der geplante Maststall mit 39 500 Hähnchen in Langerringen beschäftigt weiter das Dorf: Die Bürgerinitiative (BI) hat 470 Unterschriften gesammelt und im Landratsamt abgegeben, nun melden sich auch die örtlichen Landwirte zu Wort. Sie setzen sich für ihren Berufskollegen Matthias Mayr, der den Stall bauen möchte, ein.

"Bei aller Kritik muss man sachlich und fair bleiben", betont Gerhard Ringler, Gemeinderat und selbst Landwirt. Das sei bei der BI jedoch nicht immer der Fall. "Wir möchten nicht, dass unser Berufskollege persönlich angegriffen wird", sagt Herbert Grassl.

Auf einem Handzettel fordert die BI, dass "die Profitinteressen eines einzelnen nicht höher stehen sollten als die berechtigten Interessen vieler Langerringer Bürger". Horst Marz, Chef der BI sieht ein solches Vorgehen als "legal" an: "Wir wollen auf keinen Fall einen Maststall in der Nähe von Wohnungen."

Stallgröße entspricht etwa 40 Kühen plus Nachzucht

Hähnchenmast: Bauern treten für Kollegen ein

Die Langerringer Landwirte ärgern sich des Weiteren über die "Falschinformationen, die die BI verbreitet". Durch den Betrieb entstehe im Ort nach Angaben von Ortsobmann Ferdinand Vogt ein Verkehrsaufkommen von 0,3 Lkw pro Tag im Jahr, jeden dritten Tag ein Laster. Auch die Größe des Stalls sei nicht ungewöhnlich. "Umgerechnet entsprechen die 39 500 Hähnchen etwa 40 Kühen mit Nachzucht - eine völlig normale Größe", erklärt Landwirt Christoph Egger. Viele Menschen wollen zwar auf dem Land leben, aber kein Landleben dazu, sagt Ferdinand Vogt. Solche großen Mastställe seien die Konsequenz des Verbraucherverhaltens, klagen die Landwirte: Gute Qualität müsse möglichst günstig sein.

Letztlich entscheidet das Landratsamt, ob der Hähnchenmaststall gebaut wird oder nicht. Dabei hat die Behörde keinen Ermessensspielraum. Wenn alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind, erteilt das Landratsamt die Genehmigung. Die Entscheidung soll demnächst fallen. Sollte die Behörde den Maststall genehmigen, ist für Horst Marz klar: "Der Kampf geht weiter." Notfalls will die Langerringer Bürgerinitiative vor dem Verwaltungsgericht klagen.

Gestern abend war der geplante Hähnchenmaststall auch noch einmal Thema in der Gemeinderatssitzung. (nap)

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