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Wieskirche

08.08.2016

Hier hängt der Himmel nicht nur voller Geigen

Das Lech-Wertach-Orchester unter der Leitung von Wolfgang Scherer spielte sein alljährliches Kirchenkonzert vor über 300 Zuhörern.
Bild: Lech-Wertach-Begegnungsland

Zuhörer bedanken sich beim Lech-Wertach-Orchester des Begegnungslandes mit lauten Bravorufen. Zwei Solisten und eine Sopranistin setzen dem Konzert die Krone auf

Im Rokoko-Weltkulturerbe Wieskirche bei Steingaden gab das Lech-Wertach-Orchester unter der Leitung von Wolfgang Scherer sein alljährliches Kirchenkonzert vor über 300 Zuhörern, die das Jugendsinfonieorchester des Begegnungslandes begeistert feierten. Im sonnendurchfluteten Kirchenraum begann das Konzert mit „Gabriella’s Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“, zart interpretiert von der Sopranistin Lea Steinke. Zusammen mit den beiden anderen Solisten Simone Werner (Mezzosopran) und Wolfgang Wirsching (Bariton) setzte sie dem Konzert die Krone auf.

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Dem besinnlichen Eingangslied folgte die Fanfarensinfonie von Jean-Joseph Mouret, bei welcher das Orchester hymnisch unterstrich, dass der Himmel nicht nur voller Geigen hängt. Auch Pauken, Trompeten, Flöten, Klarinetten, Violoncello, Gitarre, Cembalo, Orgel und Marimbafon meldeten sich solistisch und konzertant zu Wort und füllten die Kirche mit Bach und Mozart, Elgar und Cohen.

Man sah die Königin mit ihrem Hofstaat förmlich einziehen

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Förmlich mit ihrem Hofstaat einziehen sah man die Königin von Saba bei Händels „The Entrance of the Queen of Sheeba“, bei der besonders das Flötenregister des 50-köpfigen Orchesters glänzte. Dem Publikum fiel es schwer, sich an die Bitte des Dirigenten zu halten, erst zum Schluss zu applaudieren.

„Soli Deo Gloria“ – das Orchester löste dieses Versprechen mit Musik aus Händels Oratorien „Messias“ und „Salomon“ und mit Festmusiken, die schon Krönungszeremonien in England ihren prunkvollen Rahmen gaben, ein. Wolfgang Thoma, international renommierter Organist aus Aystetten, glänzte mit virtuoser Darbietung der Orgelfantasie in f-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart und der Toccata und Fuge a-Moll zum 100. Todestag von Max Reger.

Was der junge Mozart zu komponieren imstande war, hörten die Besucher von Simone Werner: „Conservati fedele“, eine Arie für Mezzosopran und Orchester, die der zehnjährige Knabe vor genau 260 Jahren niederschrieb. Die erste Preisträgerin des Bundes-Gesangswettbewerbs „Jugend musiziert“ bezauberte mit innigem Ausdruck und ausdrucksstarker Stimme. Wolfgang Wirsching, unter anderem Bariton am Bayerischen Landestheater, vermittelte großartig interpretierend Bachs Arie „Großer Herr und starker König“ (Solotrompete: Ida König, Bobingen), sowie aus dem Messias von G. F. Händel die Arie „Why do the Nations“. Dabei begleitete aufmerksam das Kammerorchester mit der Continuogruppe Markus Göppel (Orgelpositiv, Schwabmünchen), Michael Günther (Violoncello, Türkheim) und Theresa Maresch (Fagott, Bobingen).

Bachs Menuett und Badinerie aus der h-Moll-Suite hörte man in der ungewöhnlich aparten Besetzung mit Flöte (Annalena Eichberger, Bergheim) und Marimbafon (Johannes Göppel, Bobingen). Die Blechbläser ließen zusammen mit Wolfgang Thoma an der neuen Wiesorgel mächtig den „Marche royale“ von Jean-Baptiste Lully erklingen, nachdem die 15-jährige Lisa-Maria Günther (Türkheim), erste Bundespreisträgerin bei „Jugend musiziert“, das Adagio aus dem Violinkonzert G-Dur, KV 216 von W.A. Mozart mit samtweich-innigem Ton vorgetragen hatte.

Dirigent und Orchesterleiter Wolfgang Scherer bewies auch in seinem 22. Wieskonzert, wie das Jugendorchester dem sakralen Ort angemessen und mit Temperament zum Lobe Gottes und zur Erbauung der Besucher begeistern kann. Die Zuhörer, die wieder zahlreich auch aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung angereist waren, dankten es mit Bravorufen und stehenden Ovationen. (SZ)

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