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Wehringen

10.12.2018

Hunderte Zuschauer kommen zum „Kripple Schauen“

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2 Bilder
Die große Reich-Krippe mit ihren beeindruckenden Ausmaßen war ein Anziehungspunkt der Krippenausstellung in Wehringen.
Bild: Anja Fischer

Im Wehringer Bürgersaal sind echte Raritäten zu sehen. Darunter ist eine Krippe mit 200 Jahre alten Figuren.

In der Zeit des Wehringer Weihnachtsmarktes, findet stets auch im Bürgersaal eine passende Veranstaltung statt. In diesem Jahr war es wieder die beliebte Krippenausstellung, die Hunderte Besucher zum „Kripple Schauen“ lockte.

Schon im Foyer des Wehringer Bürgersaals begrüßte die Gäste die erste Krippe. Hier wurde sie noch vom Gartenbauverein Wehringen hindekoriert. Im Saal des Bürgerhauses legten die Organisatoren der Wehringer Krippenausstellung dann wieder selbst Hand an, um die rund vierzig ausgestellten Krippenszenen in den passenden Rahmen zu setzen. Ulrich und Fanny Egger, Konrad Egger, Benno Ortlieb, Josef Öschay, die Familie Ehlers, Alfred Klotz, Veronika Schreier, Renate Müller und Mechthild Werner hatten die zur Verfügung gestellten Krippen zwischen Tannenzweigen, Moos und wunderschön geschmückten Tannenbäumen passend arrangiert und beleuchtet.

Eröffnung am Vorabend des Marktes hat Tradition

Besondere Krippen waren die Schubert-Krippe des Bezirks Schwaben, die Krippe aus der Wehringer Kirche und die Reich-Krippe. Eine gute Tradition sei die Ausstellungseröffnung am Vorabend des Weihnachtsmarktes, sagte Bürgermeister Manfred Nerlinger: „Und gerade wenn die Adventszeit recht hektisch ist, dann habe ich an diesem Abend doch das erste Mal das Gefühl, dass Weihnachten wirklich vor der Tür steht.“ Er erklärte: „Kaum ein Begriff ist so positiv besetzt wie Weihnachtskrippe. Das ist sicher verständlich, ist die Krippe doch ein Symbol für die wohl schönste Botschaft der Welt.“

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1990 habe die erste Krippenausstellung in Wehringen stattgefunden, in diesem Jahr war es die fünfzehnte. Die Krippenausstellung wechselt dabei stets mit einer Ausstellung der Landkreiskünstler ab. Ebenfalls zur Tradition gehört es, dass die Ausstellungen vom Wehringer Chor „Meridian“ mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern eröffnet werden. „Ohne dessen schöne Lieder ist Weihnachten nicht denkbar“, sagte der Bürgermeister.

Aufbau der Reichkrippe dauert mehrere Tage

Allein der Aufbau der Reichkrippe mit ihren rund dreihundert Figuren nahm mehrere Tage in Anspruch. Bei der Eröffnung erzählte Mechthild Werner den Besuchern noch einige wissenswerte Besonderheiten zur Krippe. So habe wohl der Erbauer der bekannten Reich-Krippe, Franz Reich (1869-1944), ein gelernter Schreiner, das meiste an dieser Krippe gefertigt, beim Fundus dabei seien aber auch Figuren, die schon aus der Zeit um 1820 stammen. „Das legt den Schluss nahe, dass der Krippenbau eine Familientradition war und schon Vater und Großvater Krippen fertigten“, sagte Werner.

Sie erklärte: „Die Häuserzeile ganz oben soll Jerusalem darstellen. Unten ist das Leben der damaligen Zeit mit Soldaten, Handwerkern und Tieren zu sehen. Und in einer dritten Ebene kann man die Höhle mit der Darstellung von der Geburt Christi erkennen.“

So wie jetzt sei die Reich-Krippe im Original aber wohl nie aufgebaut gewesen, denn „die Figuren gehörten zu mindestens sechs verschiedenen Bildern wie der Geburt Christi, die Heiligen Drei Könige, die Flucht nach Ägypten, Jesus im Tempel oder die Hochzeit zu Kanaan.“ Ein interessantes Detail: Eine alte Quittung belegt, dass Franz Reich dereinst nach Augsburg auf den Christkindlesmarkt fuhr, um dort die eine oder andere Figur zu erstehen. Jetzt ist die Reich-Krippe ein Stück Wehringer Geschichte zum Ansehen in der Vorweihnachtszeit. 

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