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Königsbrunn

11.07.2019

Kein Wohnraum über dem Globus-Warenhaus in Königsbrunn

Das Industriegebiet Nord in Königsbrunn von Südwesten aus gesehen. In der unteren Bildhälfte sind die Hochhäuser an der Augsburger Straße zu sehen, darüber das ehemalige Hochtief-Areal, auf dem die Handelskette Globus ein großflächiges SB-Warenhaus erreichten will.
Bild: Andreas Aigner

Die Idee der Freien Wähler für Wohnraum über dem geplanten Globus-Warenhaus überzeugt den Investor nicht.

Ein „neues Modell des Wohnens“ in Deutschland haben die Freien Wähler (FW) entdeckt: „Wohnen im beziehungsweise über dem Shopping-Center“. In einem Brief an Bürgermeister Feigl und die Mitglieder des Stadtrats zählen sie dazu sechs Projekte von Hamburg über Berlin (2000 Wohnungen über Aldi-Discountern in Lichtenberg und Neukölln) und Stuttgart (483 Wohnungen im Shopping-Center Gerber und Milaneo) bis Taufkirchen (sechsgeschossiger Wohnbau über der Lindenpassage mit 180 Wohnungen) auf und fragen: „Eine Idee für das ehemalige Hoch-Tief-Gelände?“ Dort will die Globus-Holding ein SB-Warenhaus bauen und betreiben, seit Jahren wird vor Gericht über die Baugenehmigung des Landratsamts gestritten. Die Stadtverwaltung möge diese Idee doch bitte mit dem Investor abklären, so die Bitte der Freien Wähler.

Die Beispiele hätten wenig mit Königsbrunn zu tun, meint das Bauamt

Im Bauausschuss wies Werner Lohmann, der Leiter des technischen Bauamts, darauf hin, dass die angeführten Beispiele sämtliche in „überwiegend integrierten Innenstadtlagen oder Lagen in verdichtet zu entwickelnden Umstrukturierungsflächen“ angesiedelt sind. Die haben wenig gemein mit dem Gewerbegebiet Nord. FW-Fraktionsvorsitzender Jürgen Raab reagierte kühl. Er sei nicht an einer Einschätzung des Bauamts interessiert, sondern wolle die Reaktion auf diese Anregung erfahren.

Das Unternehmen mit Sitz im Saarland, das in Deutschland und Osteuropa Baumärkte und großflächige SB-Warenhäuser betreibt, sehe Wohnungsbau „nicht als sein Kerngeschäft“, informierte dann Bürgermeister Franz Feigl über die Kontakte. Beim Warenhaus werde es dort Anlieferverkehr zu Nachtzeiten geben, was wohl zu Konflikten mit künftigen Bewohnern führen würde. Auch der Park + Ride Parkplatz, den die Stadt auf dem Areal nahe einer künftigen Tramhaltestelle wünscht, werde wohl zu solchen Konflikten beitragen, merkte Feigl an.

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Der Bauausschuss will erst einen Bebauungsplan, aber dafür fehlen die Kapazitäten

Die Anfrage eines Investors, der auf einem Grundstück an Ende der Dr.-Heinz-Fischer-Straße (sie zweigt östlich der Grundschule Nord von der Heidestraße ab) vier bis fünf Wohnhäuser bauen wollte, beschied der Ausschuss nach nichtöffentlicher Beratung erst mal negativ. Wie Bürgermeister Feigl dazu mitteilte, liege das fragliche Grundstück im Außenbereich, ehe über eine Bebauung gesprochen werden könne, müsse dafür ein Bebauungsplan erarbeitet und verabschiedet werden. Die Bauverwaltung habe dafür aber in absehbarer Zeit keine Kapazitäten frei. Dem Investor wurde jedoch aufgezeigt, er könne durch ein Planungsbüro - in Abstimmung mit der Stadt - auch selbst einen Bebauungsplan ausarbeiten lassen.

Bei der Sitzung gab der Bauausschuss ohne Aussprache auch grünes Licht für das Bauvorhaben des Vereins für Gartenbau und Landespflege. Der will an der Egerländer Straße 2 auf einem städtischen Grundstück zwischen Parkplatz, Realschule und Tennis-Club, ein Obst- und Gartenzentrum errichten (wir berichteten). Auslöser des Vorhabens ist, dass die Räume des Vereins im Feuerwehrhaus deutlich zu klein geworden sind.

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