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Königsbrunn

27.11.2019

Königsbrunner Wassergebühren werden neu berechnet

Rund 90 Meter in die Tiefe führen die Tiefbrunnen der Königsbrunner Stadtwerke, die in der gefliesten Brunnenstube münden. In der Mitte wird normalerweise das geförderte Trinkwasser nach oben gepumpt, hier ist eine Leitung für Sanierungsarbeiten gelegt.
Bild: Hermann Schmid (Archivfoto)

Politische Entscheidungen und große Bauprojekte bescheren Königsbrunns kommunalem Wasserversorger ein größeres Minus. Das wirkt sich auf die Bürger aus.

Stadtwerke fristen meistens ein Schattendasein. Wie wichtig ihre Arbeit ist, fällt nur auf, wenn etwas schiefgeht. Die Königsbrunner Wasserversorgung funktioniert, abgesehen von dem kurzen Ausfall vor zweieinhalb Jahren, problemlos. Bei der Planung für das Jahr 2020 fällt das Kommunalunternehmen jetzt wieder auf. Das kalkulierte Minus ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Grund dafür ist aber nicht, dass etwas schiefgegangen ist, sondern dass dringende Investitionen umgesetzt werden müssen.

Mit einem Verlust von 1,18 Millionen rechnet Rainhard Schöler, der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, für das Jahr 2020. Im laufenden Jahr kalkuliert man mit einem Verlust von etwa 460000 Euro, wie Schöler am Dienstagabend auch den Werkausschuss des Stadtrats informierte.

Die Wassergebühren werden anders berechnet

Die deutliche Steigerung hat Gründe. Einer davon ist die neue Berechnungsgrundlage für die Wassergebühren. Bislang wurde als Maßstab die Grundstücksgröße und die dort maximal mögliche Bebauung genommen. Dagegen hatten sich Bürger unter dem Namen „Wasserrebellen“ gewehrt und die daraus hervorgegangene Bürgerbewegung Königsbrunn (BbK) hatte im Stadtrat eine Änderung des Systems angeregt, der das Gremium zugestimmt hat.

Nun zählt neben der Grundstücksgröße die tatsächliche Bebauung (Geschoßfläche). Diese wiederum muss nun für jedes Grundstück überprüft werden. Dieser Arbeitsschritt soll im kommenden Jahr erledigt werden und verursacht Mehrkosten von 200000 Euro.

Sicherheitsvorkehrungen bei der Straßenbahntrasse

Weitere 200000 Euro investieren die Stadtwerke in die Leitungen im Bereich der Trasse der Straßenbahn-Linie 3. Die Wasserrohre queren die Strecke in diesem Bereich mehrfach. Damit bei einem Rohrbruch die Trasse nicht beschädigt wird, werden die Leitungen mit einem speziellen Hüllrohr ummantelt. Dieses verhindert, dass austretendes Wasser nach oben fließt und das Gleisbett beschädigt, sagt Schöler: „Das Wasser wird seitlich herausgedrückt.“

Weitere Mehrkosten entstehen durch die Verbesserung des Busverkehrs. Die Stadt bezahlt einen Anteil für die Verstärkung des Takts der Linie 100 zum Meringer Bahnhof und für den Ausbau der Linie 782 zur ganztägigen Verbindung zum Bobinger Bahnhof und zur Wertachklinik. Dafür fallen im kommenden Jahr 115000 Euro an.

Hinzukommt, dass auch für die Stadt der Strom teurer wird. Bei der turnusmäßigen Ausschreibung der Versorgung kam eine Teuerung heraus, die den Stadtwerken Mehrkosten von 135000 Euro verursacht. Mit den Abschreibungen für den Neubau des Wasserwerks und Kreditzinsen machen diese Punkte Gesamtkosten von 760000 Euro aus. Weil in den kommenden Jahren noch weitere Investitionen anstehen, müssen sich die Bürger in Zukunft auf moderat höhere Wasserpreise einstellen. Das hat Bürgermeister Franz Feigl in der Vergangenheit immer wieder betont. Die derzeitigen Gebühren gelten noch für das kommende Jahr. 2020 wird der Stadtrat dann die Preise bis 2024 festlegen.

Die Leitungen in Königsbrunn sollen schrittweise erneuert werden

Die Leitungs-Infrastruktur der Stadt soll in den nächsten Jahren Schritt für Schritt erneuert werden. Eine große Maßnahme steht im Zuge der Umgestaltung der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße an. Außerdem stehen im Haushaltsentwurf Arbeiten in der Guldenstraße, die Fertigstellung an der Fuggerstraße/Tannenstraße sowie Planungen im westlichen Bereich Fichten-/Heidestraße. Ob diese Projekte umgesetzt werden, muss aber noch der Stadtrat im Zuge der Haushaltsberatungen entscheiden. In allen Fällen bitten Bürgermeister und die Verantwortlichen der Stadtwerke die Anwohner, im Zuge der Arbeiten in ihrer Straße auch die Hausanschlüsse erneuern zu lassen. „Im Zweifel können wir ihnen ein deutlich günstigeres Angebot machen“, sagte Bürgermeister Franz Feigl zuletzt bei der Bürgerversammlung.

Im Gegenzug könnten alte Hausanschlüsse im Schadensfall große Probleme und Verunreinigungen des gesamten Netzes verursachen. Dass das Wasserwerk keine Schwierigkeiten mehr macht, dafür sollte der Neubau auf dem Gelände an der St.-Johannes-Straße sorgen. Doch das 2,2 Millionen Euro teure Projekt hängt weiterhin im Zeitplan. Immer wieder schrieb die Stadt Arbeitsschritte aus, bekam aber kein Angebot von Baufirmen.

Nun hofft man, den Zeitplan einhalten zu können, den Rudolf Willer, der technische Werkleiter, bei der Bürgerversammlung vorgestellt hatte. Im Dezember sollen die trockenen Testläufe für die neue Steuerungstechnik beginnen. Im Herbst 2020 soll das neue Werk dann mit einem Jahr Verspätung ans Netz gehen.

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