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Wehringen

15.08.2019

Lesestoff für Gartenfreunde

Waltraud Egger, Hans Thalhoder, Peter Fischer und Helmut Zott (von links) freuen sich, dass das Projekt gut angenommen wird.

Eine ungewöhnliche Aktion am Wasserturm in Wehringen soll die Freude am Garteln fördern.

Eine neue Telefonzelle? Und das in Zeiten des Smartphones? Ein näherer Blick auf das scheinbar aus der Zeit gefallene Objekt verrät, was es damit auf sich hat: Auf den Scheiben prangt das Logo des Gartenbauvereins Wehringen und statt des Telefonapparates befindet sich im Inneren ein Regal mit Büchern. Genauer: mit Gartenbüchern.

Am Anfang stand der Traum von einer englischen Telefonzelle

Vereinsvorsitzender Helmut Zott erzählt, wie das Projekt zustande kam: „Einige unserer Mitglieder hatten die Idee und eigentlich haben sie von einer original englischen Telefonzelle geträumt, aber das hat nicht geklappt. Diese Telefonzelle haben wir von Auto Tierhold bekommen und sie war in einem erbärmlichen Zustand“, erinnert er sich.

Aber das war kein Hindernis für Peter Fischer und Hans Thalhofer. Die abblätternde gelbe Farbe der Telefonzelle entfernten sie durch Sandstrahlen, dann wurde sie pulverbeschichtet – in dunkelrot. So entspricht sie zumindest farblich dem englischen Wunschobjekt. Neue Scheiben wurden eingesetzt und Peter Fischer verpasste ihr ein neues Dach und ein Fundament aus Beton.

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Keine Romane erwünscht

Für den Lesestoff in der nun zur Bücherzelle mutierten Telefonzelle sorgen die Mitglieder des Gartenbauvereins. Es gibt darin Bücher mit Anregungen für die Gestaltung verschiedener Gartentypen, mit Tipps zur Gartenpflege und zum erfolgreichen Anbau von Obst und Gemüse. „Jeder, der sich für ein Buch interessiert, kann es mitnehmen, es behalten oder zurückbringen oder auch von sich Gartenbücher einstellen“, erklärt Waltraud Egger das Konzept. Und Hans Thalhofer fügt hinzu: „Aber ausschließlich Fachbücher zum Thema Garten sollen hier sein, wir wollen hier keine Romane.“

Er, Waltraud Egger und Peter Fischer haben den Bücherbestand gut im Blick. Sie berichten, dass das Angebot gut angenommen werde, weil der „Bestand“ wechselt. Besonders gefragt sind die Gartenzeitschriften, unabhängig davon ob sie aktuell oder aus vergangenen Jahrzehnten sind. „Sie enthalten doch immer Tipps und man kann sehen, was sich beim Gärtnern geändert hat und was gleich geblieben ist“, sagt Waltraud Egger, die Zweite Vorsitzende.

Werbung für den Garten

Mit dieser Aktion verbinden die Mitglieder des Wehringer Vereins für Gartenbau und Landespflege außerdem ein Anliegen: Nämlich das, auf die Schönheit eines Gartens mit seinen vielfältigen Pflanzen und Farben gegenüber der Öde und Hässlichkeit der sich ausbreitenden steinernen Gärten hinzuweisen.

Und die Gestalter dieses Projekts haben scheinbar an alles gedacht. Denn sollte einen nachts die Leselust auf Gartenbücher überkommen – kein Problem. Sobald die Tür zu dieser Mini-Bibliothek geöffnet wird, wird es hell in der Fundgrube für Gartenbücher.

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