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Schwabmünchen

31.01.2019

Lustige Lesung: Goethes Faust erhält neue Fakten

Oliver Pötzsch gibt Goethes Faust eine ganz neue Richtung.
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Oliver Pötzsch gibt Goethes Faust eine ganz neue Richtung.
Bild: Radloff

Autor Oliver Pötzsch gibt dem Klassiker in der Buchhandlung Schmid in Schwabmunchen eine ganz neue Richtung

Millionen von Schülern wurden mit ihm geplagt, Hunderttausende wissenschaftliche Buchseiten gefüllt, Hunderte Theorien über sein Leben und dessen Hintergründe aufgestellt, und trotzdem ist es nicht so ganz ergründet. Eine ganz neue Darstellungsweise von Dr. Faust bot jetzt Oliver Pötzsch, und zwar in der Buchhandlung Schmid in Schwabmünchen, und das auch noch auf eine spannende, amüsante und informative Art und Weise.

„Es gab bislang keinen Unterhaltungsroman zu Faust“

Seine Aussage war eigentlich unglaublich: „Es gab bisher nicht einen einzigen Unterhaltungsroman zu Faust.“ Oliver Pötzsch, der Autor weltbekannter Historienromane, sagt das nicht ohne Stolz, denn ihm gelang es, dem vor allem durch Goethe bekannten Stoff eine neue Richtung zu geben und ihm ganz neue Fakten hinzuzufügen. „Als ich eines Tages aus Knittlingen, einem kleinen Ort im Trauchgau, wegen Verkehrsproblemen nicht mehr wegkam, stieß ich dort auf die Geschichte von Dr. Johann Georg Faust, der dort um 1500 wirklich gelebt haben soll, besuchte das dortige Museum, fand spannende Informationen und beschloss, einen Entwicklungsroman zu schreiben.“

Oliver Pötzsch mischt Historisches und Erdachtes zusammen

Und der Autor, berühmt vor allem durch sein Buch „Die Henkerstochter“, mischt in seinem neuesten Werk Historisches und Erdachtes zu einem 700-seitigen Buch und einer aufregenden, interessanten und erhellenden Geschichte um das Leben, die Liebe und die Magie. Warum ihn Stoffe wie die des Faust so interessieren? „Ich habe diese Figur –Quacksalber, Alchemist, Zauberer, Mystiker – schon in der Schule geliebt, auch wegen seiner Zerrissenheit zwischen Gut und Böse, was ihn sehr menschlich macht“, erzählt Pötzsch, der eine besondere Beziehung zum Mittelalter und der Renaissance entwickelte, weil sie die Welt so extrem verändert hat. Und es gibt noch einen Grund, und zwar für die meisten seiner Bücher: „Geschichte schreibt die besten Geschichten“, sagt er und liest einige Passagen aus seinem Faust-Buch „Der Spielmann“.

Doch das ist nur ein Teil des aufregenden Abends in der Buchhandlung. Mindestens ebenso spannend fanden die aufmerksamen Zuhörer seine wohl historisch verbürgten Informationen zu Faust, sein umfassendes Geschichtswissen, seine mitgebrachten Utensilien wie magische Alraune-Wurzeln, Mumia (gemahlenes Mumienpulver) oder sein selbst gebrannter Terriac-Schnaps, der bei allen Krankheiten hilft – angeblich. Abgerundet wurde der gelungene Abend durch die musikalische Untermalung mit historischen Instrumenten von Veronika Rüfer und Valentin Schmitt. Der Abend endete mit viel Applaus und nicht so wie das Leben des Johann Georg Faust: Er hat sich angeblich bei einem wissenschaftlichen Versuch in die Luft gejagt. (rr-)

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