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Königsbrunn

12.07.2019

Martin-Luther-Haus ist bald kein Gemeindezentrum mehr

Die Handwerker haben im Martin-Luther-Haus bereits mit den Umbaumaßnahmen begonnen. Ab September soll hier eine Kindertagesstätte untergebracht werden. Deshalb zieht die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde am Sonntag vorzeitig aus.
Bild: Andrea Collisi

Das Gemeindezentrum in Königsbrunn wird geschlossen und mit dem letzten Gottesdienst einem weltlichen Zweck übergeben. Die Gemeindemitglieder nehmen Abschied.

Dass das Martin-Luther-Haus (MLH) als Gemeindezentrum mit festem Gottesdienstraum aufgegeben wird, war seitens des Kirchenvorstandes der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Johannes im vergangenen Jahr bereits einstimmig beschlossen worden. Für kein Gemeindemitglied kam es somit völlig überraschend. Es ist lediglich der Zeitpunkt, der ein dreiviertel Jahr vorrückt.

Ursprünglich sollte im April 2020 das Haus für immer geschlossen und eigentlich abgebrochen werden. Ein Aufschrei ging durch die sogenannte „MLH-Gemeinde“, die natürlich in all den Jahren – 1981 war das Gemeindezentrum eröffnet und geweiht worden – ihr Gebäude lieb gewonnen hatte und so viele schöne Erlebnisse damit verband. Das können Pfarrer Ernst Sperber und alle anderen Gesprächspartner aus dem Kirchenvorstand, die zu einem Hintergrundgespräch mit unserer Zeitung zusammenkamen, nachvollziehen. Im Gegenteil: Die meisten haben dort ebenfalls seit Jahrzehnten Gottesdienste gefeiert, Gebetskreise geführt, Kindergottesdienste und Kinderbibelwochen, Taufen und Hochzeiten zelebriert oder auch besonders in früheren Jahren regelmäßig Gemeindefeste organisiert.

Das Gebäude wird nun eine Kindertagesstätte

Nun heißt es also Abschied nehmen und natürlich ist das schwer, das würde niemand der Anwesenden bestreiten. Ein großes seelisches Trostpflaster für alle Trauernden um ihren Gottesdienstraum ist jedoch die Tatsache, dass das Haus, das durchaus nach fast 40 Jahren in Einigem sanierungsbedürftig aber dennoch für die meisten noch „Pfennig-gut“ war, nicht abgerissen wird, sondern vorerst zur Kindertagesstätte umgebaut wird (wir berichteten). Das Trauma, das viele Königsbrunner mit dem Abbruch des Ulrichs-Saals empfunden hatten und dem damaligen Pfarrer Bernd Weidner sehr übel nahmen, geht also doch an den evangelischen Gemeindemitgliedern vorbei. Heute wird das Gebäude neben der katholischen Kirche Sankt Ulrich, das Platz für einige soziale Einrichtungen sowie Wohnraum für erwachsene behinderte Menschen bietet, gerade von unterschiedlichen Architektenbüros, die für Planungen städtischer Bauprojekte hierhergeholt wurden, als einer der schönsten Plätze von Königsbrunn bezeichnet und vor allem als einen großzügiges städtisches Entrée für die Brunnenstadt bewertet.

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Das Martin-Luther-Haus wird jetzt jedoch nicht einmal abgerissen, sondern lediglich umfunktioniert. Zumindest für eine bestimmte Zeit, in welcher die Stadt Königsbrunn nach neuen Plätzen für Kindertagesstätten sucht und bauen wird, wird im MLH Platz für eine Kindertagesstätte sein - die ersten Baumaßnahmen und Malerarbeiten haben bereits begonnen. Darum jetzt auch die Dringlichkeit und Schnelligkeit, mit der alles gehen muss.

Ab Mitte September soll die Kindertagesstätte in Betrieb gehen

Ab Mitte September will man den Kleinen bereits eine neue Heimstätte geben. „Das freut uns natürlich alle sehr, dass wir für die Kinder den neuen Platz bieten können und auch die Eltern und Mütter entlasten, die darauf angewiesen sind“, spricht Diakon Thomas Pötschke es aus. Pfarrer Sperber ergänzt: „Und wir sind der Stadt Königsbrunn dankbar, dass sie so zügig und konstruktiv an die Baumaßnahmen ging.“

Für ihn, wie die Dekanin Doris Sperber-Hartmann, ist klar, dass man auch Elemente, die in dem sicher jüngeren und damit wohl moderneren Gemeindezentrum ausprobiert und installiert wurden, aufgreifen wird, wie beispielsweise das Kirchencafé nach dem Gottesdienst.„Kirche ist Pilgerschaft und Christsein ist Veränderung“, drückt Sperber-Hartmann es treffend aus.

Am Sonntag wird man zunächst den Gottesdienst im Martin-Luther-Haus beginnen. Dann in einer Prozession zur Kirche St. Johannes gehen und dabei das Vorsteherkreuz, liturgische Gegenstände und die Altarbibel mitführen. In der Kirche wird dann der Gottesdienst mit einem Abendmahl abgeschlossen. Anschließend gibt es noch die Möglichkeit, im Gemeindezentrum bei Kaffee und Kuchen ein wenig zusammenzusitzen.

Der letzte Gottesdienst im Martin-Luther-Haus beginnt am Sonntag, 14. Juli, um 14 Uhr.

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