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Kultur

29.05.2015

Mit Geißfuß und Grabstichel

Anneliese Hirschvogl ist eine sehr vielseitige Künstlerin. Das zeigen auch ihre Holzdrucke, die sie jetzt in Stadtbergen ausstellt. Foto: Peter Stöbich

„SchichtSicht“ nennt Anneliese Hirschvogl ihre aktuelle Ausstellung mit Holzschnitten

Vorzeichnen, schneiden, einfärben, walzen, trocknen - die alte Kunst des Holzschnitts erfordert viel Geschick und Geduld. Beides besitzt Anneliese Hirschvogl, die zwei Dutzend ihrer Werke noch bis zum 8. Juni im Rathaus von Stadtbergen präsentiert. Die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin ist vielen Bobingern bestens bekannt: Als Mitglied im Kunstverein war sie neun Jahre lang dessen stellvertretende Vorsitzende, einen Teil ihrer Arbeiten kann man im Grafik-Kabinett im Unteren Schlösschen bewundern.

Sie hat ihre aktuelle Ausstellung „SchichtSicht“ genannt, „wobei die Schicht-Technik die Textur der Papiere und die dabei entstehenden tiefgründigen Räume meint“, erläutert sie. Werden diese erkennbar, weisen sie auf das Thema „Sicht“ hin. Hirschvogl: „Sicht in Bild- und Titelfindung beinhaltet meist auch die Sehnsucht nach Licht.“

Begonnen hatte sie ihre berufliche Laufbahn ganz bürgerlich als Angestellte beim Bayerischen Rundfunk. „Aber schon damals hat man mich immer geholt, wenn es ums Kreative ging: Geburtstagskarten malen, Gedichte schreiben und vieles mehr.“ Bei Kursen lernte sie professionelle Tipps und Tricks, beim Aktzeichnen ihren Mann Rolf kennen und lieben. Beide haben einen Blick für das Besondere, er als Fotograf, sie als Malerin: „Von der Sonne beschienene Hobelspäne zum Beispiel, sind wunderschöne Locken - ein anderer sieht darin nur unnützen Abfall.“

Wie ihre meisten Arbeiten sind auch die Collagen und Holzschnitte in der jüngsten Ausstellung buchstäblich vielschichtig und tragen zum Nachdenken anregende Titel wie Ein- oder Nachsicht.

Der Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren, bei dem ein reliefartiger hölzerner Druckstock verwendet wird, um Grafiken zu erzeugen. Zur Herstellung des Druckstocks werden von einem glatt gehobelten Holzbrett mit Schneidemessern die nicht druckenden Teile entfernt und die erhabenen Teile danach eingefärbt und abgedruckt. „Die Liebe zur Natur ist unverkennbar in den Holzschnitten“, sagt sie, „ist doch das Material direkt aus ihr herausgeschnitten!“

Geißfuß und Grabstichel sind nur zwei von zahlreichen Spezialwerkzeugen, mit deren Hilfe Hirschvogl vielfarbige, teils übereinander liegende Motive herstellt. Die Künstlerin setzte sich schon in Jugendjahren mit Akt- und Kopfzeichnen auseinander und nahm Unterricht in München. Die angeeigneten Praktiken vervollständigte sie mit persönlichem Stil. In den 80er Jahren erwarb sie den Telekollegabschluss „Moderne Kunst“. Nach dem Ausbau des eigenen Ateliers war die Welt offen für freies Schaffen und Ausstellungen. Anneliese Hirschvogl ist langjähriges Mitglied im Berufsverband bildender Künstler (BBK) Augsburg Schwaben-Nord sowie in den Kunstvereinen Bobingen und Aichach.

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