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Langerringen

26.10.2019

Posaunenchor und Orgelsolistin im Duett

Der Langerringer Posaunenchor erfüllte die kleine Johanneskirche mit seinen Klängen.
Bild: Hieronymus Schneider

In der Langerringer Johanneskirche wird Gott in den höchsten Tönen gelobt.

Die kleine evangelisch-lutherische Gemeinde Langerringen hat einen eigenen Posaunenchor, um den sie viele weitaus größere Pfarrgemeinden beneiden. Dessen Leiter Wolfgang Forster hat ein feierliches Konzert mit erfahrenen und jungen Blechbläsern arrangiert, denn die Ausbildung des Nachwuchses liegt ihm besonders am Herzen.

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Abgerundet wurde das Kirchenkonzert mit klassischer Orgelmusik, perfekt intoniert von Anna-Magdalena Bucreev. Sie hat unter ihrem Mädchennamen Prell in der Langerringer Gemeinde mit dem Orgelspiel begonnen und es im Studium an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford/Westfalen bis zum Masterabschluss perfektioniert.

Mit der Prozession der Edlen von Rimsky-Korsakow eröffnete der Posaunenchor die feierliche Stunde, um dann ganz weit in die Musikgeschichte zurückzugreifen. Das „Verbum caro factum es“ (Das Wort wurde Fleisch) von Hans Leo Hassler wurde 1591 erstmals in Nürnberg aufgeführt. Mehr als ein Jahrhundert später schuf Johann Sebastian Bach sein Vivace für Orgel aus der Trisonate in G-Dur, meisterhaft vorgetragen von Anna-Magdalena Bucreev.

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In Langerringen gibt es Stücke von Mouret bis Carpentier zu hören

Die Bläser antworteten darauf mit dem „Rondeau Gracieusement Allegro“ aus der barocken Suite von Jean-Joseph Mouret. Die vier Jungbläser Henrike Abromeit, Leon Kunzmann, Felix Botzenhardt und Paul Abromeit zeigten beim weltbekannten Präludium von Marc Antoine Carpentier und dem „Air“ von Georg Philipp Telemann ihr bereits beträchtliches Können. Im Wechsel mit dem Adagio für Orgel von Carl Philipp Emanuel Bach aus dem 18. Jahrhundert erschallte das „Trumpet Voluntary“ des Blechbläser-Ensembles von William Boyce aus der gleichen Zeitepoche in der anglikanischen Kirche. Danach ging die musikalische Reise weiter nach Italien, und zwar in die Zeit der Renaissance im 17. Jahrhundert. Das damals populäre Lied „More Pallatino“ wurde das Grundgerüst für virtuose Werke auf Tasteninstrumenten.

In der Version Italian Ground von Orlando Gibbons wurden die Tasten durch die Bläser ersetzt. Mit dem Spiritual „Josuah fit the battle of Jericho“ ließen die Jungbläser symbolisch die Mauern von Jericho einstürzen, ohne Schaden an der Kirche zu hinterlassen. Dass man mit der Orgel auch in die Welt des Blues eintauchen kann, bewies Anna-Magdalena Bucreev mit dem Arrangement „Die ganze Welt“ von ihrem Professor Hans Martin Kiefer.

Mit den Kompositionen „Make a joyful sound“ und „Let’s all praise the Lord“ des an der Musikhochschule Würzburg lehrenden US-Amerikaners Richard Roblee leitete der Posaunenchor nach einem Orgelvorspiel zum Schlusslied „Erd und Himmel sollen singen“ über. Orgel und Posaunenchor begleiteten den Kirchengesang.

Pfarrer Martin Kögel, der im Posaunenchor mitspielt, sprach den Besuchern den Segen Gottes zu – und nach den Zugaben lud der Posaunenchor zu einem Stehempfang mit Häppchen und Getränken ins evangelische Gemeindehaus ein.

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