1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Schwabmünchner wandert barfuß fürs Kinderhospiz

Wanderung

15.04.2019

Schwabmünchner wandert barfuß fürs Kinderhospiz

Rainer Graf aus Schwabmünchen läuft im Sommer 91 Kilometer barfuß über den Meraner Höhenweg, um ein Kinderhospiz zu unterstützen.
Bild: Graf

Plus Rainer Graf will sieben Tage ohne Schuhe über 91 Kilometer und 6000 Höhenmeter laufen. Er möchte mit dieser Aktion Spenden für todkranke Kinder sammeln.

Rainer Graf ist stolz darauf, wohin ihn seine Füße tragen. Sie halten auch sichtlich was aus. Kein Wunder: Sie sind gut trainiert. Außer bei der Arbeit ist er immer barfuß unterwegs. Dass die Sohlen entsprechend vom Staub der Straße gegerbt erscheinen, zeigt er ungeniert her. Barfuß zu gehen kann er zur Gesundheit nur empfehlen.

Für das Kinderhospiz Sankt Nikolaus in Bad Grönenbach wagt der 51-jährige Schwabmünchner im Juli sogar eine siebentägige Wandertour ohne Schuhe auf dem 91 Kilometer langen Meraner Höhenweg Nord. Die Herausforderung wird sein, barfuß auf steinigen Wanderwegen bei Wind und Wetter mehr als 6000 Höhenmeter zurückzulegen, unter den nackten Fußsohlen Geröll, Tannennadeln, Äste, Zweige, rutschige Bachläufe, matschige Wiesen und heißen Asphalt.

An der höchsten Stelle der Tour geht es auf das Eisjöchl mit 2985 Höhenmetern. Rainer Graf möchte mit seiner Aktion Spenden für das Kinderhospiz sammeln und auf die engagierte Hospizarbeit aufmerksam machen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das steckt hinter dem Projekt

Stellt sich die Frage: Warum tut er das? „An allem ist eigentlich der Deal mit dem Universum schuld. Ich bin an einem Punkt im Leben angelangt, an dem ich mich beim Universum bedanken möchte“, sagt er. Bedanken für ein erfülltes Leben und, dass er Vater eines gesunden, erwachsenen Sohnes sein darf. Die Vorstellung, dass Kinder vor ihren Eltern gehen müssen, sei für ihn unerträglich. „Eltern, die 24 Stunden und 365 Tage im Jahr für ihr krankes Kind sorgen, verdienen all unseren Respekt und unsere Unterstützung. Mit kleinen Gesten können wir alle diese Familien unterstützen, die lernen mussten, wie man aus Zitronen täglich Limonade zaubert, ja zaubern muss“, erklärt er.

Graf nahm im Jahr 2014 durch eine Ernährungsumstellung in sieben Monaten 60 Kilogramm ab. Und damit begann ein neues und unglaublich interessantes Leben für ihn, das mit dem vorherigen kaum mehr etwas gemein hatte. „Ich fühlte mich wie neugeboren und es wurde mir plötzlich klar: Man selbst ist nicht der Nabel der Welt“, sagt Rainer Graf. Für ihn bedeutet nun jeder Tag ein Neuanfang.

Für Kinder, denen durch eine Krankheit nur noch wenige Tage in diesem Leben vergönnt sind, möchte Rainer Graf daher etwas tun. Durch sein eigenes Glück wurde ihm klar: „Jetzt muss etwas Verrücktes passieren, um mit medialer Aufmerksamkeit das Kinderhospiz St. Nikolaus positiv in den öffentlichen Alltag zu rücken. Jeder sollte wissen, dass dort auch gelacht wird und Familien glücklich sind, da sie eine Auszeit vom stressigen Alltag nehmen dürfen. Dass dort nicht nur gestorben, wie jeder meint, sondern vor allem gelebt wird.“

Planungen laufen seit Januar

Aus dem anfänglichen zaghaften Gedanken, für dieses Kinderhospiz etwas zu tun, entstand eine große Vision – die Idee seiner „Barfußtour“ war geboren. Im Januar 2019 begannen schließlich die ersten Planungen. Der Arbeitgeber erlaubte die Mitnahme der Überstunden bis in den Juli. Ein Freund zeichnete das Logo der Aktion, das „BarfußHerz“, erstellte eine Homepage und eine Kalkulation.

Rainer Graf wünscht sich, mit seiner Aktion viele Menschen zu begeistern. Er möchte über die Homepage www.barfussherz.de und unterwegs Spenden sammeln, um damit einerseits die Grundfinanzierung für die Tour selbst, aber natürlich auch weitere Spenden für das Kinderhospiz zu ermöglichen.

Zur Tour wird es darüber hinaus Tutorials mit Tipps zum Mitwandern, Barfußgehen und zur Fußpflege geben, ebenso Clips zu den Ereignissen und dem Vorankommen dieser Aktion. Finden wird man diese auch auf Youtube, Insta-gram und Facebook.

Natürlich wird Rainer Graf angesprochen, ob die Wanderung nicht viel zu gefährlich ist, so ganz ohne Schuhe. Oder mit den Worten seines erwachsenen Sohnes: „Is des ned arschgfährlich?“ Die Antwort Grafs lautet immer: „Diese Kinder haben keine Möglichkeit, eine schützende Gummisohle zwischen sich und ihr Krankheitsschicksal zu bringen. Und darauf möchte ich barfuß aufmerksam machen.“

Rainer Graf möchte auch seine Lebenseinstellung weitergeben, Menschen berühren und Themen anstoßen: „Uns ist es vergönnt, jeden Tag zu leben. Dies ist ein Geschenk, über das man nicht jammern sollte.“

Spenden Für die Tour selbst werden 980 Euro benötigt, gesammelt wird im Netz unter www.gofundme.com/barfuss-fur-das-kinder-hospiz. Wer direkt auf das Konto des Kinderhospiz spenden will, kann das unter dem Stichwort „BarfussHerz“ bei der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim, IBAN DE32 7315 0000 0010 2297 06, BIC BYLADEM1MLM.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Globus_Ruesselsheim_Aussenansicht.tif
Königsbrunn

Damit Globus nicht zum Damokles-Schwert wird

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen