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27.07.2010

Sorgen und Hoffnungen im Martin-Luther-Haus

Über die künftige Form der Gottesdienste im Martin-Luther-Haus diskutierte dort die Gemeindeversammlung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Foto: Schmid
Bild: Schmid

Königsbrunn Eine Lebensweisheit brasilianischer Fischer stieß bei der Gemeindeversammlung im Martin-Luther-Haus auf viel Zustimmung - aber sie konnte nicht alle Sorgen entkräften. Dekan Volker Haug hatte vor knapp 50 Mitgliedern der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde das Treffen mit einem Zitat vorgetragen. Auf die Frage, warum Jesus mit Petrus einen Fischer zum Hüter seiner Gemeinschaft berufen habe, habe es - in einer am Meer gelegenen Kirchengemeinde - diese Antwort gegeben: "Wer sich zu Land bewegt, baut eine Straße - und jeder benützt sie. Fischer aber müssen jeden Tag eine neue Route suchen, denn es kann immer sein, dass die Route von gestern nicht zu den Fischen von heute führt."

Bands und kreative Elemente regelmäßig im Gottesdienst

Die "Fische von heute" wurden in der Aussprache dann zum Synonym für Menschen zwischen 20 und 50, die, wie mehrfach festgestellt wurde, in den Sonntagsgottesdiensten in der Johanneskirche und im Martin-Luther-Haus (MLH) nur selten zu finden sind. Sie sollen nun speziell im MLH mit einem neuen Konzept für Gottesdienste mit Bands und kreativen Elementen gezielt angesprochen werden. Das hat der evangelisch-lutherische Kirchenvorstand beschlossen, in den kommenden Wochen sollen dafür im MLH einige bauliche Veränderungen umgesetzt werden (wir berichteten).

"Die Idee hätte zuvor diskutiert werden müssen", war eine Anmerkung aus dem Kreis der Teilnehmer. Es gab weitere kritische Fragen und Kommentare: Wo sollen denn nun die älteren Menschen, die einen immer größeren Teil der Besucher im MLH stellen, hingehen? Bisherige Musikformen würden "mit der Holzhammermethode" ausgeschlossen, war zu hören.

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"Ich bin für Experimente, aber dagegen, dass etwas Wichtiges unter den Tisch fällt", äußerte Prof. Dr. Gerhard Baumann, der wohl die Bedenken mancher Gemeindemitglieder aussprach, "mir wurde etwas Bewährtes genommen."

"Auch im Martin-Luther-Haus ist die Zahl der Gottesdienstbesucher zurückgegangen", stellte Martha Bobinger fest, da sei es die Aufgabe des Kirchenvorstands, darauf zu reagieren. In der Johanneskirche gebe es ja weiter die bewährte, traditionelle Feier, argumentierte sie.

Keine Form werde ausgegrenzt, unterstrich auch ihr Kollege im Kirchenvorstand, Herbert Lauterbach. "Die Leichtigkeit und Lebendigkeit der neuen Form fasziniert", mit ihr könne man "mehr Fische in unserem Schwarm erreichen", warb er für das neue Konzept.

Der Vertrauensmann im Kirchenvorstand, Reimar Paschke und auch Dekan Volker Haug betonten, dass im Kirchenvorstand zwar eine Grundsatzentscheidung gefallen sei, das neue Konzept für ein Jahr umzusetzen und dann über die Weiterführung zu entscheiden - doch die konkrete Umsetzung sei "noch nicht betoniert". Sie sicherten zu, Anregungen aus der Gemeindeversammlung - etwa die, künftig Sonntagsgottesdienste in St. Johannes und im Martin-Luther-Haus zeitgleich zu feiern - im Kirchenvorstand zu prüfen. "Lasst uns den Weg wagen", appellierte Dekan Haug an die Runde - und auch darüber hinaus.

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