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31.07.2010

Stopp-Zeichen hält Kinder im Zaum

Mit der "Stopp-Hand" kann ich mich wehren, und der andere muss darauf hören, sagen Grundschüler in Bobingen. Hier gestalten zwei Mädchen ein Schild dazu. Foto: St.-Gregor-Jugendhilfe
Bild: St.-Gregor-Jugendhilfe

Bobingen Eigentlich geht es um Sicherheit. Sicherheit, ungestört zu sein, ungestört zu arbeiten und ungestört unterrichten zu können. Mit zwei Projekten begegnen Lehrkräfte und Elternbeirat in der Laurentius-Grundschule Bobingen einem Grundproblem an allen Schulen: Störungen im Unterricht und in den Pausen. Bereits im Schuljahr 2008/2009 hat die Sozialpädagogin Rosemarie Langhammer von der St.-Gregor-Kinder-, -Jugend- und -Familienhilfe das Gewaltpräventions-Projekt "Du und ich" angeregt und in Zusammenarbeit mit Rektorin Waltraud Goers und den Lehrkräften sowie dem Elternbeirat konzipiert.

Dabei ging es um Verhaltensregeln und deren Einhaltung im Schulgebäude und während der Pausen. Im Klassentraining wurden Regeln und Sanktionen bei deren Nichteinhaltung mit Kindern erarbeitet und angewendet.

Schubsen, Störungen, Rücksichtslosigkeit oder gar offene Gewalt wurde vom betroffenen Kind mit einem "Stopp" gekennzeichnet. Danach wurde das Kind, das sich falsch verhalten hat, von der Aufsichtsperson befragt und zur Reflexion aufgefordert: "Was hast du gemacht?", "Gegen welche Regel hast du verstoßen?" Die Regeln wurden dann auf der "Nachdenk-Bank" noch einmal gedanklich nachvollzogen. Inzwischen wurde das Projekt "Du und ich", bei dem Kinder den Umgang mit sich selbst und anderen reflektieren und einüben können, nach Rücksprache mit dem Elternbeirat weitergeführt und ins Klassenzimmer "verlegt". Ziel ist, dass jedes Kind zu bestmöglichen Lernergebnissen kommen kann und sich wohlfühlt. Das Projekt soll im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden. "Jeder hat das Recht, ungestört zu lernen und die Lehrkraft hat das Recht, ungestört zu unterrichten", erläutert Waltraud Goers. "Um dies erreichen zu können, haben wir sieben wichtige Regeln vereinbart, die für alle Kinder gleichermaßen gelten: ruhiges Arbeiten, achten von Eigentum, zuhören, sprechen erst nach Aufforderung durch Lehrer, Rücksicht usw.

Rosemarie Langhammer, Jugendsozialarbeiterin an der Schule, hat mit einigen engagierten Lehrern einen Regelkatalog mit passenden Bildern auf Kärtchen gebracht. Dieses Kompendium des guten Benehmens ist für alle verbindlich. Das Projekt wurde auf einer Lehrerfortbildung in Dillingen vorgestellt und fand großen Anklang. Das Lehrerkollegium in Bobingen ist äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. Bei den Kindern ist die "Stopp-Hand" mittlerweile ein Instrument geworden, das ihnen hilft zu zeigen, wann ihnen etwas zu viel wird. Die Pausenhofsituation habe sich entspannt: weniger Ermahnungen, weniger Diskussionen.

Religionslehrerin Marion Reiter: "Das Projekt ,Du und ich' hat mir das Unterrichten sehr erleichtert, da es nun allgemein verbindliche Regeln gibt und eine einheitliche Vorgehensweise vereinbart ist. Ich möchte es nicht mehr missen." Sie hat beobachtet, dass die Zahl der Störungen um gut zwei Drittel zurückgegangen ist. Und der neunjährige Tim ist erleichtert: "Mit der ,Stopp-Hand' kann ich mich wehren, und der andere muss darauf hören." (SZ)

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