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Mickhausen

28.10.2018

Theater: Ein Hypochonder mit Schweingrippe

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2 Bilder
Jungbauer Max (Jürgen Demmel) ist wieder einmal „schwer“ erkrankt. Seine Frau Rosa (Carola Maier), der Dorfpfarrer (Stephan Knöpfle) und Viehhändler Anton (Georg Reiter, von links) überlegen, wie er rasch wieder auf die Beine kommt.
Bild: Walter Kleber

Mit einer „Rosskur für Schlawiner“ feiern die Mickhauser Theaterspieler eine gelungene Premiere. Das Stück ist mit reichlich Lokalkolorit angereichert.

Mit einem Lachschlager, der so recht nach dem Geschmack des Publikums ist, sind die Mickhauser Theaterspieler in die neue Bühnensaison gestartet. Bei der Premiere im örtlichen Schlosshofsaal wurde deutlich, dass Spielleiter Gerhard Gollwitzer mit dem Lustspiel „Rosskur für Schlawiner“ von Erfolgsautorin Beate Irmisch auch heuer wieder einen Volltreffer mit reichlich Verwicklungen und Verwechslungen ausgesucht hat. Das textsichere und gut aufgelegte Ensemble sprühte nur so vor Spielfreude und kostete die mit viel Lokalkolorit angereicherten Dialoge genüsslich aus. Das Publikum geizte nicht mit Szenenapplaus und goutierte die Angriffe auf das Zwerchfell immer wieder mit herzhaften Lachsalven.

Max, der Jungbauer vom Prosselhof, nervt seine Familie mit eingebildeten Krankheiten. Beim kleinsten Wehwehchen hütet der Hypochonder tagelang das Krankenbett. Jürgen Demmel gibt den wehleidigen, von Schmerzen gekrümmten Jammerlappen, der sich – sein baldiges Ableben vor Augen – den lieben langen Tag im Nachthemd zwischen Sofa und Schlafzimmer hin und her schleppt.

Die Frau muss die Hofarbeit übernehmen

Die Arbeit auf dem Hof überlässt er lieber seiner jungen Frau Rosa (Carola Maier), seinem Vater Franz (Norbert Demmel) und der vorlauten Magd Bruni (Julia Ramminger). Fürsorge und Unterstützung beim Auskurieren seiner eingebildeten Leiden erfährt er nur von seiner Tante Leni. Die eingefleischte Jungfer – Karina Wiedemann mit gewohnt resolutem Zungenschlag – hat Max aufgezogen und dabei ordentlich verzogen.

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Gemeindeschwester Agathe, die „Rabiate“ (Silvia Ramminger), die mit rauen Methoden nicht nur die Zipperlein der Dorfbewohner kuriert, sondern sich auch um deren Viehbestand kümmert, behandelt im Hause Prossel auch den Zuchteber Schorsch. Ihre Diagnose für das arme Tier ist niederschmetternd. Zufällig belauscht Max ein Gespräch und münzt die Schweinegrippe, an der das Tier offenbar erkrankt ist, auf sich. Im Angesicht seines baldigen Dahinscheidens möchte er seine künftige Witwe Rosa in guten Händen wissen. Als Witwentröster empfiehlt sich mit eindeutigen Hintergedanken „ganz zufällig“ sein Freund, der protzige Viehhändler Anton.

Hochzeitspläne des Viehhändlers werden vereitelt

Seit Langem schon hat der mit allen Wassern gewaschene Schürzenjäger (Georg Reiter) ein Auge auf die attraktive Rosa geworfen. Pfarrer Ritzenhoff (Stephan Knöpfle) kann angesichts dieser turbulenten Entwicklungen nur ungläubig den Kopf schütteln und den Beistand des Herrn erbitten. Doch Max und sein „sauberer Freund“ Anton haben ihre Rechnung ohne Agathe, Franz und Rosa gemacht: Gemeinsam hecken sie eine raffinierte Strategie aus, um die perfide eingefädelten Hochzeitspläne des Viehhändlers zu vereiteln und die Ehe von Max und Rosa zu retten – eine Rosskur für die beiden Schlawiner, die sich gewaschen hat und eine Lektion, an der sie noch lange zu knabbern haben. Und ganz nebenbei kommt bei diesem Manöver auch Tante Leni unter die lang ersehnte Haube.

Hinter den Kulissen sorgten Verena Wiedemann (Souffleuse), Franziska Biechele und Max Müller (Maske), sowie Werner Schorer und Bernhard Ramminger (Ton und Technik) für einen reibungslosen Theaterabend.

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