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19.04.2017

Das wurde aus dem Helden von Rio

Trotz eines Kreuzbandrisses turnte Andreas Toba in Rio für die deutsche Mannschaft weiter.
Bild: dpa

Andreas Toba machte mit Kreuzbandriss weiter. Jetzt wurde er zum dritten Mal operiert

Die Kreuzband-Operation nach Olympia hatten Sie gut verkraftet. Jetzt mussten Sie aber schon zum zweiten Mal am Meniskus operiert werden. Warum?

Das Knie ist nach der ersten Operation am Meniskus immer wieder dick geworden. Bei der Arthroskopie mussten Entzündungskeime entfernt werden.

Wie bitter ist es, wenn die Teamgefährten auf dem Weg zur EM sind und Sie selbst im Krankenhaus das Bett hüten müssen?

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Das ist vor allem langweilig. Und die Langeweile bringt einen schon ein bisschen ins Grübeln. Ich freue mich sehr darauf, dass ich irgendwann wieder in der Halle bin. Das wichtigste Ziel ist es zunächst, dass die Gesundheit wieder in Ordnung kommt und ich fit werde. Alles andere kommt danach.

Wie gehen Sie mit der schwierigen Situation um?

An meinen Zielen hat sich nichts geändert. Ich habe immer gesagt, ein Comeback bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen des Turnfests im Juni wäre schön. Diese Chance ist auf ein Minimum gesunken. Ich muss jetzt sehen, wann ich wieder mit der Reha beginnen und ein normales Krafttraining starten darf.

Am Mittwoch treten Ihre Teamgefährten zur Qualifikation bei der EM in Rumänien an. Welche Gedanken gehen Ihnen dabei durch Kopf?

Mein Traum war es, im Heimatland meiner Eltern bei der EM zu starten. Es tut schon weh, dass es nun nicht klappt. Jetzt werde ich die Wettkämpfe im rumänischen Fernsehen verfolgen und den Jungs die Daumen drücken.

Wie oft denken Sie noch an die Minuten in Rio zurück, in denen Sie zum „Hero de Janeiro“ avancierten, als Sie mit einem Kreuzbandriss am Pauschenpferd weiter turnten?

Ja, da denke ich noch oft zurück. Und es scheint mir bis heute alles irreal. Mein Ziel war es immer, im Turnen Erfolge zu erkämpfen und nicht für so eine, für mich selbstverständliche Handlung so gefeiert zu werden. Ich bin nicht so ein Typ wie Donald Trump, der immer sagt: „America first“. Ich bin ein Teamplayer, denke immer erst an die anderen. Man empfindet dies heute als ungewöhnlich, weil es in der Gesellschaft nicht mehr überall so üblich ist.

Hat Sie Cheftrainer Andreas Hirsch in Rio ermuntert, trotz der Schmerzen weiter zu turnen?

Nein, das habe ich selbst entschieden. Aber er hat gesagt: Wenn du jetzt weitermachen willst, dann hör auf zu heulen und konzentriere Dich. Das war genau die richtige Ansage, die habe ich in diesem Moment gebraucht. (dpa)

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