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Formel 1
29.10.2018

Nur noch zwei

Auch wenn er das Rennen in Mexiko nicht gewonnen hat, konnte Lewis Hamilton das Victory-Zeichen zeigen. Ein vierter Platz reichte für den vorzeitigen WM-Triumph des Briten.
Foto: Rodrigo Arangua, afp

Lewis Hamilton gewinnt zum fünften Mal die WM. Möglicherweise holt er in Zukunft tatsächlich noch den von Michael Schumacher aufgestellten Rekord ein

Lewis Hamilton drehte ein paar Kringel mit seinem Weltmeister-Wagen vor den tobenden Zuschauern auf dem AutódromoHermanosRodríguez und parkte seinen Silberpfeil vor dem goldenen Schild für den Champion. Danach nahm der alte und neue und vor allem fünfmalige Formel-1-Weltmeister fast gerührt die Glückwünsche seines geschlagenen deutschen Rivalen Sebastian Vettel entgegen. „Es ist ein unglaubliches Gefühl und sehr, sehr surreal“, sagte Hamilton am Sonntag und eilte in die Box von Mercedes, um jeden Mitarbeiter zu umarmen. „Er hat das ganze Jahr einen Super-Job gemacht. Das muss man so akzeptieren. Ich wäre gerne noch länger dabei gewesen. Das war aber offensichtlich nicht der Fall“, würdigte Vettel den Briten und gestand ein: „Das ist kein leichter Tag.“

364 Tage nach seinem WM-Triumph an gleicher Stelle reichte dem 33 Jahre alten Hamilton vor mehr als 100000 Zuschauern der vierte Platz zum fünften WM-Titel. Der zweite Rang war für seinen Ferrari-Rivalen hinter Vorjahressieger Max Verstappen zu wenig. Der 31 Jahre alte Heppenheimer hätte gewinnen und Hamilton höchstens Achter werden müssen, um die WM-Party des Briten noch einmal zu verschieben. Hamilton schloss mit dem Titelgewinn zu Juan Manuel Fangio auf und ist nur noch zwei Triumphe vom Rekord von Michael Schumacher entfernt.

Schon Hamiltons Start war weltmeisterlich. Teamchef Toto Wolff stand die Anspannung in der Mercedes-Box ins Gesicht geschrieben, Sekunden bevor die roten Ampeln ausgingen. Auch er wusste: Jetzt kann nicht nur dieses Rennen, jetzt kann diese Weltmeisterschaft entschieden werden. Und sein Starpilot machte alles richtig. Hamilton schob sich beim Start zwischen die beiden RedBull, vermied aber ein zu großes Risiko in der ersten Kurve, um nach dem zurückgefallenen Pole-Mann Ricciardo auch noch Verstappen zu überholen. Vettel vermied ebenfalls ein zu hohes Risiko. Er leistete sich zwar ein Duell mit dem zweiten Mercedes. Doch alles fair, alles ohne Kontakt. Vettel setzte sich gegen Bottas letztlich durch und behauptete seinen vierten Startrang. Hamilton kam bereits nach zwölf Runden zum Reifenwechsel an die Box. Schon früh hatte sich der Brite über schnell abbauende Pneus beklagt.

Hamilton rutschte durch den Stopp erst einmal zwei Plätze hinter Vettel. Als auch noch Ricciardo und der bis dahin führende Verstappen eine Runde nach dem Mercedes-Duo auf die etwas haltbareren supersoften Reifen wechselten, führte Vettel das Feld an. Der Brite folgte auf Rang vier. Hamilton fuhr aber erst einmal nicht auf Halten. In Runde 16 überholte er Räikkönen, obwohl auch der noch an die Box musste. Nachdem auch die beiden Ferraris neue Gummis aufgezogen hatten, war die alten Reihenfolge wieder hergestellt: Verstappen vor Hamilton, Ricciardo und Vettel. Wie von den Fahrern befürchtet, bestimmten die Reifen das weitere Geschehen. „Das geht hier nicht glatt bis zum Ende des Rennens“, bekam Verstappen in seinen Wagen gefunkt. Ging es für den Führenden dann aber doch.

An Verstappen kam niemand mehr heran. Der Niederländer durfte sich über seinen fünften Grand-Prix-Sieg freuen. Doch der Hauptdarsteller an diesem Tag war eindeutig Hamilton. (dpa)

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