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HSV

09.11.2017

Kühne sorgt für Ärger

K.-M. Kühne

Der Investor droht mal wieder, dem Verein kein Geld mehr zu geben

Kaum hat der Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgefunden, da rumort es gewaltig hinter den Kulissen. Dass die Öffentlichkeit darüber informiert ist, liegt an Milliardär Klaus-Michael Kühne. Per Pressemitteilung drohte er mit seinem Rückzug als Geldgeber des klammen HSV.

Vom „Kühne-Beben“ schrieb das Hamburger Abendblatt. Anlass der Wortmeldung: Der Aufsichtsrat wird neu besetzt. Und Kühne, der 20 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG halten soll und den Klub mit seinem Geld mehrfach vor dem Aus bewahrt hat, ist nicht einverstanden mit den Plänen. „Ich erkläre hiermit, dass ich der HSV Fußball AG zukünftig nur dann eine finanzielle Unterstützung gewähren werde, wenn sie über den von mir befürworteten, unabhängigen und kompetenten Aufsichtsrat verfügt und es diesem gelingt, Persönlichkeiten für die Führung der HSV Fußball AG zu gewinnen, die über große Managementqualität und -erfahrung verfügen“, teilte der Investor unmissverständlich mit.

HSV-Präsident Jens Meier reagierte ausweichend und ließ wissen: „Wir reden intern miteinander und nicht extern übereinander.“ Der interne Auswahlprozess sei „noch nicht beendet“. Er selbst hat durch sein Amt einen Platz sicher. Am 18. Dezember soll zwar die Hauptversammlung der Fußball-AG die Neubesetzung des Aufsichtsrates bestimmen. Über die Zusammensetzung des sechsköpfigen Gremiums befindet jedoch der HSV e.V. mit seinen Amateur-Abteilungen.

Das Präsidium mit Meier an der Spitze gibt seine Vorschläge in den Beirat, der muss sie bestätigen. Kühne moniert, dass der Aufsichtsrat nicht aus unabhängigen Persönlichkeiten mit Führungs- und Wirtschaftskompetenz bestehen könnte, sondern aus seiner Sicht „größtenteils vereinsabhängigen Personen, die einseitig von HSV-Präsident Meier nach Anhörung eines Beirats bestimmt werden sollen“. Aus diesem Grund habe sich sein Vertrauter Karl Gernandt entschlossen, „einem solchen Aufsichtsrat nicht mehr anzugehören“. Nachvollziehbar ist, dass Kühne als wichtigster Aktionär neben dem HSV e.V. (75,1 Prozent) auf einen Vertreter im Aufsichtsrat nicht verzichten will. Ein Recht darauf hat er aber nicht.

Mit Rekordverbindlichkeiten von 105,1 Millionen Euro und einem Defizit im Geschäftsjahr 2016/17 von 13,4 Millionen Euro kann der Verein es sich kaum leisten, auf Kühnes Geld zu verzichten. (dpa)

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