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DFB-Pokal

11.08.2015

Osnabrück - Leipzig: Darum sollte es keine Wiederholung geben

Schiedsrichter Martin Petersen brach das Spiel zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig ab, nachdem er von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde.
Bild: Friso Gentsch (dpa)

Der Leipziger Vorschlag, das Pokalspiel gegen Osnabrück zu wiederholen, ist gut gemeint - und somit Gegenteil von gut gemacht. Nach der feigen Gewalttat gibt es nur eine richtige Entscheidung.

Der Vorschlag von RB Leipzig ist aller Ehren wert. Ralf Rangnick und seine Truppe wollen nicht am grünen Tisch in die nächste Runde des DFB-Pokals einziehen. Deshalb also ein Wiederholungsspiel. Die Sache soll sportlich geklärt werden.

Sehr sympathisch, was die vielerseits ungeliebte Fußball-Filiale des Brauseherstellers Red Bull da taktisch durchaus geschickt ins Spiel bringt.

Aber das Angebot sollte dennoch ausgeschlagen werden. Der VfL Osnabrück, seine Spieler und seine Fans haben den Anspruch auf eine sportliche Entscheidung verwirkt. Auch in diesem Fall sollte der Intention der Rechtsordnung gefolgt werden. Und die sieht die Wertung gegen denjenigen vor, der den Abbruch verschuldet hat.

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Ein Wiederholungsspiel wäre das falsche Signal. In dieser Welt gibt es leider viele potenziell gefährliche Idioten, denen es ein perverses Vergnügen bereitet, andere Menschen aus dem Schutz der Masse heraus mit Gegenständen zu bewerfen. Das ist feige, das ist gefährlich.

Ein Wiederholungsspiel würde Gewalttätern vor allem eines signalisieren: Ist doch alles halb so schlimm. Geldstrafe zahlen, eventuell Platzsperre aussitzen – und weiter geht’s.

Osnabrück gegen Leipzig: Konsequenzen für Verein und Fans

Nein, den Feuerzeug-Werfer von Osnabrück müssen die Konsequenzen seiner Tat schmerzen. Genauso allen, die im Stadion um ihn herum waren und die ihn nicht an seiner Tat hindern wollten. Die körperliche Unversehrtheit des Mitmenschen ist ein überragend hohes Gut, das zu schützen ist. Wenn einer das nicht akzeptieren will, vielleicht ist er dann wenigstens in der Lage zu begreifen, dass er mit dem Wurf eines Gegenstandes „seinem“ Verein, „seiner“ Mannschaft schadet.

Natürlich sind Dummheit und Verantwortungslosigkeit auch mit Strafen nicht aus der (Fußball-)Welt zu bringen. In deutschen Stadien wird es leider auch künftig solche Attentate geben. Und ein bevorzugtes Ziel wird die Leipziger Mannschaft sein.

RB hat viele Gegner. Tatsächlich lässt sich über das Fußball-Geschäftsmodell des Brausekonzerns und vor allem über seine Zulassung zum Spielbetrieb in Deutschland trefflich diskutieren.

Aber mit gedanklicher Aufarbeitung ist ein Teil der Fanszene deutlich überfordert. Viele, die sich als Hüter der Fußball-Tradition aufspielen, nutzen die Anti-RB-Strömung nur, um ihre Gewaltfantasien in die Tat umzusetzen.

Umso wichtiger, dass der DFB in diesem spektakulären Fall deutlich macht: Leipziger Spieler sind kein Freiwild (der Osnabrücker Werfer wollte wohl einen RB-Spieler treffen, der Schiedsrichter war nur ein Zufallsopfer), Angriffe gegen RB werden nicht mit einem Wiederholungsspiel „belohnt“.

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