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Ski
07.12.2018

Wird Stefan Luitz der Sieg aberkannt?

Erfolg in Gefahr: Stefan Luitz (Mitte) feiert seinen Sieg in Beaver Creek. Dieser könnte ihm nun jedoch aberkannt werden.
Foto: Nathan Bilow/AP, dpa

Der Allgäuer Stefan Luitz hat bei seinem Triumph in Beaver Creek Sauerstoff inhaliert. Laut Weltverband ist das verboten.

Für Stefan Luitz waren die vergangenen Tage eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Vor einer Woche hatte er den ersten Weltcup-Riesenslalom nach seinem Kreuzbandriss gewonnen. In Beaver Creek gelang ihm der größte Erfolg seiner Karriere. Jetzt aber untersucht der Skiweltverband Fis einen Verstoß des 26-Jährigen gegen die Anti-Doping-Regeln des Verbandes. Wann er eine Entscheidung fällt, war am Freitag noch offen.

Fis-Rennchef Markus Waldner sagte beim Treffen der Trainer am Abend vor dem Riesenslalom am Samstag (10/13 Uhr) in Val d’Isère nur, dass es eine Untersuchung gebe und der betroffene Fahrer bis zu einer Entscheidung an allen Wettkämpfen teilnehmen dürfe.

Fahrer starten in Beaver Creek auf 3152 Metern Höhe

Was ist passiert? Luitz hatte zwischen den beiden Durchgängen am vergangenen Sonntag Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet und damit gegen das Reglement der Fis verstoßen. Das bestreitet auch niemand vom Deutschen Skiverband (DSV). „Wir haben einen Fehler gemacht, da stehen wir auch dazu. Weil wir nicht wussten, dass die Fis ihr Reglement an den internationalen Wada-Code nicht angepasst hat“, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier.

Der Start in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado liegt mit 3152 Metern sehr hoch, entsprechend dünn ist die Luft in den Rocky Mountains. Sauerstoff hilft den Sportlern. Für die Welt-Antidopingagentur (Wada) ist das legal, laut Anti-Doping-Regeln der Fis jedoch nicht. In dem Dokument mit Stand Juli 2016 steht auf Seite 13, dass es verboten ist, Sauerstoffflaschen und ähnliches Equipment an oder in die Wettkampfstätte mitzubringen und dort zu nutzen. Ein Verstoß habe die automatische Disqualifikation zu Folge.

Allerdings: Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada erlaubt in ihrer aktuelleren Liste der verbotenen Substanzen und Methoden aus diesem Jahr das Einatmen von Sauerstoff explizit. In diesem Wissen hatten die deutschen Betreuer Luitz den Sauerstoff einatmen lassen – im Aufenthaltsbereich der Skirennfahrer, sichtbar für alle Konkurrenten.

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Dopingexperte kann Fehler nicht nachvollziehen

Prof. Fritz Sörgel, einer der profiliertesten Dopingexperten Deutschlands, kann darüber nur den Kopf schütteln. Statuten und Regeln nicht zu lesen sei „einfach inkompetent und unprofessionell. Man kann es sich gar nicht vorstellen, dass es so etwas gibt.“ In einer Zeit, in der der Sport derart im Scheinwerferlicht stehe, sei so ein Fehler nicht nachvollziehbar.

Laut Sörgel gebe es auch andere Sportarten, die in ihren Anti-Doping-Regeln über die Verbotsliste der Wada hinausgehen. „Für den Sportler tut es mir leid. Aber Regel ist nun mal Regel. Und wenn wir diese immer weiter untergraben, indem wir Ausnahmen machen, dann können wir gleich aufgeben.“

Von Doping will er im Fall Luitz trotzdem nicht sprechen. „Zur Wirkung des Sauerstoffs ist zu sagen, dass diese bei Gesunden schon immer sehr umstritten und nahe am Placeboeffekt ist.“

Das ist auch Alpinchef Wolfgang Maier wichtig: „Wir akzeptieren, wenn man sagt, wir haben einen Regelverstoß gemacht. Aber nicht, dass wir gedopt haben. Wir betrügen nicht.“ (mit dpa)

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