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VfL Wolfsburg
23.12.2016

Happy-End vor Weihnachten: Julian Draxler wechselt nach Paris

Julian Draxler verlässt Wolfsburg.
Foto: Peter Steffen, dpa

Der VfL Wolfsburg bekommt vor Weihnachten für Julian Draxler bis zu 47 Millionen Euro. Für alle ein Glücksfall: Der VfL hat ein großes Problem gelöst, Draxler darf endlich weg.

Vom sportlichen Missverständnis zum wirtschaftlichen Glücksfall: Das unglückliche Kapitel Julian Draxler beim VfL Wolfsburg nimmt mit dessen 42-Millionen-Euro-Transfer zu Paris St. Germain noch ein unverhofftes Happy-End. Nach dpa-Informationen erzielten beide Clubs am Freitag grundlegende Einigkeit, nur noch letzte Formalitäten bei der Übesetzung der Verträge mussten geklärt werden. Mit Bonuszahlungen könnten am Ende gar bis zu 47 Millionen Euro fließen. Der 23 Jahre alte Fußball-Weltmeister erhält beim französischen Meister einen Vertrag bis 2021 und wird im neuen Jahr Teamkollege von Torhüter Kevin Trapp.

Damit gelingt dem ehemaligen Schalker mit einem halben Jahr Verspätung doch noch der Absprung aus dem ungeliebten Wolfsburg. Bereits im Sommer hatte er per Interview vehement seinen Abschied nach nur einem Jahr beim Volkswagen-Club gefordert. Das hatte der damalige VfL-Sportchef Klaus Allofs verweigert, dies später aber als Fehler bezeichnet. Was folgte, ist für beide Seiten mit unzureichend noch zurückhaltend beschrieben.

Draxler war in Wolfsburg schon lange unzufrieden

"Das war die schlimmste Hinrunde meines Lebens", hatte Draxler nach dem 2:1 am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach gesagt. Der Jungstar steckt seit Monaten im Formtief und wurde zwischenzeitlich von den eigenen Fans gar ausgepfiffen. 2015 als Nachfolger für den damaligen Fußballer des Jahres Kevin De Bruyne geholt, fühlte Draxler sich bei den Niedersachsen nie wohl und erfüllte die Erwartungen nicht.

Das Leistungstief Draxlers ging einher mit dem sportlichen Abstieg des VfL. Der Vizemeister und Pokalsieger von 2015 spielt in dieser Saison nur gegen den Abstieg. Trainer Dieter Hecking und Manager Allofs verloren bereits ihre Jobs. 

Für den sportlichen Leiter des VfL, Olaf Rebbe, ist der Deal ein besonderer Erfolg. Zusammen mit Geschäftsführer Tim Schumacher führte Rebbe die Verhandlungen mit dem Scheich-Club aus Paris und handelte eine nicht für möglich gehaltene Ablösesumme aus. Der vor anderthalb Jahren für rund 36 Millionen Euro vom FC Schalke 04 verpflichtete Draxler könnte dem VfL nun am Ende gar noch elf Millionen Euro mehr einbringen, wenn vereinbarte Bonuszahlungen fließen.

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Für Rebbe, der vorerst die Managertätigkeiten von Allofs übernommen hat, bis auf Weiteres aber nicht in die Geschäftsführung aufrücken soll, ist dies ein erster Schritt zum dauerhaften VfL-Managerposten. Aus VW-Kreisen war zuletzt zu hören, die anstehende Transferperiode sei eine riesige Chance für den erst 38-Jährigen. Nun löste Rebbe das größte Problem in dem von seinem bisherigen Mentor Allofs unglücklich zusammengestellten Kader.

Im neuen Jahr könnte sich bei den Wolfsburgern personell noch einiges tun. Zuletzt galten auch Luiz Gustavo, Vieirinha, Ricardo Rodriguez und Carlos Ascues als Wechselkandidaten. Im Gegenzug könnten zwei Abwehrspieler kommen. Fraglich ist zudem, ob die Draxler-Millionen zumindest teilweise auch für die Offensive noch einmal investiert werden. Am 3. Januar beginnt der VfL wieder mit dem Training, einen Tag später reist Trainer Valérien Ismaël mit seinem Team ins Trainingslager ins spanische La Manga del Mar Menor bei Murcia. Carsten Lappe, dpa

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