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Augsburger Panther

07.08.2018

AEV-Trainer Mike Stewart: "Ich werde neue Systeme einbauen"

Auf der Tafel malt Trainer Mike Stewart seinen Spielern die Laufwege auf. In der kommenden Saison will der Coach taktische Veränderungen vornehmen.
Bild: Ulrich Wagner

AEV-Coach Mike Stewart spricht über seine taktische Ausrichtung, die Spielerauswahl, die Einbürgerung des Kanadiers Trevelyan und den Saisonauftakt der Panther.

Wie war der Sommer, haben Sie wieder als Cowboy ein paar Kälber gefangen auf der Ranch des Onkels?

Mike Stewart: Ja, das stand auch auf meiner Liste. Zunächst bin ich nach der Saison nach Nordamerika geflogen und habe in 22 Tagen 17 Spiele angesehen, um wieder einen Eindruck zu bekommen, wie der Markt aussieht. Ich habe viele Spieler gesehen und habe mit Agenten und Trainern gesprochen. Danach war ich mit meiner Familie in Calgary zusammen. Aber ich hatte ja noch einige Aufgaben zu erledigen. Die Mannschaft musste vervollständigt werden. Wir hatten nach der Saison beschlossen, mehr als nur ein paar neue Spieler in den Kader zu holen. Ich habe viele Videos geschaut, um zu sehen, was für uns möglich ist. Danach kam die zweite Phase: Welcher Spieler hat Interesse, nach Europa zu kommen.

Wie sieht der Markt in Nordamerika aus?

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Stewart: Ich habe mit General-Managern der NHL gesprochen und sie haben mir bestätigt, dass die National Hockey League und die American Hockey League immer jünger werden. Der Trend geht dahin, dass fünf bis maximal sieben Profis in einem NHL-Klub richtig gut verdienen. Der Rest bilden junge, ehrgeizige Spieler, die nicht viel kosten dürfen, auch wegen der Gehalts-Obergrenze. Die Konseqeunz für uns ist, das die Spieler, die hierher kommen auch jünger werden. Das ist anders als zu meiner Zeit als Spieler. Es steckt einige Arbeit dahinter, manche Spieler hierher zu bringen, aber jetzt bin ich glücklich, weil wir komplett sind.

Haben Sie sich als Trainer weitergebildet?

Stewart: Ja ich war Ende Juni zum Winnipeg Jets Development Camp eingeladen worden. Dort zieht der NHL-Klub alle jungen Profis und mögliche Kandidaten zusammen und arbeitet sehr vielseitig mit ihnen. Ich war als Coach dabei, um zu sehen, wie die Jets arbeiten. Zu meiner Zeit sind wir ausgesucht worden, haben ein Flugticket bekommen und sind irgendwohin geschickt worden mit der Anweisung: Sei bereit, wenn wir dich brauchen. Heute sind zwei Entwicklungs-Trainer angestellt, die sich alleine um die potenziellen künftigen jungen Spielern kümmern. Das geht über Ernährungs-Beratung, mentales Training bis hin zur Schulung in Pressearbeit. Es hat sich vieles verändert und ist viel professioneller geworden.

Sahir Gill
26 Bilder
So sieht das Panther-Team in der neuen Saison bislang aus
Bild: Rochester Americans

Nach dem Saisonende haben Sie gesagt, dass die Panther 2018/2019 größer und robuster werden müssen. Mit welchen Spielern haben Sie dieses Ziel erreicht?

Stewart: In der Abwehr sind das die Neuzugänge Henry Haase und John Rogl, im Sturm Matt Fraser und Adam Payerl. Ich wollte unsere Identität nicht komplett ändern. Denn Geschwindigkeit steht im modernen Eishockey nach wie vor an erster Stelle. Aber in Nordamerika sagt man über die DEL, dass die eine schwere Liga ist. In der vergangenen Saison haben wir gut und schnell gekontert, damit waren wir sehr gefährlich. Aber wir haben zu wenig Zeit in der offensiven Zone verbracht. ich hoffe, dass wir mit den großen Jungs etwas besser die Scheibe abschirmen und halten können. Die Entwicklung von Haase und Rogl verfolge ich seit Jahren. Da ist es eher Zufall, dass bei so groß sind, worüber ich jedoch keineswegs enttäuscht bin.

Trevelyan? "Unser Ziel ist es, mit neun Ausländern zu starten"

Bisher haben die Panther zehn Ausländer unter Vertrag. Das Einbürgerungsverfahren des Kanadiers Thomas J. Trevelyan ist laut Klub-Mitteilung noch nicht abgeschlossen. Mit wie vielen Ausländern startet Augsburg am 14. September in Köln in die Saison?

Stewart: Zu diesem Thema will ich nicht viel sagen. Unser Plan ist es mit neun Ausländern zu starten. Die zehnte Lizenz wollen wir uns aufheben, falls sich ein Schlüsselspieler im Sturm oder in der Abwehr verletzt. Und die elfte Lizenz ist heilig: Die ziehen wir nur, wenn es Verletzungs-Probleme auf der Torhüter-Position gibt.

Zuerst in Köln, Heimspiel gegen Mannheim, dann beim Meister München und schließlich kommt der Vizemeister Berlin - was sagt der Trainer zu dem Hammer-Auftakt mit den vier besten DEL-Konkurrenten?

Stewart: Einerseits ist es eine große Herausforderung. Aber letztendlich müssen wir gegen alle Mannschaften vier Mal antreten. Meine Hoffnung ist, dass sich meine Spieler noch mehr als sonst auf den Start fokussieren. Wenn wenn wir mit den großen Tieren mitspielen wollen, können wir uns keine Eingewöhnungsphase leisten. Wir müssen sofort bereit sein. Jeder Klub will sich verbessert haben. Ich hoffe, wir auch. Aber nicht nur die Topklubs sind stark, auch Iserlohn, Bremerhaven oder Straubing sehen gut aus.

Ab 2020/21 führt die DEL wieder den Auf- und Abstieg ein. Wie stehen Sie zu dem Thema?

Stewart: Für die Fans in Deutschland ist es eine gute Entscheidung, denn ich weiß, dass der Auf- und Abstieg eine alte Tradition ist. Für mich als Trainer bedeutet es etwas mehr Druck. aber wir müssen so oder so mit Druck umgehen können.

Am Freitag gehen die Panther zum ersten Mal auf das Eis. Was wollen sie in der ersten Woche bis zum Turnier in Südtirol sehen?

Stewart: Alle Spieler sind verletzungsfrei durch den Sommer gekommen. Jetzt will ich sehen wie die Fitness-Test ausfallen. Ich lege viel Wert darauf, wie diszipliniert die Jungs im Sommer waren. Ich werde in dieser Saison ein paar neue Systeme in unserer Taktik einbauen.

Sternheimer? "Er ist kräftiger, stärker geworden"

Wie lange wird AEV-Nachwuchstalent Marco Sternheimer in diesem Jahr bei den Profis mittrainieren?

Stewart: Es gibt ab der kommenden Saison eine neue Regel in der Deutschen Eishockey-Liga, wonach ein U23-Spieler in der Aufstellung stehen muss. Mit Verteidiger John Rogl und Sternheimer haben wir zwei solcher Spieler. Sternheimer habe ich in den letzten Tagen gesehen. Er ist stärker, kräftiger geworden. Talentiert ist er, er muss noch reifen. Unser Plan ist, dass Sternheimer die ganze Saison über bei uns bleibt.

Welche Stürmer sind für die Torproduktion eingeplant?

Stewart: Ich hoffe möglichst viele: LeBlanc, White, Fraser, Gill, Payerl aber auch Holzmann und Schmölz. Hafenrichter und Stieler sind ebenfalls gefordert. Ich denke wir sind im Angriff sehr gut ausbalanciert. Den alles überragenden Torjäger sehe ich im Moment nicht und hoffe auf die Breite. Nur eine gute Reihe wie im letzten Jahr mit LeBlanc, Parkes und White ist zuwenig. Das hat nicht funktioniert, das war auch einer der Gründe, warum wir die Play-offs verpasst haben.

 

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