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FC Augsburg

22.06.2017

FCA-Spieler trainieren mit modernster Technik im Urlaub

Die Spieler des FC Augsburg mussten die Daten ihrer Dauerläufe hochladen. Bobadilla legt zusätzlich noch Sonderschichten ein.
Bild: imago/Krieger

Manuel Baum erwartet die Spieler zum Trainingsauftakt fit zurück. Deshalb lässt er mit modernster Technik kontrollieren, ob seine Profis ihre Läufe auch in den Ferien absolvieren.

Philipp Max erholte sich auf den Seychellen, Jeffrey Gouweleeuw auf Curacao, einer der drei ABC-Inseln in der Karibik, Torhüter Andreas Luthe tut es gerade auf Mauritius. Doch auf die faule Haut legen, egal in welchen Winkel der Erde sich die Bundesliga-Profis des FC Augsburg zurückgezogen hatten und haben, ging und geht nicht.

Trainer Manuel Baum hat seinen Spielern anspruchsvolle Laufpläne mitgegeben, die nach einem Lactattest nach dem Saisonfinale individuell gestaltet worden sind. "Es ist uns ganz wichtig, in der Übergangsperiode schon die Grundlagen im athletischen Bereich zu legen, damit wir das nicht in den sechs Wochen Vorbereitung machen müssen", sagt er.

FC Augsburg: Ausdauertraining soll bereits im Urlaub stattfinden

Und Baum lässt auch durch seinen Athletiktrainer Andreas Bäumler mittels moderner Technik fast in Echtzeit überprüfen, ob seine Spieler die Vorgaben auch abarbeiten. Die Daten der Spieler, wie zum Beispiel Herzfrequenz, Zeit und Länge der Läufe, werden von einem Pulsmesser aufgezeichnet. Mittels einer App auf ihrem Handy müssen die Spieler dann ihre persönlichen Daten regelmäßig in eine Cloud hochladen. Auf diese "Rechnerwolke" hat der Athletiktrainer dann Zugriff und kann die Daten sofort auswerten. "Die Spieler leisten ihre Läufe tadellos ab, egal wo sie sind. Jeder ist fleißig", war Baum dann auch sehr zufrieden mit dem Fitnesszustand.

Baum erwartet, dass seine Spieler zum Trainingsbeginn am 3. Juli schon fit sind, um nicht unnötig Zeit mit Ausdauertraining zu vergeuden. "In den Wochen bis zum Punktspielstart brauchen wir andere Inhalte." Die Bundesliga startet am 18. August, die erste Runde im DFB-Pokal steht eine Woche vorher im Terminplan.

Baum will seine Spieler taktisch noch intensiver schulen. In der Punktspielpause hat er zusammen mit Stefan Reuter, dem Geschäftsführer Sport, und Stephan Schwarz, dem technischen Direktor, die Spielidee des FCA weiterentwickelt und perfektioniert. Schnelles Umschaltspiel aus einer sicheren Defensive heraus, lautet das Credo. "Es soll ein Markenzeichen von uns sein, dass wenn man gegen uns spielt, die Gegner sagen: Hoa, die laufen gefühlt zehn Kilometer mehr und die verteidigen eklig und schalten unheimlich schnell um."

Das Medieninteresse nach dem überraschenden Trainerwechsel ist enorm.
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Bild: Ulrich Wagner, Anne Wall, Florian Eisele, dpa

Dafür braucht er konditionsstarke Spieler. "Wir müssen in der Lage sein, auch in der 80. Minute nach einer Balleroberung noch einen Sprint anzuziehen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir Erfolg haben", sagt er. In der abgelaufenen Spielzeit hatten viele Spieler Defizite, auch aufgrund von Verletzungen. Nach 60, 70 Minuten bekam der FCA Probleme, das intensive Pressingspiel aufrechtzuerhalten.

Auch die Verletzungsanfälligkeit will Baum durch bessere Kondition verringern: "Da hängen viele Sachen zusammen. Wenn ich eine schlechte Grundlagenausdauer habe, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ich mich verletze, weil ich gegen Ende des Spiels nicht mehr geistig so wach bin."

FCA-Trainer Baum modernisiert das Training

Baum modernisiert die Trainingsabläufe, achtet auf Kleinigkeiten. Das ist in der Bundesliga üblich. Doch Baum hat dazu erstmals genügend Zeit, ist er doch auch für die Sommervorbereitung verantwortlich. Das Traineramt von seinem Vorgänger Dirk Schuster, der nicht gerade als Technik-Freak und detailverliebter Tüftler galt, hatte er erst Mitte Dezember übernommen.

Schon in der Rückrunde merkten die Spieler, dass auch sie in allen Bereichen mehr gefordert sind, dass die Beschäftigung mit ihrem Beruf nicht an der Kabinentür endet. Baum verschickt zum Beispiel gerne Videosequenzen zum Studieren direkt auf die Spieler-Handys.

Auch auf dem Platz wird es weiter Veränderungen geben. So wird in dieser Saison noch individueller trainiert werden. "Ich finde, im Fußball muss es immer mehr in die Richtung gehen, dass man sich um den einzelnen Spieler kümmert. Das muss man ganz anders steuern als bisher. Auch mit der Vermittlung von Inhalten muss man differenzierter umgehen."

Der FC Augsburg soll ein klares Profil erhalten

Um diese intensiv einzustudieren, geht Baum schon am 5. Juli ins Trainingslager. "Wenn du am Anfang den inhaltlichen Teil abarbeitest, kannst du gerade die taktischen Elemente in die Testspiele einbauen und noch verfeinern." Darum werden sich die FCA-Profis nicht nur im Trainingslager auf Kleingruppentraining, aber auch auf längere Trainingstage einstellen müssen. Baum: "Wir werden deutlich mehr in Gruppen trainieren. Es wird definitiv eine Mannschaftstrainingseinheit am Tag geben. Aber über den restlichen Tag verteilt wird individueller trainiert."

Da kann es eine Dreiergruppe mit dem Athletik-Trainer geben, oder eine Fünfergruppe mit dem Techniktrainer, oder die Viererkette studiert mit Baum Feinheiten ein. Der denkt aber auch über das Tagesgeschäft hinaus. Er will das Image des Vereins als Ausbildungsverein schärfen. "Der FCA soll dafür stehen, dass er Spieler weiterentwickelt, dafür müssen wir intensiver mit den Jungs arbeiten." Die Anforderungen an die FCA-Profis werden also enorm steigen.

Einer bereitet sich darauf intensiv vor: Raul Bobadilla. Der 30-jährige Stürmer trainiert in Absprache mit dem FCA in seiner argentinischen Heimat beim aktuellen Zweitliga-Tabellenführer Argentinos Juniors mit. Der Klub aus Buenos Aires ist der Heimatverein von Diego Maradona. Richtiges Badewetter herrscht in der argentinischen Hauptstadt sowieso nicht. Dort ist Winter. Das Thermometer steigt derzeit kaum über 20 Grad.

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.06.2017

Stellt sich die Frage, ob das arbeitsrechtlich zulässig ist, die ANs in ihrem Urlaub zu überwachen und ihnen Vorgaben für die Gestaltung ihrer Freizeit zu machen.

Natürlich verdienen die Profis einen Haufen Kohle und natürlich sollen sie möglichst fit sein. Aber wenn es nicht einmal mehr drin ist, in 14 Tagen Urlaub nur die Beine hoch zu legen, läuft auch was verkehrt. Vllt. sind die Spieler ja auch deshab ständig verletzt

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22.06.2017

Ich glaube es ist nicht zulässig. Fraglich ist, ob es sich hier um "normale" Arbeitnehmer handelt. Normal in Bezug auf deren Verträge. Wer weiß was da drinnen steht.

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