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Wegen lautem Pupsen aus dem Kader geflogen? Flatulenzen in Lyon und Augsburg

Glosse Von Florian Eisele
11.05.2022

Fußballprofi Marcelo soll bei Olympique Lyon gefeuert worden sein, weil er laut furzte. Er bestreitet das - wäre aber nicht der erste, dem das zum Verhängnis wird.

Zu unsern Pflichten als seriöses Sportressort in einer seriösen Tageszeitung gehört es auch, auf unangenehme Dinge hinzuweisen. In dieser Funktion wollen wir betonen: Der brasilianische Fußballprofi Marcelo, der zwischen 2013 und 2016 bei Hannover unter Vertrag stand, in der Türkei, den Niederlanden und Polen Titel holte und aktuell für Girondins Bordeaux die Stollenschuhe schnürt, hat nicht in der Kabine gepupst.

Zu eben dieser Stellungnahme sah sich der 34-Jährige kürzlich gezwungen. Auf Twitter, wo er seit Oktober vergangenen Jahres nichts mehr verfasst hatte, schrieb er: "Dank L’Equipe muss ich nach langer Zeit wieder auf Twitter zurückkommen, um alle Anschuldigungen zu dementieren."

Angeblich soll Marcelo in der Kabine sein Unwesen getrieben haben

Die französische Sportzeitung hatte vermeintlicherweise ein unangenehmes Geheimnis, nun ja: gelüftet. Demnach soll der Abwehrspieler bei seinem ehemaligen Verein Olympique Lyon rausgeflogen sein, weil er in der Kabine durch ebenso demonstrative wie dezibelstarke Flatulenzen aufgefallen sei. Das habe zwar einige Mitspieler zum Lachen gebracht, dem auf frische Luft bedachten Trainer Peter Bosz habe die Sache aber offenbar derart missfallen, dass er den Kicker aus dem Kader geworfen haben soll. Im Januar – das ist wieder verbürgt – wechselte Marcelo schließlich nach Bordeaux.

Dass auf einen bösen Wind ein Eklat folgt, wäre hingegen nichts Neues im Profi-Fußball. Unvergessen ist für Fans des FC Augsburg der Pups-Eklat um die beiden FCA-Spieler Christian Okpala und Sascha Benda. Die machten zuerst für Augsburg den Zweitliga-Aufstieg 2006 perfekt, um danach im Paket zu den Stuttgarter Kickers zu wechseln. Dorthin nahmen die beiden aber auch einen Zwist mit, der wenig später eskalieren sollte.

Hier war noch alles gut: Christian Okpala (links) und Sascha Benda beim FCA. Später gerieten die beiden wegen Bendas Flatulenz aneinander.
Foto: Fred Schöllhorn (Archiv)

Die beiden Ex-FCA-Spieler Benda und Okpala sorgten für den Pups-Skandal

Nur wenige Monate nach der Ankunft in Stuttgart traktierte Okpala Bendas Gesicht mit der Faust. Der Angreifer flog aus dem Kader – und lieferte alsbald eine Erklärung dafür: Benda habe ihn fortlaufend und schon zu Augsburger Zeiten mit seinen Blähungen provoziert. Und irgendwann sei eben mal genug. Dass Benda wenig später Farbe bekannte und sich mit den Worten „Ja, ich habe gefurzt“ in ein übel riechendes Büßergewand warf, half nichts: Okpala musste die Kickers damals verlassen – entstanden war die mutmaßlich erste Suspendierung des Fußballs infolge einer Flatulenz-Provokation.

Marcelo dürfte das nur wenig nutzen. Der Wechsel hat nach Bordeaux hat ihm sportlich kein Glück gebracht: Als Letzter steht der Klub vor dem Abstieg. Das dürfte ihm dann ziemlich stinken.

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