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Die Wohnung für Demenzkranke umgestalten

Foto: DPA

Berlin (dpa/tmn) - Eine Demenz kommt oft schleichend. Der Kranke vergisst immer häufiger die einfachsten Dinge - der Herd bleibt an, und er findet sich nicht mehr in der eigenen Wohnung zurecht.

Viele Angehörige stellen sich dann die Frage, wie sie den Wohnraum gestalten können, damit der Kranke seinen Alltag besser meistern kann. Manchmal reichen schon kleine technische Veränderungen oder neue Farben an der Wand.

"Die meisten Menschen mit Demenz werden zu Hause versorgt", sagt Gerlinde Strunk-Richter vom Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln. Sie empfiehlt, nach einer Diagnose so schnell wie möglich mit der Planung für den Wohnraum zu beginnen: "Dabei ist das Wichtigste, den Betroffenen mitentscheiden zu lassen, was wirklich wichtig ist." Sonst würden die Veränderungen nicht akzeptiert.

"Drei Dinge stehen bei den Überlegungen im Vordergrund: Mobilität, Sicherheit und das Erinnerungs- und Denkvermögen", erläutert Gesine Marquardt, Architektin an der Technischen Universität Dresden und Co-Autorin des Kriterienkatalogs "Demenzfreundliche Architektur". Bei der Mobilität stehe die Frage im Mittelpunkt: Kann der Kranke sich noch selbstständig in der Wohnung bewegen? Müssen mehrere Stockwerke und Treppen genutzt werden?

Beim Thema Sicherheit gehe es unter anderem darum, Stolperfallen wie Teppichkanten zu beseitigen und gefährliche Gegenstände zu sichern. "Enorm wichtig ist es, für leichte Alltagsabläufe zu sorgen, so dass der Kranke sich erinnern kann", sagt Marquardt. "Lieber nicht zu viele Kleidungsstücke bereithalten, und Lebensmittel sowie Küchengeräte so hinstellen, dass er sie sieht." Zur besseren Übersicht könnten beispielsweise die Schranktüren abmontiert oder durch durchsichtige Türen ersetzt werden.

Hilfreich für Demenzkranke seien auch Symbole an den Zimmertüren, etwa Pfeile, die die Richtung ins Bad zeigen, rät Hans-Jürgen Freter, Sprecher der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Berlin. Eine Nachtbeleuchtung erleichtert die Orientierung im Dunkeln. Unbedingt bedacht werden sollte der Eingangsbereich der Wohnung. "Manche Demenzkranke wollen immerzu die Wohnung verlassen, daher könnte man die Haustür mit einem Vorhang verdecken oder farblich an die Wand anpassen, damit sie nicht mehr als Tür zu erkennen ist."

Häufig im Gespräch sind Farben, die Demenzkranken bei der Orientierung helfen sollen. "Es gibt keine Studie, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen bestimmten Farben und Hilfe für Demenzpatienten belegt", sagt Marquardt. Dennoch könne man sich überlegen, ob unruhige Tapetenmuster aus den 60er-Jahren durch helle, freundliche, einheitliche Farben ersetzt werden. Oder man streicht die Badezimmertür rot, weil sie dann besser erkannt wird.

Für viele Demenzkranke sei es wichtig, sich so lange wie möglich selbst pflegen zu können, sagt Strunk-Richter. "Gibt es zum Beispiel nur eine Badewanne, muss man an den Einbau einer Dusche denken, die einen bodengleichen Einstieg und Abfluss hat." Sie empfiehlt außerdem, technische Neuerungen einzubeziehen, zum Beispiel elektrische Geräte, die sich selbst ausschalten. Damit das Leitungswasser nicht zu heiß wird, sollte das Thermostat auf eine ungefährliche Maximaltemperatur eingestellt werden können.

Wohnberatung NRW: www.wohnberatungsstellen.de

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: www.deutsche-alzheimer.de

Demenz-Service: www.landesinitiative-demenz-service-nrw.de

Online-Shop des KDA: dpaq.de/D2Z0D

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