Wenn der 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 11. Februar 2023, den FC Augsburg empfängt, wird sicherlich auch Nikolce Noveski das Geschehen verfolgen. Von 2004 bis 2015 stand der Abwehrspieler bei der Mannschaft aus Rheinland-Pfalz unter Vertrag.
Der kopfballstarke Innenverteidiger hat als langjähriger Kapitän am Bruchweg Spuren hinterlassen. Auf eine davon hätte der Mazedonier getrost verzichten können. Den 13. Spieltag der Saison 2005/06 würde der Kultspieler der 05er wohl am liebsten aus den Geschichtsbüchern streichen.
Mainz 05: Noveski trifft gegen Frankfurt doppelt ins falsche Tor
Was war passiert? Der 1,90-Meter-Hüne brachte es ausgerechnet im Derby bei der Eintracht aus Frankfurt fertig, zweimal ins eigene Tor zu treffen. Als wäre das nicht schon kurios genug, gelang ihm dieses zweifelhafte Kunststück innerhalb von nur 132 Sekunden. „Ich dachte nur: Wärst du doch heute lieber im Bett geblieben. Ich wünsche es keinem Spieler, zwei Eigentore zu machen. Da bricht eine Welt zusammen“, sagte Noveski später dazu.
Wer jetzt denkt, das Spektakel in jener denkwürdigen Partie hätte keine Steigerung mehr erfahren können, irrt. Denn der ehemalige mazedonische Nationalspieler setzte noch einen drauf. Im zweiten Durchgang sorgte er höchstselbst für den 1:2-Anschlusstreffer der Mainzer.
Ein Hattrick der besonderen Art: Noveski im Fokus
Karneval pur also für die Kicker aus der Faschingshochburg. „Immerhin war’s mein erster Hattrick“, scherzte der damals 26-Jährige im Anschluss ans Spiel in Frankfurt. Übrigens: Jene Partie endete noch mit 2:2, sodass der Defensivstratege wenigstens keine Niederlage zu verdauen hatte.
Mit den Eigentoren und Noveski ist das allerdings insgesamt so eine Geschichte. Denn mit sechs Treffern ins eigene Netz hält er den Bundesliga-Rekord. Gemeinsam mit HSV-Legende Manfred Kaltz teilt er sich den Spitzenplatz in dieser eher grausamen Statistik.
Nikolce Noveski ist Mainzer Ehrenspielführer
Immerhin: In 313 Einsätzen für die Mainzer gelangen dem Mann vom Balkan auch zwölf Tore ins richtige Gehäuse. Übel genommen hat dem am 28. April 1979 in Bitola geborenen Profi das bei den Rot-Weißen niemand. Als einem der verdientesten Spieler der Klubgeschichte wurde Noveski im September 2015 die Ehre eines Abschiedsspiels im FSV-Trikot zuteil.
Hinteregger mit vier Eigentoren Dritter in der Rangliste
Wissen Sie, wer Kaltz und dem Mainzer Unglücksraben in der Statistik nachfolgt? Es ist ein Ex-Augsburger. Martin Hinteregger, der in der Bundesliga neben dem Trikot des FCA auch das von Mönchengladbach und Frankfurt trug und mittlerweile seine Karriere beendet hat, traf fünfmal in die falsche Richtung.
Ob am 11. Februar 2023 in der Mewa Arena, die seit 2011 das ehrwürdige Stadion am Bruchweg abgelöst hat, ein Eigentor zu bestaunen bekommen? Dann dürfte bei einigen Sportreportern schnell der Name Noveski fallen. Mittlerweile wird der darüber lachen können.