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Wertingen

11.05.2015

Aus der Sofafabrik wurde eine Schule

Bei der Geburtstagsfeier der „Montes“ gab es für die prominenten Gäste ein Erinnerungsbild mit der früheren Schulleiterin Ingeborg Hohagen (Dritte von links).
Bild: Bärbel Schoen

Montessori-Jubiläum: Warum die "Montes"  25 Jahre nach der Gründung der privaten Bildungseinrichtung nicht nur feierten.

Auf sechs Sätze brachte es der stellvertretende Landrat Alfred Schneid, Bürgermeister Willy Lehmeier benötigte nur zwei Minuten für sein Grußwort am vergangenen Samstagmorgen. Der vorgeschriebene enge Zeitrahmen war nötig für ein dicht gedrängtes Programm. Ein Vierteljahrhundert Montessorischule sollte gebührend gefeiert werden. Gleichzeitig war erstmals der bayerische Landesverband mit 250 Gästen eingeladen.

Statt langer Reden wollten die Wertinger „Montes“, anders als beim 20-Jährigen, lieber ein Feuerwerk entzünden. Ein Feuerwerk an sprudelnden Ideen, das die Gäste begeisterte.

Beim köstlich ironischen Schulalltag auf der Bühne gerieten Schüler, Lehrer und Eltern an den Rand des Wahnsinns, wurden hin- und hergerissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit, heimgesucht von Forderungen nach Wlan und Streichelzoo, überrollt von erschreckenden Szenarien einer vercyberten Schule mit virtuellen Spaziergängen durchs strahlenfreie Schulhaus, in dem Handyverbot herrscht. Der „Drehscheiben-Sketch“ über das Fünf–Säulen-Treffen war eine gelungene Persiflage.

Lacher und Aha-Erlebnisse

Auch die abenteuerliche Mathematikstunde brachte Wissensvermittlung, Humor und und Bewegung in die Stadthalle – am Ende saß niemand mehr an seinem Platz. Martin Kramer, der Leiter der Mathematik-Didaktik an der Uni Freiburg, hatte die Unterrichtseinheit mit Erkenntnissen der Gehirnforschung gespickt. Und so gab es einige Aha-Erlebnisse und Lacher am Rande.

Emotional wurde die Enthüllung eines Kunstwerkes. Der Bildhauer Hans Malzer hatte die mehrere Meter hohe Holzskulptur einst begonnen, um sie, ganz im Sinne von Maria Montessori, aus der Hand zu geben und Schüler selbstständig weiterarbeiten zu lassen.

Zum 25jährigen Bestehen der Montessorischule in Wertingen wurde ein Kunstwerk enthüllt.
Bild: Bärbel Schoen

Die Skulptur symbolisiert die fünf Säulen, auf denen die Montessori-Schule tatsächlich aufgebaut ist: Schüler, Eltern, Lehrer, Verwaltung und Trägerverein tragen und stützen sich gegenseitig. Die Schülersäule steht dabei deutlich im Zentrum, ist über sich hinausgewachsen und blüht.

Für die Geschäftsführerin Sonja Spiegler war der Festtag wie „Kommunion und 50. Geburtstag in einem“. Haus und Hof seien für die Verwandten – „Die Montes sind ja wie eine Familie“ – aufpoliert worden.

Träume mit allen Konsequenzen umgesetzt

Bürgermeister Willy Lehmeier meinte: „Manche Menschen träumen, aber Frau Spiegler setzt die Träume mit allen Konsequenzen um.“ Inzwischen habe die Bildungseinrichtung mit 350 Schülerinnen und Schülern und „einem unglaublichen Wachstum“ sogar Einfluss auf den Kernhaushalt der Stadt.  Für die Montessorischule stellt Wertingen künftig Gelder zur Verfügung.

Alfred Schneid brachte ebenfalls Glückwünsche aus Kreistag und Landtag nach Wertingen: „Herzliche Grüße von Landrat Leo Schrell und von unserem Landtagsabgeordneten Georg Winter.“ Der Landkreis Dillingen sei zwar der kleinste und ärmste Landkreis mit den meisten Schulden, „aber er ist auch einer der schönsten und steht beim Ranking bundesweit auf dem 14. Platz.“ Daran habe auch die Montessorischule ihren Anteil.

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft

Die wichtigste Botschaft an diesem Festtag überbrachte Schneid von Georg Winter:„Die geplanten neuen Gesetze betreffen nicht die bestehenden Privatschulen. Für Sie sind alle Nachteile gebremst worden.“ So wird der Trägerverein der „Montes“ weiter „das Meer bereiten können, in dem Ideen schwimmen können“, blickte Schulleiterin Erika Biberacher erleichtert in die Zukunft.

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