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Die Klimakrise gefährdet auch das Zusamtal

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Kommentar Von Benjamin Reif
16.03.2019

Wenn es heißer wird, spüren auch wir die Auswirkungen. Und nicht nur am Wetter.

Es gibt eine Menge Missverständnisse über die Klimakrise. Noch vor wenigen Jahren wurde über die Erhitzung des Weltklimas gesprochen, als handele es sich dabei um ein abstraktes Problem, mit dem sich eben die Menschen in ferner Zukunft herumschlagen müssten. Dann kam Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“ und zeigte auf, dass es vielleicht doch schneller ungemütlich werden kann. Und nun macht der neueste Bericht des Weltklimarats der Vereinten Nationen klar: Es wird nicht ungemütlich, es wird sehr gefährlich. Und zwar für uns alle.

Das Zusamtal hat im vergangenen Sommer einen ersten Eindruck davon bekommen, was der Klimawandel für uns bereit hält. Die Mitarbeiter des Betriebshofes mussten große Anstrengungen unternehmen, um die städtische Bepflanzung angesichts der andauernden Trockenheit und glühenden Hitze am Leben zu erhalten. Die städtischen Gärtner und Mitarbeiter des Betriebshofes trafen sich kürzlich, um zu überlegen, welche Bepflanzung künftig dem Klimawandel standhalten könnte.

Der Wertinger Bauhof musste die Pflanzen künstlich am Leben halten

Vertrocknete Zierpflanzen sind aber nur ein kleiner Vorgeschmack. Selbst wenn wir in unserer Region durch viel Glück vor Extremwetterereignissen wie furchtbaren Überflutungen oder kompletten Ernteausfällen verschont bleiben sollten, werden die Probleme der Welt ins beschauliche Zusamtal schwappen. Das Polareis schmilzt immer schneller, die Geschwindigkeit verblüfft sogar Wissenschaftler. Sollten erst einmal ganze Küstenstriche im Meer versinken, werden die Flüchtlingsströme des Jahres 2015 dagegen wie eine geordnete Besucherschlange im Museum wirken. Auch zu uns werden dann viel mehr Menschen flüchten als bisher.

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Die Klimakrise ist nur schwer zu greifen, weil sie nicht mit krachenden Einzelereignissen daher kommt, die einschneidende Schlüsselerlebnisse darstellen wie etwa der Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001. Genau deshalb ist das Engagement der Jugendlichen bei „Fridays for Future“ so wichtig und so bemerkenswert. Wer immer noch dreimal im Jahr Flugreisen unternimmt, wöchentlich zur Fastfood-Kette fährt, sich Unmengen an Ware aus dem Internet bestellt und absichtlich zurückschickt, der macht die Zukunft nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für diese jungen Leute ein Stück schlechter.

Lesen Sie über die "Fridays for Future"-Proteste in Wertingen: Wertinger Schüler demonstrieren für ihre Zukunft

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