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Ein Appell an die Frauen

Kommentar Von Hertha Stauch
07.03.2019

Auch in der Region Wertingen bringen sich zu wenige Frauen in die Politik ein.

Immer noch sind die Frauen in Gemeinderäten und in Spitzenämtern in der Minderzahl. Liegt das an unserer Gesellschaft oder an den Frauen selbst? Beides ist wohl der Fall. Gerade auf dem Land ist das herkömmliche Rollenbild noch stark vertreten. Als tüchtige Frau gilt, wer Heim und Familie gut managt, wer in Vereinen aktiv ist und sich vielleicht noch in Kindergarten- und Grundschule einbringt. Die Regel ist, dass Frauen sich später auch um die Alten kümmern – denn der Mann hat ja seinen Beruf, sorgt für das geregelte Einkommen. Die Frau arbeitet „nebenzu“, verdient „ein bisschen mit“. Abends geht der Mann in den Ausschuss oder Gemeinderat, die Frau vielleicht, wenn die Kinder größer sind, ins Bürgerhaus, um das Vereinsjubiläum mit vorzubereiten, mitzureden, wie dort die Bewirtung läuft, oder wie die Kinder beim Fest betreut werden. Das andere bestimmt der „Vereinsvorstand“.

Viele Frauen fühlen sich in dieser Rolle ganz wohl. Man ist dabei, kann sich einbringen und so irgendwie doch mitbestimmen. Zurückhaltung und Bescheidenheit können gute Werte sein. Im negativen Fall aber sind es Werte, hinter denen sich Frauen verstecken, weil sie Verantwortung scheuen.

Frauen haben eigene Erfahrungen und Eigenschaften

Frauen werden gebraucht, ihre Eigenschaften und Erfahrungen sind wertvoll und wichtig. Ihre Sichtweise ist eine andere, als die der Männer. Gerade deshalb ist es notwendig, dass auch diese geäußert wird und in die Gesellschaft eingebracht wird.

Ein Appell an die Frauen

Im nächsten Jahr tut sich mit den Kommunalwahlen eine Chance auf. Die Frage ist, ob Frauen es weiter wollen, dass vorwiegend und zwangsläufig Männer bestimmen, was im Dorf oder in der Gemeinde passiert. Wenn sich Frauen nicht trauen oder nicht wollen, dann wird das weiter so sein. Wenn sie aber bereit sind, sich etwas zuzutrauen und auch mal Niederlagen einzustecken, dann kann sich etwas ändern.

Und noch etwas: Die Parität, von der gerade überall die Rede ist, wäre ein wichtiges Instrument für eine Übergangszeit. So viele Frauen wie Männer auf einer Liste. Selbst die Vorsitzende des eher konservativen Katholischen Deutschen Frauenbundes, Emilia Müller, hält dies für erforderlich, um der Situation einen Schub zu geben. Doch auch für die Parität gibt es eine Voraussetzung: Die Frauen müssen sich trauen!

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Einzel-Frau unter vielen Männern

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