Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Eine mutige Idee für ein modernes Wertingen

Eine mutige Idee für ein modernes Wertingen

Kommentar Von Benjamin Reif
01.05.2020

Für den Stadtkern braucht es Unternehmergeist, wie ihn Ulrich Reitenberger an den Tag legt.

Ein „modernes Fachwerkhaus“ am Wertinger Marktplatz? Eine tolle, mutige Idee. Den Geist und die Ästhetik der Wertinger Altstadt einzufangen und durch ein gewagtes Bauwerk auch in die Moderne zu führen, das wäre ein großer Wurf. In Verbindung mit Gastronomie kann hier ein gutes Stück dazu beigetragen werden, dass der Stadtkern nicht irgendwann wie ein Freiluftmuseum wirkt.

Die scheidende Stadträtin Cilli Wiedemann tut sich natürlich selber unrecht, wenn sie sich durch ihre Bedenken in die Riege der „Ewiggestrigen“ einreiht. Architektur wird von jedem anders empfunden, und das ist auch gut so. Gerade an diesem markanten Punkt, der quasi den Beginn des Altstadtensembles markiert, muss mit besonderer Sorgfalt und mit Fingerspitzengefühl gearbeitet werden. So etwas kann auch schiefgehen und wie ein Fremdkörper wirken – eine moderne Glasfront dort muss nicht jedem gefallen. Zu gefällig und „08/15“ soll es ja auch nicht sein.

Eine gute Voraussetzung für jedes Projekt ist ein Planer, der selbst weiß, was er will, und ein solcher scheint Ulrich Reitenberger zu sein. Nach seinen weitreichenden Plänen für das Wertinger Krankenhaus – er will dort einen über 30 Meter hohen Turm errichten – legt er nun gleich sein zweites Projekt vor, das für viel Aufmerksamkeit in der Zusamstadt sorgen dürfte.

Bei aller Begeisterung für Reitenbergers Pläne sollten die Stadträte aber nicht vergessen, dass es noch gar nicht lange her ist, dass der Gebäudekomplex in der Laugnastraße für gehörige Verstimmungen im Gremium gesorgt hat. Das Bauprojekt war zu hoch, und nach allen Seiten hin zu breit. Als Grund wurde damals angegeben, es habe eine Verwechslung seitens des Architekten von Rohfußboden und Fertigfußboden gegeben. Reitenberger einigte sich mit den Anwohnern, das Landratsamt gab grünes Licht, und der Bauausschuss wurde vor vollendete Tatsachen gestellt, was Reinhold Wörle damals als „Farce“ bezeichnete.

Hoffentlich werden die Vorstellungen des Planers und der Stadt beim Projekt am Marktplatz fair und auf Augenhöhe ausdiskutiert, so dass am Ende ein tolles Bauwerk und eine Bereicherung für Wertingen entsteht, und nicht Verbitterung auf allen Seiten.

Lesen Sie den dazugehörigen Artikel: Reitenberger plant ein „modernes Fachwerkhaus“


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren