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Altenmünster

19.08.2016

Jetzt macht auch noch das Bräustüble zu

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Die Famile Cimerman hat das Bräustüble in Altenmünster gepachtet und freute sich nach der Wiedereröffnung über zahlreichen Besuch. Jetzt ziehen (von links) Küchenchefin Gordona Cimerman, ihr Sohn Manuel und Ehemann Franc ins Bürgerhaus nach Modelshausen um.

Es ist bereits die dritte Gaststätte innerhalb eines Jahres, die in der Gemeinde Altenmünster schließt. Familie Cimerman zieht ins Bürgerhaus Modelshausen um.

Bald ist die Gemeinde Altenmünster gaststättenlos – zumindest vorübergehend: Am Sonntag, 4. September, schließt das Bräustüble in der Ortsmitte. Die Pächterfamilie geht nach Modelshausen. Der Chef Franc Cimerman sagt: „Die Unkosten sind einfach zu hoch. Wir sind ein Familienbetrieb. Jetzt haben wir was Kleineres ohne Hotelzimmer gefunden.“

In gut zwei Wochen ist in Altenmünster Schluss, dann steht der große Umzug an: Die Cimermans ziehen in das Bürgerhaus des Laugnaer Ortsteils Modelshausen. „Die Vereine sind auf uns zugekommen, als sie gehört haben, dass wir zumachen“, erzählt Cimerman. Mitte Oktober will die Familie im dortigen Restaurant „Adria“ weitermachen. Renovieren oder umbauen müssen sie dort nichts, erklärt Sohn Manuel Cimerman. „Die Wirtschaft ist in einem sehr guten Zustand und schaut sehr gepflegt aus.“

Für Modelshausen ist der neue Wirt natürlich ein großer Gewinn – aber für Altenmünster ein großer Verlust. Es ist bereits die dritte Gaststätte innerhalb eines Jahres, die in der Gemeinde schließt. Im Dezember 2015 hatten Yvonne Schorner und Ingo Helm die „Violetta“ zugemacht. Sie hatten die Traditionsgaststätte neben der Kirche in Violau fünf Jahre lang geführt. Bei den jüngsten Wallfahrten hatten nun Vereine und Ministranten die Bewirtung der Gäste übernommen. Die Gaststätte steht derzeit zum Verkauf, sagt Bürgermeister Bernhard Walter. „Es wäre schon wichtig, dass da wieder was reinkommt.“ In Zusamzell hatte Ende des Jahres auch noch die „Spätzlewirtin“ Lydia Käßmair nach 30 Jahren aufgegeben. „Arbeitsaufwand und Verdienst stehen einfach nicht mehr im Verhältnis“, sagte sie damals. Nur Übernachtungsmöglichkeiten gibt es dort weiterhin.

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Nun also auch noch das Bräustüble in Altenmünster. Bürgermeister Walter ist aber zuversichtlich, dass es bald wieder bewirtet wird. Er hat schon einige Bewerbungen vorliegen, aus denen er jetzt den künftigen Pächter auswählen muss. Im November soll dieser dann den Betrieb aufnehmen, wünscht sich Walter.

Das Bräustüble hat eine lange Tradition. Schon 1455 gab es eine „Taverne in Münster“, berichtet die Ortschronik. Seit dem 17. Jahrhundert wurde dort Bier gebraut, 2003 wurde die Brauerei endgültig geschlossen. Nach einem Rechtsstreit mit der Radeberger-Gruppe um den Namen „Altenmünster Brauerbier“ übernahm die Gemeinde 2004 das Brauereiareal als Ausgleich für die Namensnutzung. Im Herbst 2009 begann dann die Renovierung des 100 Jahre alten Bräustübles. Etwa 1,8 Millionen Euro kosteten die Umbauarbeiten, die zu knapp einem Drittel aus Mitteln der Städtebauförderung und des Konjunkturpakets II finanziert wurden. Neben dem Anbau eines Treppen- und Aufzugsturms, der kompletten Erneuerung von Küche, Gaststube und Toiletten sowie dem Einbau von 18 Gästezimmern und einer Pächterwohnung standen beim Umbau vor allem Statik und Brandschutz im Vordergrund.

2012 übernahm die Familie Cimerman das Hotel samt Restaurant und bot neben den klassischen schwäbischen Gerichten auch Balkanspezialitäten an. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde wurde auf fünf Jahre mit Verlängerungsoption geschlossen, sagt Walter. Nun habe man sich geeinigt und ihn etwas früher beendet. „Das ist ja auch besser, als wenn es direkt vor der neuen Biergartensaison einen Wechsel gibt“, sagt Walter. Er betont, dass in der Ortsmitte noch mehr passieren soll. Die Gemeinde habe mittlerweile mehrere Liegenschaften rund um das Bräustüble erworben, von der Regierung von Schwaben gebe es das Signal, dass dort eine weitere Förderung möglich sei. Der Gemeinderat hat sich bei einer Klausur die Gesundheitsvorsorge als großes Thema gegeben. Walter könnte sich dort etwas aus dem Bereich Arztpraxen oder Physiotherapie vorstellen. Jetzt muss er aber erst einmal einen neuen Pächter für das Bräu-stüble finden. „Es ist zwar einerseits zeitaufwendig, auszuwählen“, sagt der Bürgermeister. „Aber andererseits ist es auch schön, wenn man auswählen kann.“

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