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Wertingen

03.08.2019

Lehmeier: „Kaum eine Verschnaufpause“

Idyllisch liegt Wertingen im Zusamtal. Einen besonders guten Blick auf die Stadt hat man vom neu geschaffenen Platz nahe der neuen Napoleonstanne – von einem der Sitzplätze entstand auch das Bild. In Zukunft stehen der Zusamstadt jedoch große Veränderungen und Herausforderungen bevor.
Bild: Benjamin Reif

Plus Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier spricht über die Stimmung im Rathaus, die Herausforderungen für die Zukunft, den Umzug des Betriebshofs und seine persönliche Arbeitsbelastung.

Schüler und Lehrer genießen mittlerweile die Sommerferien. Herrscht auch schon im Wertinger Rathaus Urlaubsstimmung? Wir haben uns bei Bürgermeister Willy Lehmeier nach dem Stand der Dinge erkundigt.

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Herr Lehmeier, wie ist die Stimmung bei ihnen und im Rathaus? Gibt es jetzt eine „Sommerpause“ ?

Willy Lehmeier: Die Stimmung im Haus ist wie immer gut. Sicherlich spielen dabei auch die Vorfreude auf die anstehenden Urlaubstage und die wohlverdiente Verschnaufpause eine Rolle. Eine Sommerpause für alle im Rathaus wird es dennoch nicht geben.

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Im März kommenden Jahres sind Kommunalwahlen. Treten Sie wieder an?

Lehmeier: Ja, ich trete wieder an.

Was gefällt ihnen am Beruf des Bürgermeisters? Was gefällt ihnen weniger?

Lehmeier: Du bist von Anfang an, von der Idee über die Planung bis zur Realisierung verantwortlich in ganz unterschiedliche Projekte eingebunden und kannst so deine Heimat mitgestalten und weiterentwickeln. Die Anzahl der Termine und Aufgaben lassen dagegen kaum eine Verschnaufpause zu, die du als Mensch aber unbedingt brauchst. Ich bin keine Maschine!

Sie sind seit 2002 im Amt und haben Wertingen bedeutend mitgeprägt. Wie fällt ihre Rückschau aus? Gibt es Dinge, auf die Sie besonders stolz sind – oder Dinge, die Sie im Rückblick anders angepackt hätten?

Lehmeier: Rückblickend bin ich mit der Entwicklung der Stadt und ihrer Ortsteile wirklich zufrieden. Ich bin besonders stolz darauf, dass die Vereinsstrukturen und der Einsatz vieler Bürger unser Zusamstädtle stets vorangebracht haben. Dabei habe ich in der Vergangenheit immer wieder die Rolle des Netzwerkers und Moderators übernommen. Mit Erfolg. Dieser „soziale Kitt“ macht unsere Stadt aus und ist unbezahlbar.

Der Umzug des Betriebshofes ist noch immer nicht vollzogen, die Nord-Ost-Tangente war zumindest öffentlich in den vergangenen Jahren kein Thema.

Lehmeier: Die Zusammenführung der Außenlager und die Nutzung des kompletten Areals durch den Betriebshof sind umgesetzt. Die Verlegung von Büro und Personalräumen, sowie die Schaffung von Arbeitsbereichen am neuen Standort werden sich aber weiter verzögern. Hier kann nur in Bauabschnitten gedacht werden. Die Finanzierung muss in Einklang mit vielen weiteren Projekten gebracht werden. Im Anschluss daran kann die Umsetzung der Nördlichen Entlastungsstraße von der Donauwörther Straße bis zum Friedhof/Anbindung Mittelschule und Kreiskrankenhaus beginnen.

Beim neuen Kindergarten dagegen geht es schnell. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis der Planungen? Das Projekt hatte ja im Vorfeld zu großen Kontroversen geführt.

Lehmeier: Es muss auch schnell gehen, damit die beiden Gruppen, die dankenswerterweise in der Grundschule untergebracht sind, zeitnah umziehen können. Zudem muss der Förderantrag für das Sonderinvestitionsprogramm bis zum 31. August der Regierung von Schwaben vorgelegt werden. Sehr zufrieden bin ich auch mit dem planerischen Ansatz eines Solar-Aktiv-Hauses – das Gebäude wird im Schnitt mehr Energie erzeugen als verbrauchen.

Was sind die aus ihrer Sicht großen Herausforderungen, die es in Wertingen anzupacken gilt?

Lehmeier: Klimawandel, Energieversorgung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum dominieren landauf, landab die Presse und beschäftigen zurecht die Menschen, auch im Zusamtal. Wir haben viele Pflichtaufgaben zu erfüllen. Die Bereitstellung von Hilfe für Menschen, die in unserer Stadt als Flüchtlinge ankommen. Die dauerhafte und sichere Wasserversorgung aus kommunaler Hand. Der Erwerb von Bauland zur Fortentwicklung von Baugebieten. Das ständige „daran Arbeiten“, damit Leerstand im Innstadtbereich vermieden werden kann. Die Ansiedlung von Ärzten und die Weiterentwicklung des Kreiskrankenhauses. Die Fortentwicklung des Seniorenzentrums mit einer neuen Pflegestation und mit Kurzzeitpflege. Das Leiten und Lenken der Verkehrsströme. Die Erschließung von neuen Gewerbegebieten. Die technische Fortentwicklung der Kläranlage und das Lösen des Megathemas „Entsorgung von Klärschlamm“. Um nur einige zu nennen. Ich finde es gut, dass die Presse an den Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses teilnimmt. So kann die Öffentlichkeit mitverfolgen, wie stark die Anzahl der Bauanträge gestiegen ist und wie zeitraubend die Genehmigungsverfahren verlaufen.

Sommer im Park war ein riesiger Erfolg. Wie haben Sie das Vereinsfest empfunden?

Lehmeier: Eine mutige Idee, mutige Mitstreiter, Skepsis am Anfang, monatelange Sisyphusarbeit, stetes Zusammenwachsen der Vereine, unglaubliches Ergebnis – nicht wiederholbar, weil einzigartig!

Es folgen heuer noch Stadtfest, Wertinger Nacht und die Schlossweihnacht. Auf was freuen Sie sich persönlich am meisten?

Lehmeier: So viel zum Thema Sommerpause. Sie haben das Internationale Gitarrenfestival, das laufende Kinderferienprogramm, die Vorbereitung auf die Kommunalwahlen und drei Kunstausstellungen im Herbst vergessen. Ich freue mich auf die nächste Großveranstaltung, und das ist das Stadtfest.

Welcher Film oder welches Buch hat Sie in letzter Zeit begeistert?

Lehmeier: Mich begeistert mal wieder das Kino-Open-Air. Bei Leberkäsjunkie bleibt kein Auge trocken. Wer entspannen will und gute Unterhaltung sucht ist bei diesem Film richtig.

Lesen Sie den Kommentar des Redakteurs: Lehmeier hat turbulente Zeiten hinter sich

Lesen Sie noch einmal, was Wertingen in jüngster Zeit bewegt hat:


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