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12.07.2010

Rot, süß und schnell weg

Manfred Richter freut sich über die leuchtend roten Kirschen, die an seinem Baum wachsen. Dieser ist im Hintergrund zu sehen. Fotos: Bunk
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Manfred Richter freut sich über die leuchtend roten Kirschen, die an seinem Baum wachsen. Dieser ist im Hintergrund zu sehen. Fotos: Bunk

Region Wertingen Nicht nur als Förster freut sich Manfred Richter über das gute Gedeihen der Wälder. Auch in seinem eigenen Garten hat er eine stattliche Zahl an Bäumen. Einer davon gehört zu der Art, die in diesem Jahr zum "Baum des Jahres" gekürt wurde.

Die Vogelkirsche, auch Wildkirsche genannt, trägt zurzeit ihre roten Früchte in voller Pracht. "Zehn bis 15 Meter hoch dürfte der Baum nach 25 Jahren sein", schätzt Richter. Dieser gehe eher in die Breite, nachdem er seitlich Platz habe, meint der Buttenwiesener. "Im Wald werden die Bäume bis zu 35 Meter hoch", schwärmt der Förster weiter.

Kleinbestände der Wildkirsche könne man sehen, wenn man von Hinterried Richtung Wortelstetten fahre, kurz vor dem Sportplatz. "Im Frühjahr leuchteten hier die Blüten herrlich", denkt Richter begeistert zurück.

Im Wald ist die Wildkirsche laut Förster Richter eine interessante Baumart, die mit einem Anteil von 20 Prozent zwischen Eichen und andere Edellaubhölzer gesetzt wird. "Bei schönen Stämmen können Preise bis zu 2000 Euro pro Festmeter erzielt werden", berichtet der Waldfachmann. Als Furnierholz werde es so hoch gehandelt, aber auch für den Bau von Musikinstrumenten oder Eisstöcken würde es aufgrund seiner edlen Maserung gern verwendet. Das Problem im Wald ist jedoch der Wildverbiss und das Verfegen, wenn die Tiere den trockenen Bast vom Geweih abreiben. Deshalb müssen die Pflanzen lange eingezäunt werden.

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Katzengold

Empfindlich ist die Wildkirsche gegenüber Spätfrösten und einige Bakterien- und Pilzkrankheiten. Als Reaktion auf Stamm- und Astverletzungen kann der Kirschbaum einen auffälligen Gummifluss entwickeln, der in Blasen austritt und nach Härtung an der Oberfläche wie Bernstein in der Sonne glitzert. "Deshalb wird es auch Katzengold genannt", schmunzelt Richter.

Was jedoch für den Gartenbesitzer interessanter ist, der einen solchen Baum auf seinem Grund stehen hat, sind die Früchte, die allerdings aufgrund ihrer leuchtend roten Farbe vor allem die Vögel anlocken. "Die schmecken genauso süß wie die der Süßkirsche", freut sich Richter. Lediglich sind sie viel kleiner und haben einen größeren Kernanteil. "Von der Größe her sind sie wie Weichseln, das sind jedoch nur entfernte Verwandte", erklärt Förster Richter weiter.

Kirschkernkissen

Auch Vorteile für die Gesundheit benennt Manfred Richter: "Ein halbes Pfund roter Kirschen wirkt so schmerzlindernd wie zwei Schmerztabletten. Und wer hat noch nicht von den beliebten Kirschkernkissen gehört?"

Je nachdem, wie schnell die Vögel die leuchtenden Früchte entdecken, werden sie wohl schnell verschwunden sein. (bbk)

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