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15.10.2009

Schweinegrippe: Kaum einer will sich impfen lassen

Landkreis Augsburg "Ich lasse mich gegen die Schweinegrippe nicht impfen", sagt Martin Miller, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Augsburg. Anders Jakob Berger: "Ich lasse mich impfen." Der Herbertshofer ist der schwäbische Bezirksvorsitzende des bayerischen Hausärzteverbandes und schiebt gleich die Begründung nach: "Im Fall einer Pandemie darf ich als Arzt nicht ausfallen." Zur Impfung gegen die Schweinegrippe gehen die Meinungen weit auseinander.

Bisher sehr milde verlaufen

Die beiden Ärzte sind sich aber darin einig, dass die Schweinegrippe bisher sehr milde verlaufen sei. Vielleicht gebe es deshalb bisher seitens der Patienten kaum Interesse an einer Impfung, wie Jakob Berger vermutet. Anders sehe es bei der normalen, saisonalen Grippe aus: "Etwa ein Drittel aller Patienten lässt sich dagegen impfen." Und das macht für Berger auch durchaus Sinn. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 10 000 Menschen an der normalen Grippe. Die Schweinegrippe habe bisher wohl nur ein einziges Opfer in Deutschland gefordert, das zudem eine schlechte Gesundheit gehabt habe. Eine Impfung gegen die normale Grippe befürworten beide Mediziner uneingeschränkt.

Eine generelle Empfehlung, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen, sprechen die Ärzte aus dem Landkreis aber nicht aus. Grund sei der bisher harmlose Verlauf. Zunehmend in der Diskussion stehen die im Impfstoff enthaltenden Hilfsstoffe und Verstärker. Jakob Berger vom Hausärzteverband sieht darin kein Problem: "Der Impfstoff müsste an mehreren Tausend Personen ausreichend getestet worden sein, sodass davon keine Gefährdung ausgehen sollte." Hierzu hat Martin Miller eine andere Meinung: "Wenn es stimmt, dass das zwei bisher nicht kombinierte Impfstoffe sind, dann betreten wir tatsächlich Neuland."

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Sollte es zu gesundheitlichen Schäden durch die Impfung kommen, so Berger, hafte dafür aber der Staat. Bisher tendiere die Nachfrage aus der Bevölkerung aber ohnehin gegen null. Sorgen über zu wenig Impfstoffe im Landkreis Augsburg müsse sich aber niemand machen. Für die erste Impfrate gebe es genug Einheiten, und eine Nachproduktion sei von nun an sehr rasch möglich, beruhigt Jakob Berger.

"WZ-Anmerkung

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