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Binswangen: Ein zukunftsweisendes Binswanger Projekt

Binswangen

Ein zukunftsweisendes Binswanger Projekt

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    In Binswangen soll ein Mehrgenerationenhaus mit zwei großen und vier kleinen Wohneinheiten entstehen.
    In Binswangen soll ein Mehrgenerationenhaus mit zwei großen und vier kleinen Wohneinheiten entstehen. Foto: Brigitte Bunk

    Das Projekt an sich finden die Binswanger Gemeinderäte gut, wie sie in der jüngsten Sitzung klar sagten. Trotzdem sprach sich das Gremium nur mit 6:4 Stimmen für die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans Langenmantelstraße aus. Nicht unbedingt, weil der Plan derzeit wegen Änderungen zum Schutz vor Starkregenereignissen schon ausliegt und nun nochmals überarbeitet werden muss. Bürgermeister Anton Winkler befürchtet zum Beispiel, einen Präzedenzfall zu schaffen und künftig ständig Bebauungspläne ändern zu müssen. Warum?

    Bruder und Schwester wollen gemeinsam ein Bauprojekt verwirklichen

    In einer vorherigen, nicht öffentlichen Sitzung präsentierte Franziska Gumpp dem Gemeinderat einen Vorentwurf. Mit ihrem Bruder Maximilian will sie zwei der noch unbebauten Grundstücke in diesem Baugebiet zusammenlegen, um ein Mehrgenerationenhaus mit zwei großen und vier kleinen Wohneinheiten samt der dafür notwendigen Stellplätze zu bauen. Statt vier großen Wohnungen auf zwei Grundstücken, wie es im Bebauungsplan vorgesehen ist. Ansonsten werden die Vorgaben eingehalten. Der Grund sei, je nach Familiensituation mehr oder weniger zusammenhängenden Wohnraum zur Verfügung zu haben. So wäre es nach Bedarf möglich, Wohnungen zusammenzufassen –wenn Kinder ihre eigenen Zimmer bekommen und dennoch bei den Eltern sein sollen, beispielsweise. Oder separate Wohnungen zu haben, wenn die Kinder erwachsen werden. Als „super Projekt, zukunftsweisend für die Gemeinde“, bezeichnete es Thomas Wippel. Erika Heindel nannte es „genial, Grundstücke von Geschwistern zusammenzulegen“.

    Bürgermeister Anton Winkler hatte die Antragsteller gebeten, im Landratsamt die Rechtslage abzuklären. Die zuständigen Mitarbeiter erklärten laut Alexander Gumpp, dass sie dem entsprechenden Bauantrag nur nach einer Änderung des Bebauungsplans zustimmen würden. Entgegen der Hoffnung des Bürgermeisters, dass Befreiungen vom Bebauungsplan reichen. Durch die Zustimmung zum weiteren Änderungsverfahren, das die Antragsteller bezahlen müssen, sieht Ratsmitglied Michael Wagner keine Gefahr, dass ein Präzedenzfall geschaffen werde, worauf sich künftige Bauherrn berufen könnten. Wenn deren Idee gut wäre, würde der Gemeinderat darüber sprechen und wie im jetzigen Fall genau abwägen.

    Nach Meinung des Bürgermeisters wird kein Nachbar benachteiligt

    Zwar könnten sich andere, die nach den bestehenden Vorgaben gebaut haben, benachteiligt fühlen. Doch die Möglichkeit, Wohnraum zu verdichten, finden die Ratsmitglieder gut. Auch Roland Karl und Johannes Rigel, aber an dieser Straße können sie es sich nicht vorstellen. Helmut Reißler meinte, dass dieses Gebäude an der Stelle, wo es den Blick auf die Firmenhalle verdecken würde, hervorragend passe. „Doch mir wäre lieber gewesen, wenn ihr vor unserer Entscheidung, ob wir den Bebauungsplan ändern, die Nachbarn gefragt hättet, was sie davon halten.“ Denn die hätten ihr Grundstück gekauft in der Erwartung, dass daneben ein Einfamilienhaus mit maximal zwei Wohnungen entstehen würde. Bürgermeister Winkler meinte, dass aufgrund der Höhe und der Lage des Hauses kein Nachbar durch Schattenwurf beeinträchtigt sei.

    Alexander Gumpp erklärte, dass zuallererst der Gemeinderat seine Entscheidung treffen müsse. Nachdem sich die Mehrheit dafür ausgesprochen hat, den Bebauungsplan zu ändern, stoppt Bürgermeister Winkler die laufende Auslegung. Geplant ist, den neuen Aufstellungsbeschluss in der nächsten Sitzung zu fassen. Bis dahin werden die Nachbarn nach ihrer Meinung zum Projekt gefragt.

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